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Seal und Heidi Klum: Droht nun ein Rosenkrieg?

Sie will das alleinige Sorgerecht, er hält jetzt dagegen: Zwischen Heidi Klum und Seal droht ein Streit um die Kinder. Dabei wollte das Paar einen Rosenkrieg doch mit allen Mitteln verhindern.

Von Jens Maier

Sie führt derzeit kein Leben als Supermodel, sondern als Mutter: Kein Kindermädchen, sondern Heidi Klum höchstpersönlich holt am vergangenen Samstag ihre Söhne Henry und Johan vom Karatetraining in Los Angeles ab. Nur begleitet von einem Bodyguard, nimmt sie die sechs und fünf Jahre alten Jungen fürsorglich an die Hand, überquert mit ihnen die Straße des ruhigen Villenviertels im Stadtteil Brentwood und sorgt dafür, dass sie auf dem Rücksitz ihres silbernen SUVs angeschnallt sind. Es sind Bilder, wie sie tagtäglich vor jeder Schule zu sehen sind. Und doch sind sie etwas Besonderes. Sie sind eine Demonstration.

Nur einen Tag zuvor, am 6. April, hatte Heidi Klum offiziell die Scheidung von Noch-Ehemann Seal vor Gericht eingereicht. Und zur Überraschung der Medien das alleinige Sorgerecht für die vier Kinder Leni, Henry, Johan und Lou beantragt. Seal soll laut der eingereichten Papiere, die im Internet veröffentlicht wurden, nur ein Besuchsrecht zustehen. Ein Affront gegen den Mann, der Klums Tochter Leni aus der Liaison mit Flavio Briatore adoptiert hat und leiblicher Vater der anderen drei Kinder ist. Die Antwort von Seals Anwälten folgte am Dienstag. Er will das gemeinsame Sorgerecht, sich nicht mit einem Besuchsrecht abspeisen lassen.

Kinder leben derzeit bei der Mutter

Fakt ist, dass die vier Kinder derzeit bei ihrer Mutter leben. Während Seal über Ostern nach Australien gereist ist, um sein neues Album zu bewerben, kennt Klum derzeit nur eine Rolle: die als Mutter. Die 38-Jährige versucht alles, um den Vieren ein normales Familienleben zu bieten. Sie tollt mit ihnen und den Großeltern Erna und Günther Klum im Park, geht mit ihnen auf Einkaufstour und holt sie vom Unterricht ab. Klum tut alles, um nahe bei den Kindern sein zu können, versucht sogar Termine außerhalb von Los Angeles zu vermeiden.

Das Sorgerecht ist aber offenbar nicht der einzige Punkt, bei dem sich das einstige Traumpaar uneinig ist. Mit keinem Wort wird in den Scheidungsunterlagen Seals, der mit bürgerlichem Namen Henry Samuel heißt, ein Ehevertrag erwähnt, den es nach Angaben von Heidi Klum aber gibt. Somit könnte nicht nur ein Streit um die vier Kinder, sondern auch um viel Geld beginnen.

Nach Angaben der amerikanischen Promiwebsite "TMZ" wird Klums Vermögen auf 70 Millionen US-Dollar geschätzt, das von Seal nur auf 15 Millionen. Der 49-Jährige könnte also einen Teil des Geldes beanspruchen, das Klum während der siebenjährigen Ehezeit verdient hat. In den Scheidungsunterlagen verneint Klums Anwältin Laura Wasser allerdings, dass es gemeinsame Vermögenswerte gibt und lehnt jegliche Unterhaltszahlungen an Seal ab. Droht jetzt ein Rosenkrieg zwischen dem Sänger und dem deutschen Supermodel?

Differenzen eine reine Formalität?

Obwohl es offensichtlich Differenzen zwischen Seal und Klum gibt, ist eine Scheidungsschlacht eher unwahrscheinlich. Eine nicht näher genannte Quelle sagte dem amerikanischen Magazin "People", die unterschiedlichen Angaben in den Scheidungspapieren seien eine reine Formalität, ein Streit um das Sorgerecht nicht zu erwarten. Bislang hatten Klum und Seal auch stets betont, sich gütlich einigen zu wollen und kündigten an, einen Rosenkrieg mit allen Mitteln verhindern zu wollen.

"Es ist eine schwierige Zeit und das Beste, das man in so einer Situation tun kann, ist, sie mit so viel Würde und Anstand zu meistern, wie man nur kann", sagte Seal Ende Februar in einem Radio-Interview und deutete damit an, wie beide sich das Aus ihrer Beziehung vorstellen. Während iihre Ehe jedes Jahr mit der Wiederholung der Hochzeitszeremonie zelebriert wurde, soll das Ende weit weniger öffentlichkeitswirksam vonstattengehen: "Mit Würde und Anstand" - was nichts anderes bedeutet als still und heimlich.