VG-Wort Pixel

Klage in den USA Nach Missbrauchs-Vorwürfen: Prinz Charles will Andrew aus der Öffentlichkeit verbannen

Prinz Charles
Prinz Charles sieht keinen Weg zurück für Andrew
© FrankHoemann/SVEN SIMON/ / Picture Alliance
Prinz Charles sieht offenbar nach den erneuten Missbrauchsvorwürfen gegen seinen Bruder Andrew keine Chance, dass dieser wieder in die Öffentlichkeit tritt. Eine Frau hat in den USA Klage gegen das dritte Kind der Queen eingereicht.

Es sind schwerwiegende Vorwürfe, die gegen Prinz Andrew erhoben werden: Virginia Roberts Giuffre hat in den USA Klage gegen ihn eingereicht und wirft dem Sohn der Queen vor, sie als Minderjährige mehrfach vergewaltigt zu haben. Der Vorfall steht in Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, der 2019 im Gefängnis Suizid beging. Prinz Andrew war mehrfach Übernachtungsgast bei Epstein in dessen Anwesen in den USA und der Karibik. Schon im November 2019 musste Andrew wegen dieser Vorwürfe von seinen königlichen Pflichten zurücktreten. Und wenn es nach seinem Bruder Charles geht, gibt es für ihn auch keinen Weg zurück in die Öffentlichkeit.

Prinz Andrew stritt alle Vorwürfe ab

"Der Prinz liebt seinen Bruder und hat auch Mitleid mit ihm aufgrund der Fallstricke, die dieser erlebt - was auch immer die Gründe dafür sind. Doch das Ganze wird dem Ruf der Monarchie schaden. Deshalb ist er schon lange zu dem Schluss gekommen, dass dieses Problem nicht gelöst werden kann", zitiert die "Times" eine anonyme Quelle aus dem Umfeld des Palasts. Die Königsfamilie soll laut "Daily Mail" mit der Schweigetaktik von Andrew zunehmend unzufrieden sein.

Klage in den USA: Nach Missbrauchs-Vorwürfen: Prinz Charles will Andrew aus der Öffentlichkeit verbannen

Prinz Andrew behauptete stets, von den Machenschaften seines Freundes Epstein und dessen Ex-Partnerin Ghislaine Maxwell, die derzeit in einem New Yorker Gefängnis auf ihren Prozess wartet, nichts mitbekommen zu haben. In einem TV-Interview im November 2019 versuchte er, die Anschuldigungen herunterzuspielen und stritt alles ab. Was als große Klärung angedacht war, misslang jedoch gründlich: Andrew verstrickte sich in Widersprüche und bekundete Sympathie mit dem verurteilten Straftäter Epstein. Es sollte der Tropfen sein, der das Fass letztlich zum Überlaufen brachte. Hinterher sollen ihm sowohl Charles als auch William einen Rücktritt von all seinen königlichen Pflichten nahe gelegt haben, was erst einmal probeweise auch geschah. Im Mai 2020 musste Andrew auch die letzten öffentlichen Aufgaben abtreten - für immer, wie es momentan scheint. Zuletzt war er bei der Beerdigung seines Vaters Prinz Philip in der Öffentlichkeit zu sehen. 

Andrew hat sich seit Bekanntgabe der Klage gegen ihn noch nicht zu Wort gemeldet. Ihm wird vorgeworfen, sich bereits mehrfach der Kooperation mit der Polizei verweigert zu haben. Das könnte mit der jetzigen Klage nicht mehr möglich sein.

sst

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker