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Schauspieler und Filmemacher "Ich habe seine Lieder nicht gehört": Til Schweiger geht auf Distanz zu Xavier Naidoo

Til Schweiger
Til Schweiger hat Xavier Naidoo bislang gegen Kritik verteidigt
© imago images/Reiner Zensen
Bislang hat Til Schweiger den umstrittenen Sänger Xavier Naidoo gegen Kritik verteidigt. Im Interview mit der "Zeit" rückt er davon jedoch vorsichtig ab.

Schon seit Längerem fällt Xavier Naidoo mit seinen wirren Ansichten auf. Zuletzt hat sich der Sänger jedoch mit offen rassistischen Äußerungen und Liedern hervorgetan. Das blieb nicht ohne Konsequenz: RTL verbannte ihn von der Jury von "Deutschland sucht den Superstar" und ProSieben versprach auf Twitter: "Der Sänger mit dem Aluhut wird nie wieder mit seiner Musik in unseren Shows sein. Nie wieder." Dazu haben auch einige Städte und Gemeinden angekündigt, Auftritte des Musikers verhindern zu wollen.

Doch es gibt noch immer Menschen, die Naidoo verteidigen. Dazu zählte Til Schweiger. "Ich kenne ihn seit 20 Jahren und ich weiß, dass er ein zutiefst gläubiger Mensch ist, der sich nichts weiter wünscht als Liebe für alle", sagte der Schauspieler und Filmemacher der "Bild"-Zeitung und ergänzte: "Ich bin Team Naidoo!"

Til Schweiger hat blind Partei ergriffen

Im Interview mit der "Zeit" gesteht Schweiger nun, auf seine Solidarisierung mit dem umstrittenen Sänger angesprochen, er habe blind Partei ergriffen: "Ich habe seine Lieder nicht gehört. Das ist ein Vorwurf, den kann ich mir selber machen", sagte der 56-Jährige der Wochenzeitung. Sein Vater habe ihm versucht, die Augen zu öffnen, und ihm Links zu den Videos von Naidoo geschickt.

Bislang hat sich der Filmemacher ("Keinohrhasen", "Honig im Kopf") damit offenbar jedoch nicht beschäftigt: "Das klingt jetzt komisch, aber ich mag den Kerl so gern, dass ich mir diese Lieder gar nicht anhören will." Zu seiner Verteidigung sagt Til Schweiger, er habe automatisch das Gefühl, sich hinter einen stellen zu müssen, wenn alle auf den draufhauen.

Er selbst habe sich mittlerweile von seinem Wunsch verabschiedet, von allen Kritikern in Deutschland geliebt zu werden. "Wenn du das machst, musst du dich aufknüpfen, da habe ich keine Lust drauf." Aus Spaß habe er zu seinen Kollegen gesagt: "Lasst uns ein Thema nehmen, das den Kritikern gut gefällt, dann drehen wir den Film in Schwarz-Weiß mit möglichst wenig Schnitten und ganz langen Einstellungen und versuchen, jeglichen Erzählrhythmus zu vermeiden." Der Hamburger glaubt jedoch, "wenn du so einen Film machst und 'Regie: Til Schweiger' drauf schreibst, würde er trotzdem nichts gewinnen."

Verwendete Quellen: Twitter, "Bild.de", "Zeit"

che

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