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Rudolph Moshammer: Das war Mosis echter Chauffeur

Er fuhr Mosi im Rolls-Royce durch München: Andreas Kaplan war der Chauffeur von Rudolph Moshammer. Vor zwei Jahren verstarb der ehemalige Fahrer überraschend. In einem stern-Interview gab er Einblicke über seine Beziehung zum Modezar.

Andreas Kaplan

Andreas Kaplan 2010, fünf Jahre nach dem Tod von Rudolph Moshammer

Picture Alliance

In der TV-Satire "Der große Rudolph", die in dieser Woche in der ARD ausgestrahlt wurde, hieß der Chauffeur von Rudolph Moshammer "Herr Fröschl". In Wahrheit war es Andreas Kaplan, der Mosi im Rolls-Royce durch München kutschierte und der den Modezar am Morgen des 14. Januar 2005 erdrosselt in dessen Villa in Grünwald fand. Im September 2016 verstarb der ehemalige Fahrer überraschend mit nur 56 Jahren. 2009 gab er dem stern ein Interview und sprach über seine Leibrente, seine Beziehung zu Moshammer und warum Hund Daisy ihn in den Alkohol trieb.

Herr Kaplan, sind Sie es nicht inzwischen satt, ewig der "Chauffeur vom Mosi" zu sein?

Ach nee, das war doch ein wichtiger Lebensabschnitt. Und ich kann mit dem Kapitel auch nicht so einfach abschließen. Schauen Sie, ich lebe in der Wohnung, die mir der Herr Moshammer vererbt hat, die er für mich eingerichtet und dekoriert hat. Ich lebe mit der Erinnerung.

Und mit einigen Kilo Blattgold.

Nein. Das ist alles mit so viel Sympathie gestaltet worden. Da passt alles harmonisch zusammen.

Fehlt er Ihnen?

Ja. Ich bin ihm ewig dankbar. Ich habe viel von ihm gelernt. Den Umgang mit Menschen, die Disziplin, das Durchsetzungsvermögen, die Sparsamkeit und den Perfektionismus.

Vermissen Sie die Glitzerwelt?

Nein. Ich will mit dieser Schickimicki-Gesellschaft nichts zu tun haben. Ich passe da nicht rein, ich bin von Haus aus Arbeiter. Ob ich wie früher Rolls-Royce fahre oder wie heute Seat, ist mir völlig egal.

Zumindest müssen Sie im Seat keine weißen Handschuhe tragen.

Das habe ich gern gemacht. Das gehört zu einem Rolls-Royce- Chauffeur ja auch einfach dazu. Auch die Mütze und die Anzüge - das hatte Stil. Heute brauche ich die Anzüge fast nur noch, wenn ich ihn besuchen gehe.

Gehen Sie oft zum Grab?

Das letzte Mal war ich, als die Finanzkrise angefangen hat. Da habe ich ihm gesagt, dass er recht behalten hat.

Sie reden mit ihm?

Ja. Ich sage zum Beispiel auch: "Chef, Sie sind wirklich ein Depp, dass Sie auf diese Art und Weise aus der Welt geschieden sind." Das hätte er nicht nötig gehabt, das halte ich ihm auf ewig vor. Na ja, es lässt sich heute ja nicht mehr ändern, da muss man jetzt mit fertig werden. Mir hilft meine Arbeit, das zu verdrängen.

Wir dachten, Sie hätten geerbt.

Ich bekomme 1500 Euro im Monat, damit könnte ich locker auskommen. Aber nur zu Hause rumsitzen, da wirst du ja rammdösig. Ich habe zwei gesunde Hände, ich kann arbeiten. Und ich kenne ja so viele Leute ... Es kamen immer wieder Anfragen, ob ich nicht Gartenarbeiten übernehmen wollte. Damit alles korrekt läuft, habe ich mir einen Gewerbeschein geholt.

Es ging Ihnen nicht immer so gut wie heute ...

Ich hatte eine schwere Phase. Von einer auf die andere Sekunde hat sich mein ganzes Leben geändert. Dann kam der Alkohol. Wissen Sie, die ersten anderthalb Jahre hatte ich ja die Daisy bei mir gehabt. Sie war an ständige Aufmerksamkeit gewöhnt, konnte nie allein sein. Mir waren einfach die Hände gebunden.

Andere hätten den Köter im Wald ausgesetzt.

Aber um Himmels willen, so herzlos kann doch keiner sein! Wir waren doch zwölf Jahre zusammen. Daisy und ich haben ja fast zur gleichen Zeit beim Herrn Moshammer angefangen. Als sie bei mir war, habe ich der Daisy erst mal das echte Hundeleben beigebracht: Gassi gehen und überall schnuppern und so. Das hat sie amüsiert. Sie ist richtig aufgeblüht.

Und nun ist auch sie nicht mehr …

Doch! Ihre Seele ist beim Herrn Moshammer im Himmel, und die Urne mit ihrer Asche steht bei mir in der Vitrine. So haben wir alle was von ihr.

Warum ist sie nicht im Mosi-Mausoleum?

Die Friedhofsverwaltung hat gesagt, das sei ein humaner Friedhof, da haben Tiere nix verloren.

Friedrich II. wurde auch neben seinen Windhunden begraben.

Irgendwie sind die Zeiten heute eben doch spießiger.


TV-Tipp: Die TV-Satire "Der große Rudolph" wird am 23. September um 20.15 Uhr auf One wiederholt.

mai/Cristoph Wirtz
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.