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Laufende Ermittlungen Shakira wehrt sich gegen Steuerhinterziehungsvorwurf: "Haben mein Recht auf Privatsphäre verletzt"

Shakira
Die Sängerin Shakira wehrt sich gegen die spanischen Steuerbehörden
© IMAGO / Cover-Images
Shakira wird von der spanischen Steuerbehörde wegen Steuerhinterziehung angeklagt. Nun äußert sich die Sängerin über ihren Anwalt zu den Vorwürfen und schlägt verbal zurück.

2022 scheint ein absolutes Unglücksjahr für die kolumbianische Sängerin Shakira zu sein. Fast zeitgleich wurde im Sommer die Trennung von ihrem Freund und Kindsvater Gerard Piqué bekannt und die spanischen Behörden warfen ihr Steuerhinterziehung vor. Trotzdem kämpft Shakira für ihr Recht und wirft den Behörden unsachgemäße Ermittlung, Zwang, Rufschädigung und Verfolgung vor. 

Die spanischen Steuerbeamten werfen der Sängerin vor, Steuergelder im Wert von zwölf Millionen Euro veruntreut zu haben. In Spanien gilt die Regel, wer sich 183 Tage im Jahr in dem Land aufhält, hat dort auch seine Steuern zu zahlen. Shakira soll bereits 2011 für ihren Freund, den Fußballspieler, nach Barcelona gezogen sein. Doch steuerlich meldete sich die Sängerin wohl erst 2015 in dem europäischen Land an, sie zahlte vorher ihre Steuern auf den Bahamas.

Steuerbehörde errechnet die Tage der Anwesenheit in Spanien

Ein Jahr lang sollen die Behörden ermittelt haben, so berichtet es das britische Newsportal "The Sun", und zu folgenden Ergebnissen zum Aufenthalt der Sängerin gekommen sein: 2012 waren es 242 Tage, 2013 ebenfalls 212 Tage und 2014 sogar 243 Tage, die sie in Spanien verbracht haben soll. Die Steuerbehörden zeigten Shakira für diese drei Jahre in sechs Fällen wegen Steuerbetrugs an.

Berichten zufolge sollen die spanische Steuerinspektoren versucht haben, das komplette Umfeld zu durchfilzen, um Hinweise auf die vergangenen Aufenthaltsorte der Sängerin zu erhalten. Selbst vor Anfragen bei ihrem Friseur, Krankenhäusern und der Überprüfung von Kreditkartenabrechnungen sollen sie nicht Halt gemacht haben. Ein massiver Eingriff in die Privatsphäre und den Datenschutz gerade bei Krankenhaus-Aufenthalten, findet die Sängerin und ließ nun am vergangenen Freitag vor Gericht eine Erklärung über ihren Anwalt, Pablo Molins Amat, einreichen.

In der von LLYC mit Sitz in Barcelona veröffentlichten und von Shakira autorisierten Erklärung heißt es: "Shakira ist eine Steuerzahlerin, die immer ein tadelloses Steuerverhalten gezeigt hat und in keiner anderen Gerichtsbarkeit Steuerprobleme hatte. Die Sängerin ist mit Top-Beratern wie PriceWaterhouseCoopers verbunden. Sie hat nie die 183 Tage Anwesenheit in Spanien überschritten, die erforderlich sind, um steuerlich ansässig zu sein. Ohne handfeste Beweise für die gegen sie erhobenen Anklagepunkte wurde sie der Kriminalität beschuldigt und in den Medien mit inakzeptablen Methoden erbittert verfolgt, um ihren Ruf zu schädigen und sie zu einer außergerichtlichen Einigung zu zwingen (...)."

In einer persönlichen Mitteilung im Rahmen ihrer Stellungnahme sagte Shakira: "Es ist nicht hinnehmbar, dass die Finanzbehörde mit ihrem Vorwurf die Rechtssicherheit, die jedem Steuerzahler garantiert werden muss, nicht respektiert, und auch nicht meine Grundrechte. Außerdem versuchen sie, meinen Ruf zu beschädigen, den ich mir mit langjähriger Arbeit erarbeitet haben."

Shakira fühlt sich in ihrer Privatsphäre verletzt

In Bezug auf die getätigte Recherchearbeit der Staatsanwaltschaft erhebt die Sängerin Vorwürfe, dass sie "unorthodoxe und inakzeptable Methoden" angewandt haben, wie das Anfordern privater Daten von Krankenhäusern, in denen Shakira um einen Termin bat: "In meinem Fall haben sie mein Recht auf Privatsphäre und die Unschuldsvermutung verletzt, Grundrechte von jedem Bürger."

Ihre Anwälte beschuldigten außerdem einige hochrangige Vertreter des spanischen Finanzministeriums, gegenüber den Medien Erklärungen abgegeben zu haben, die gegen ihre Geheimhaltungspflicht verstoßen und "erfundene Geschichten beinhalteten, die den Anschein von Shakiras ständiger Präsenz auf spanischem Territorium erweckten". Als Beispiel brachten die Vertreter der Sängerin an: "Die Anklage zählt beispielsweise alle Zahlungen auf, die mit einer Reihe von Kreditkarten ihres Teams und ihrer Freunde in Spanien getätigt wurden, um die Tage von Shakiras Anwesenheit in diesem Land zu addieren. Doch dies geschieht ohne zu berücksichtigen, dass viele Zahlungen in verschiedenen Teilen der Welt getätigt wurden, ohne dass die Künstlerin physisch an den Orten anwesend war, an denen die Zahlungen getätigt wurden."

Die 45-Jährige beteuert weiterhin ihre Unschuld und verweigert eine außergerichtliche Einigung. Ein Termin für den Prozess vor einem Gericht in Barcelona steht noch nicht fest. Seit der Trennung von ihrem Freund lebt Shakira mit den zwei gemeinsamen Söhnen in Miami.

Die Staatsanwälte wollen, dass Shakira neben einer achtjährigen Haftstrafe eine Geldstrafe von 23 Millionen Euro auferlegt wird, wenn sie im Sinne der Anklage verurteilt wird. Ihre Anwälte sagten hierzu: "Shakira möchte ihr absolutes Vertrauen in die Unabhängigkeit des spanischen Justizsystems und ihre feste Überzeugung zum Ausdruck bringen, dass nach dem Prozess ihre volle Unschuld siegen wird."

Quelle: The Sun

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