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Souldiva Whitney Houston: Kino-Comeback einer Toten

Yahoo! Movies zeigt zum ersten Mal einen Clip aus dem letzten Film mit Whitney Houston. In "Sparkle" präsentiert sich die Sängerin kurz vor ihrem Tod in absoluter Bestform.

Von Frank Siering, Los Angeles

Whitney Houston auf der großen Kinoleinwand: Ein letztes Mal dürfen die Fans den Star leibhaftig und in voller Statur bewundern. Yahoo! Movies und der TV-Sender NBC zeigten am Montag erstmals Ausschnitte aus dem Film "Sparkle". Darin spielt Houston die Mutter von drei jungen Mädchen, die eine Gesangsgruppe gründen. Es ist die Geschichte vom Kampf mit zu viel Ruhm, schneller Abhängigkeit, tödlichen Drogen. Und so ein bisschen wirkt es so, als hätte die Kinorealität die Wirklichkeit überlebt.

Whitney Houston starb bekanntlich am 11. Februar in der Badewanne in ihrer Suite im Beverly Hilton Hotel. Der unlängst veröffentlichte toxikologische Bericht bestätigte, was so viele Freunde und Bekannte der Sängerin lange Zeit vermutet hatten. Houston ertrank mit Kokain im Blut. Sie starb als Drogensüchtige.

Kritiker sind begeistert

In "Sparkle", einem Remake des gleichnamigen Films aus dem Jahr 1976, darf Houston neben American Idol Gewinnerin Jordin Sparks noch ein letztes Mal als Kinostar glänzen. Und sie darf singen. An einer Stelle der Geschichte präsentiert sie ihren Gospelsong "His Eye is on the Sparrow".

Viele Kritiker sind sich schon nach dem ersten Ausschnitt einig; Houston ist großartig in diesem Werk. Zwölf Jahre hatte die Entertainerin versucht, das Projekt umzusetzen. Es war ihr erster Streifen seit ihrem letzten Kinoauftritt im Jahre 1996 ("The Preacher's Wife"). Mittlerweile 20 Jahre zurück liegt ihr Blockbuster "The Bodyguard" mit Kevin Costner.

Debra Martin Chase arbeitete als "Sparkle"-Produzentin. Sie gibt zu, dass sie mit "gemischten Gefühlen" an die Promotion für den Film herangeht. "Ich weiß, dass Whitney dieses Projekt geliebt hat, aber es ist natürlich auch unglaublich traurig zu wissen, dass sie nicht mehr unter uns ist, um das Endprodukt genießen zu können", so Chase.

Keine Hauptrolle

Der Film soll am 17. August in die US-Kinos kommen. Houston ist auch als "Executive Producer" aufgeführt. "Sparkle" wurde in Detroit abgedreht. Im Originalfilm spielen Drogen eine fundamentale Rolle. Chase wollte am Montag nicht bestätigen, dass dies auch in der Neuauflage der Fall ist.

Dafür gab sie in einem Telefoninterview zu Protokoll, dass Houstons Rolle nach ihrem Tod nicht, wie von diversen Seiten vermutet, prominent nachgebessert wurde. "Sie ist ein integraler Teil des Films. Ihre Rolle ist wichtig in diesem Streifen, aber sie spielt keine der Hauptrollen", so Chase weiter.

"Sparkle" sollte als Vehikel dienen, um Houstons ins Abseits geratene Karriere wieder auf Touren zu bringen. Chase bestätigte am Montag, was schon andere Crew-Mitglieder zuvor über die Dreharbeiten gesagt hatten. "Whitney war happy auf dem Set und wurde von allen geliebt. Sie war eine sehr positive Inspiration für uns alle."

  • Frank Siering