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Vorwurf der Vergewaltigung: Roman Polanski hält die #MeToo-Debatte für "Massenhysterie"

Roman Polanski hat in einem Interview gegen #MeToo gewettert - seine Thesen: grenzwertig. Unter anderem vergleicht der Regisseur die Bewegung mit einem historischen Massaker an Christen. 

Roman Polanski

Roman Polanski nennt die #MeToo-Debatte "Massenhysterie".

AFP

Während die #MeToo-Debatte noch immer Hollywood aufrüttelt, hält einer recht wenig davon: Roman Polanski hat sich in einem Interview mit dem polnischen Wochenmagazin "Newsweek Polska" abwertend über die Bewegung geäußert. Ihm zufolge handele es sich dabei um "eine Art von Massenhysterie, die von Zeit zu Zeit in der Gesellschaft auftritt." 

Roman Polanski wettert gegen #MeToo

Und er vergleicht die Größenordnung der Diskussion mit Ereignissen der Weltgeschichte: Eine Hysterie, wie er die #MeToo-Debatte nennt, sei "manchmal sehr dramatisch, wie die Französische Revolution oder das Massaker in der Bartholomäusnacht in Frankreich", so der 84-Jährige. In der sogenannte Bartholomäusnacht 1572 in Paris wurden französische Protestanten in einem kaltblütig geplanten Massenmord getötet. "Oder manchmal ist sie auch weniger blutig wie der McCarthyismus in den USA." Gewagte Thesen. Aus welchen Motiven viele Hollywoodstars #MeToo propagieren? Auch darüber hat sich Polanski eine Meinung gebildet. "Jeder versucht, diese Bewegung zu unterstützen, meistens aus Angst. Es ist totale Heuchelei", sagte der Regisseur. 

Polanski kehrte nie wieder in die USA zurück

Polanskis eigene Rolle in der #MeToo-Debatte ist offensichtlich: Seit über 40 Jahren wird in den USA gegen den Filmemacher ermittelt. 1977 wurde Polanski von einem US-Gericht in Los Angeles wegen "Vergewaltigung unter Verwendung betäubender Mittel" angeklagt. Er selbst gab damals zu, Sex mit einer Minderjährigen gehabt zu haben, wollte sich mit dem Richter auf einen Deal einlassen. Als dieser den allerdings platzen ließ, setzte sich Polanski nach Europa ab und kehrte aus Angst vor einer jahrelangen Haftstrafe nie in die USA zurück.

Sein Opfer hat ihm verziehen

Die damals erst 13 Jahre alte Samantha Geimer hat ihrem berühmten Peiniger zwar mittlerweile verziehen, zur Rechenschaft wurde er dennoch nie gezogen. Seit im Zuge der #MeToo-Debatte immer mehr mächtige Männer aus dem Filmgeschäft entlarvt wurden, ist auch die Diskussion um Polanski neu entfacht.

Gegen Polanskis Rausschmiss aus der Oscar-Academy will der Anwalt des Regisseurs derweil rechtlich vorgehen. "Herr Polanski hat das Recht, vor ein Gericht zu ziehen und von Ihrer Organisation zu verlangen, sich an Ihre eigenen Regeln zu halten", schrieb Harland Braun in einem Brief, der "TMZ" vorliegt. 

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ls