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Girls Aloud Sängerin Sarah Harding spricht über ihre Krebserkrankung und dass ihr nur noch wenige Monate bleiben

Sarah Harding (re) versteckte sich vor dem Krebs, er hat sie dennoch gefunden.
Sarah Harding (rechts) versteckte sich vor dem Krebs, er hat sie dennoch gefunden.
© Zak Hussein/ / Picture Alliance
Sarah Harding pflegte ein Hardcore-Bühnenimage, doch aus Angst verdrängte sie die Krebssymptome während der Pandemie. Nun stellt sie sich dem Tod, denn sie glaubt nicht, dass sie nächstes Weihnachten noch leben wird.

Sarah Harding, Ex-Sängerin der Girlgroup Girls Aloud, wird nächstes Weihnachten wahrscheinlich nicht mehr leben. Schon vergangenen August wurde bei ihr Brustkrebs diagnostiziert, der sich dann auf andere Teile ihres Körpers ausgebreitet hatte. In der London Times wurden ihre Memoiren "Hear Me Out" in Auszügen veröffentlicht. Dort schreibt sie: "Im Dezember sagte mir mein Arzt, dass das kommende Weihnachten wahrscheinlich mein letztes Weihnachten sein würde. Zuerst dachte sie, es sei nur eine Zyste."

"Ich hatte viel auf meiner Gitarre gespielt und dachte, dass der Gurt wahrscheinlich einen Bereich um meine Brust herum gereizt hatte."

Doch die Schmerzen wurden immer schlimmer. "Es wurde so schlimm, dass ich nicht mehr in einem Bett schlafen konnte. Ich schlief auf dem Sofa und warf Schmerztabletten ein, als wären es Smarties. Ich habe es wirklich übertrieben, aber der Schmerz war überwältigend. Schließlich fing meine Haut an, blaue Flecken zu bekommen, und inzwischen hatte ich eine schreckliche Angst."

Eingraben im Lockdown

Dazu kam die Pandemie. Harding hatte sich bei ihrer Mutter eingeschlossen. Die Zeit verging, doch weder die Pandemie noch die Schmerzen hörten auf. "Eines Tages wachte ich auf und merkte, dass ich mich selbst verleugnet hatte. Ja, es gab einen Lockdown. Ja, es gab eine Pandemie, aber es war fast so, als ob ich das alles nur als Ausrede benutzt hätte, um mich nicht der Tatsache zu stellen, dass etwas mit mir selbst ganz falsch war."

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Als sie dann in Behandlung ging, habe sie nur gebetet, dass es kein Krebs sei. Sie hatte gelesen, dass Krebsgeschwülste oft nicht schmerzhaft seien, und weil sie selbst so starke Schmerzen hatte, so klammerte sie sich an die Hoffnung, dass es nur ein harmloses Geschwür sei. Aber als das Ergebnis besprochen werden sollte, warteten drei Mediziner auf sie und ihre Schwester. Ihr war sofort klar, dass sie Krebs hatte. Sarah Harding nahm den Kampf auf, setzte die Chemotherapie auch nach Beschwerden fort, doch im Dezember musste ihr Arzt ihr gestehen, dass sie aller Wahrscheinlichkeit nur noch ein Weihnachtsfest erleben wird.

Trotz der niederschmetternden Diagnose schreibt sie voller Dankbarkeit über alle, die versuchten ihr zu helfen. "Die Krankenschwestern saßen nachts bei mir, als ich weinte, und in diesen Momenten wurde mir klar, dass das, was sie taten, mehr als nur ein Job war. Einige von ihnen fragten mich nach dem Leben in Girls Aloud und ich erzählte ihnen Geschichten über unsere Abenteuer auf Tour."

Als der Krebs behandelt wurde, erlitt Harding eine Sepsis. Harding wurde in ein induziertes Koma versetzt und an ein Beatmungsgerät angeschlossen. "Selbst als ich vom Beatmungsgerät weg war, konnte ich nicht richtig sprechen", schreibt sie. "Alles, was ich tun konnte, war, Geräusche zu machen, die sich wie ein Schimpanse anhörten, der versucht zu kommunizieren."

Letzte Chance 

Aus zwei Gründen ist sie an die Öffentlichkeit getreten. Aufgrund von Covid-19 hat sie es aufgeschoben, zum Arzt zu gehen, als sie Symptome spürte, davor will sie andere Menschen bewahren. "Ich dachte immer, wenn es eine Chance gab, dass nur eine Person, die meine Geschichte liest, sich entscheidet, rechtzeitig überprüft und behandelt zu werden, dann war es das wert."

Außerdem möchte sie mehr hinterlassen als ihr "Hardcore Harding" Party-Image aus der Girls Aloud Zeit. "Es fühlt sich so an, als wäre dies meine letzte Chance, den Menschen mein wahres Ich zu zeigen. Irgendwo zwischen den Nachtklubs, den Kleidern und den Frisuren, den großen Chart-Hits und dem Glamour, ein Popstar zu sein, ging die andere Sarah Harding verloren."

Die Bekanntgabe der Krankheit sei zuerst "beängstigend" gewesen, aber auch "das Richtige". Sie sagt, dass ihr die Unterstützung in der schweren Zeit sehr geholfen hatte: "Ich wurde überschwemmt mit lieben Nachrichten von meinen Fans. Dafür bin ich unbeschreiblich dankbar."

Inzwischen versucht sie, aus den letzten Monaten das Beste zu machen. "Ich trinke bei all dem ein oder zwei Gläser Wein, weil es mir hilft, mich zu entspannen", gibt sie zu. "Ich bin sicher, dass einige Leute denken, dass das keine gute Idee ist, aber ich möchte versuchen, mich zu amüsieren. Ich bin jetzt in einer Phase, in der ich nicht weiß, wie viele Monate ich noch habe."

Atomic Kitten

Harding, heute 38, wurde 2002 berühmt, als sie die Gruppe Girls Aloud mit Cheryl Tweedy, Nadine Coyle, Nicola Roberts und Kimberley Walsh gründete. Die Band trennte sich 2013. Harding veröffentlichte danach eine Solo-EP und trat in mehreren TV-Sendungen auf.


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