VG-Wort Pixel

Missbrauchsvorwürfe Gewalt, Befehle und eine Abtreibung: Joycelyn Savage schildert schlimme Details über R. Kelly

R. Kelly Joycelyn Savage
Joycelyn Savage lernte R. Kelly mit 19 kennen
© JOHN ANGELILLO / Picture Alliance
Auf die Unterstützung seiner Freundinnen Joycelyn Savage und Azriel Clary konnte sich R. Kelly bislang immer verlassen. Doch jetzt hat auch Savage angefangen, über den Sänger auszupacken. 

Es ist nicht klar, was Joycelyn Savage dazu bewegt hat, nun doch über R. Kelly auszupacken. Denn bislang stand die 24-Jährige immer zu dem Sänger, dem seit mittlerweile Jahrzehnten sexueller Missbrauch vorgeworfen wird. Auf "Patreon", einem Online-Bezahldienst, veröffentlicht Savage seit dem Wochenende ihre Version der Beziehung zu Kelly - und das Bild, das sie zeichnet, ist schockierend. 

R. Kelly: Joycelyn Savage schildert angebliche Abtreibung

Laut der "Chicago Sun Times", der die Berichte von Savage vorliegen, soll Kelly die junge Frau gezwungen haben, ihn ausschließlich mit "Daddy" oder "Master" anzusprechen. Als sie ihn stattdessen mal "Babe" nannte, soll der 52-Jährige ausgerastet sein. "Er packte und würgte mich, bis ich ohnmächtig wurde", berichtet Savage. Körperliche und psychische Gewalt sei an der Tagesordnung gewesen, erinnert sich die US-Amerikanerin. Angeblich habe Kelly seine sexuellen Fantasien mit den Frauen ausgelebt. "Ich wurde oft angepinkelt, ich wollte das nicht wirklich sagen, aber die Wahrheit muss gehört werden", schildert Kellys langjährige Freundin. Sie habe immer wieder als "Boxsack" für den Musiker gedient.

Besonders schlimm sei es gewesen, als Savage 2016 angeblich schwanger wurde. "Ich realisierte, dass ich von diesem Monster schwanger war", erinnert sie sich auf "Patreon". "Letztendlich habe ich eine Abtreibung bekommen. Ich war gezwungen, die Operation in seinem Haus durchführen zu lassen", erzählt sie. Dass sie und Azriel Clary nicht die einzigen Frauen in Kellys Leben waren, wurde Savage früh klar. "Robert brachte verschiedene Mädchen mit nach Hause, die genau wie ich blieben und sie waren definitiv jünger als ich", verrät sie. Ihr gesamtes Leben sei von Kelly und seinen Assistenten kontrolliert worden. Angeblich konnte sie nicht mal duschen, ohne dass jemand vor der Tür positioniert wurde. 

Sie lernte ihn mit 19 kennen

Wie die "Chicago Sun Times" außerdem berichtet, habe Kelly eine mögliche Musikkarriere als Druckmittel genutzt. Er habe Savage, die erst 19 war, als sie ihn kennen lernte, versprochen, sie könne "die nächste Aaliyah" werden. Offenbar nahm der Sänger sogar zwei Lieder mit Savage auf, die jedoch nie veröffentlicht wurden. "Robert erzählte mir viele Lügen und mein 19-jähriger Verstand glaubte jede von ihnen", offenbart Savage. "Wenn dir jemand Millionen von Dollar anbietet und dich bittet, bei ihm zu bleiben, würdest du es auch tun", erklärt sie sich. 

R. Kelly wurde im Juli dieses Jahres von der Staatsanwaltschaft Chicago in 13 Punkten angeklagt - unter anderem für die Produktion von Kinderpornografie und Behinderung der Justiz. Darüber hinaus wirft die Staatsanwaltschaft in Brooklyn (New York) ihm Erpressung und vier weitere Anklagepunkte vor. "Wenn er in allen Punkten schuldig gesprochen wird, hat er eine Aussicht auf Jahrzehnte im Gefängnis", sagte der New Yorker Staatsanwalt Richard Donoghue. Seit Jahren schon werfen diverse Frauen dem Sänger sexuellen Missbrauch vor. Immer wieder war darüber berichtet worden, Kelly halte Joycelyn Savage und Azriel Clary als "Sex-Sklavinnen". 

Kellys Anwalt streitet Vorwürfe ab

Nach den neuesten Enthüllungen von Joycelyn Savage meldete sich Kellys Anwalt, Steve Greenberg, auf Twitter. "Es ist bedauerlich, dass Jocelyn jetzt versucht, Geld zu verdienen, indem sie ihre lange Zeit und die liebende Beziehung zu Robert ausnutzt", schrieb er. "Wenn sie die Wahrheit sagen würde, würde niemand bezahlen, also hat sie sich leider entschieden, die Geschichten und Lügen, die von anderen erzählt werden, zu ihrem eigenen persönlichen Vorteil zu nutzen. Wir kennen die wahren Fakten, und erst als das Geld ausging, entschied sie, dass etwas nicht stimmte. Hoffentlich werden die Leute es als die offensichtliche Profitgier sehen, die es ist." Die Tweets hat Kellys Rechtsbeistand mittlerweile wieder gelöscht. 

Quelle: "Chicago Sun Times"

ls

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker