Was macht eigentlich... Shirley MacLaine


In den 60er Jahren begann die US-Schauspielerin sich politisch zu engagieren; später dann galt sie als Wortführerin der damals neuen Emanzipationsbewegung der Frauen.

Zur Person:

Shirley MacLaine, 70, mit Hund Terry auf ihrer Ranch Casa Blanca nahe Santa Fe. Nach einer erfolgreichen Karriere als Theaterdarstellerin etablierte sie sich ab Mitte der 50er Jahre als Schauspielerin in Hollywood. 1959 erntete sie für ihre Rolle in dem Film "Verdammt sind sie alle" die erste von sechs Oscar-Nominierungen, den ersten Oscar bekam sie 1984 für "Zeit der Zärtlichkeit". Ihr wohl bekanntester Film war 1963 "Irma La Douce". In den vergangenen Jahren hat sich Shirley MacLaine auch als Schriftstellerin einen Namen gemacht, ihre bislang veröffentlichten zehn Bücher haben sich mehr als 20 Millionen Mal verkauft. "Eine unsterbliche Liebe" ist gerade in Deutschland erschienen.

Das Interview mit Shirley MacLaine führte Andreas Renner

Wir erreichen Sie auf Ihrer Ranch in New Mexico. Warum leben Sie so abgeschieden?

Ich habe lang in Malibu gewohnt, nahe L. A., dem Epizentrum der Filmindustrie. Diesen Jahrmarkt der Eitelkeiten muss ich mir nicht mehr antun. Auf meiner Ranch lebe ich glücklich in meiner eigenen kleinen spirituellen Welt. Ich schlafe im Freien in einem Schlafsack und genieße die Natur. Mit meinem Hund Terry habe ich sogar einen eigenen Gott an der Seite - sie ist nämlich eine Reinkarnation des ägyptischen Gottes Anubis, der die Gestalt eines Hundes hat.

Wie bitte?

Das mag sich seltsam anhören, aber Terry und ich haben schon mindestens ein gemeinsames Leben im alten Ägypten zusammen verbracht. Sie ein Tiergott und ich eine Prinzessin. Jetzt hat uns das Leben erneut zueinander gebracht.

Meinen Sie das wirklich ernst?

Natürlich. Wo immer ich hingehe, begleitet sie mich. Wenn mir eine Fluggesellschaft nicht gestattet, den Hund mit an Bord zu nehmen, dann reise ich nicht. Ich habe sogar mal auf eine Filmrolle in England verzichtet, weil die Terry wochenlang in Quarantäne stecken wollten.

Sie sind also untrennbar?

Ja. Terry hat mich dazu bewogen, meinen Lebensstil simpler zu gestalten. Ich esse weniger, besitze keine Juwelen mehr und habe nur ein Auto in der Garage. Einer meiner neuen Leitsätze lautet: Je mehr ich über Männer in Erfahrung bringe, desto mehr liebe ich meinen Hund.

Also Schluss mit den Männern?

Nein, ganz so extrem sehe ich das nicht. Ich habe viele männliche Bekannte, manche Beziehungen basieren auf rein sexueller Basis, andere hingegen sind gute Freunde. Ich bin schließlich eine Frau mit Bedürfnissen, die kann mir ein Hund nicht alle erfüllen.

Und wie sehen Ihre Freunde diese spirituellen Erkenntnisse?

Manche halten mich schon für verrückt, andere verstehen mich. Ich habe mir während meiner Karriere immer wieder mehrjährige Auszeiten genommen, in denen ich um die Welt reiste. In China, Russland oder Ägypten hatte ich paranormale Erlebnisse und sogar Kontakte mit anderen Lebensformen. In Peru etwa habe ich gleich mehrmals Ufos gesichtet. Es gibt sicher Leute, die denken: Die Alte hat doch einen Dachschaden. Aber ich habe auch Gespräche mit Stephen Hawkins über dieses Thema geführt. Er hat mir bestätigt, dass wir in spätestens 20 Jahren einen wissenschaftlichen Beweis für außerirdische Lebensformen haben werden.

Drehen Sie überhaupt noch Filme?

Ich arbeite an mehreren Projekten gleichzeitig. In "Otherwise Engaged" spiele ich die Mutter von Jennifer Aniston, in "Bewitched" drehe ich an der Seite von Nicole Kidman. Die waren doch tatsächlich erstaunt, dass ich in meinem Alter noch hart körperlich arbeiten kann. Diese Fitness kommt von meiner Ausbildung als Tänzerin.

Was halten Sie von der neuen Generation der Schauspielerinnen in Hollywood?

Kidman und Aniston sind wirklich reizende Wesen. Aber es ist amüsant für mich zu sehen, was diesen jungen Schauspielerinnen heute wichtig ist - Make-up, Frisur, der Stress mit Diäten. Schade, dass kaum noch welche gegen politische Missstände das Wort erheben. Dabei wäre das gerade in Zeiten wie diesen sehr wichtig, denn Amerika hat sich unter George W. Bush in eine gespaltene Nation verwandelt. In seinem Fall würden sich wohl selbst Gegner spiritueller Ansichten wünschen, dass Bush von einem Ufo ins All verschleppt wird.

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