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Unfall von Paul Walker: Polizei untersucht Todes-Porsche auf technischen Defekt

Schneller als erlaubt: Der Porsche, in dem Paul Walker verunglückte, war mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs. Die Polizei geht allerdings auch Hinweisen auf ausgetretenes Hydrauliköl nach.

Von Jens Maier

Er liebte schnelle Autos. Nicht nur im Film, sondern auch im wahren Leben. Auf seinem Facebook-Profil veröffentlichte Paul Walker unzählige Fotos von sich am Steuer von Rennboliden. Mit nahezu kindlicher Freude schwärmte er von Autorennen. An vielen hat er selbst teilgenommen. "Es macht Spaß", sagte er über sein riskantes Hobby. "Wir schenken uns nichts", über seine Rennfahrerkollegen. Einige der Männer hinterm Steuer, die er als "great guys" - als großartige Jungs - bezeichnete, waren seine Freunde. Unter ihnen Roger Rodas. "Ein weiterer großartiger Fahrer im Team und es macht Spaß mit ihm abzuhängen …", kommentierte er 2010 ein Facebook-Foto bei einem Autorennen auf dem Thunder Hill Raceway in Kalifornien. Doch dass er am Samstag zu Rodas ins Auto stieg, wurde Walker zum Verhängnis.

Zwei Tage nach dem tragischen Tod von "The Fast and the Furious"-Star Paul Walker und Roger Rodas versucht die Polizei, den Unfall zu rekonstruieren. Obwohl die Leichname der beiden bis zur Unkenntlichkeit verbrannt sind, ist klar: Walker war nur Beifahrer, Rodas steuerte den Porsche Carrera 911 GT. Der Wagen kam auf dem Kelly Johnson Parkway in Santa Clarita nördlich von Los Angeles von der Straße ab, prallte gegen einen Laternenmast und schleuderte über den Bordstein gegen einen Baum.

Erste Unfalluntersuchungen bestätigen, was viele bereits vermuteten: Der Porsche muss weitaus schneller als mit den auf der Strecke erlaubten 45 Meilen pro Stunde (zirka 70 Stundenkilometer) unterwegs gewesen sein. Anders ist die Wucht des Aufpralls nicht zu erklären. Das Heck des Porsches wurde völlig zertrümmert, die Motorhaube ausgehebelt und der Motorblock fast vollständig in die Fahrgastzelle gedrückt. "Bis zum Abschluss der vollständigen Untersuchung können wir die genaue Unfallursache nicht sagen, aber überhöhte Geschwindigkeit hat sicherlich dazu beigetragen", sagte ein Polizist dem US-Fernsehsender CNN.

Lenkdefekt durch auslaufendes Hydrauliköl?

Die Poizei geht aber auch Hinweisen auf ausgetretenes Hydrauliköl nach. Wie das Promiportal "TMZ.com" unter Berufung auf Mitarbeiter der Autowerkstatt "Always Evolving", wo der Porsche regelmäßig gewartet wurde, berichtet, soll vor der eigentlichen Unfallstelle eine erhebliche Menge Hydrauliköl gefunden worden sein. Das austretende Öl könnte dazu geführt haben, dass die Servounterstützung der Lenkung ausfiel und das Fahrzeug schwerer als gewöhnlich zu lenken gewesen war.

Fans trauern um Paul Walker

Die Polizei hat das Wrack des völlig ausgebrannten Porsche für weitere Untersuchungen beschlagnahmt. Ob Hydrauliköl auslief und ob dies letztlich zu einer Beeinträchtigung der Lenkung geführt hat, soll geklärt werden. Selbst falls die Servounterstützung ausgefallen sein sollte, wäre das Fahrzeug aber lenkbar geblieben. Auch die Obduktion von Walker und Rogers dauert an. Sie soll insbesondere Klarheit darüber bringen, ob der Fahrer eventuell unter Drogen- oder Alkoholeinfluss stand. Hinweise darauf gibt es bislang nicht.

Unterdessen trauern Fans um den mit 40 Jahren verstorbenen Walker. Mehr als 795.000 User haben auf Facebook ein Foto von ihm, auf dem er an einen Sportwagen lehnt, geliked. "Für immer in unseren Herzen", ist darauf zu lesen. Hunderte haben am Unfallort in Santa Clarita Blumen abgelegt. Einige brachten Modellfahrzeuge von Rennwagen mit und bringen ihre Trauer mit Schildern zum Ausdruck. Auf einem ist zu lesen: "Ruhe in Frieden, Paul Walker. Dein Rennen geht im Himmel weiter."