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Oben-ohne-Bilder Prozess um die halbnackte Kate

Kate und William
William und Kate bei einem Besuch in Frankreich im vergangenen Juli.
© Andrew Matthews/Getty Images
Kate oben ohne: Die Urlaubs-Nacktbilder von Herzogin Catherine sorgten 2012 für einen Skandal. Jetzt kommt es in Frankreich zum Prozess. Für Prinz William ist ein Vergleich undenkbar.

Kate nackt in der Zeitung: Gerade mal ein Jahr verheiratet, erfuhr die junge Herzogin von Cambridge im Herbst 2012 am eigenen Leibe, wie sich ihre verstorbene Schwiegermutter Diana, Prinzessin von Wales, die letzten Jahre ihres Lebens gefühlt haben muss: ständig verfolgt und immer wieder in ihrer Privatsphäre verletzt durch skrupellose Paparazzi.

Am 7. September veröffentlichte die französische Regionalzeitung "La Provence" Oben-ohne-Bilder von Herzogin Kate. Ein besonders dreister Fotograf hatte das königliche Paar während seines Sommerurlaubs in Südfrankreich mit Hilfe eines Teleobjektivs abgeschossen. Kate ohne Bikinioberteil beim Sonnenbad - eine Sensation und ein Skandal zugleich!

Die Cambridges waren empört und erstatteten Strafanzeige. Doch die einstweilige Verfügung, die einen Nachdruck verhindern sollte, erging nicht schnell genug: Auch in bunten Blättern wie dem französischen Magazin "Closer" oder der dänischen Ausgaben von “Chi“ erschienen die Fotos. In Großbritannien und Deutschland wurden sie zwar nicht gedruckt, berichtet wurde über den Vorfall trotzdem.

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Oben-ohne-Fotos von Herzogin Kate: Fotografen auf der Anklagebank

Vier Jahre und ein langwieriges Ermittlungsverfahren später wird es nächstes Jahr in Frankreich zum Prozess kommen. Auf der Anklagebank: zwei Verlagsmanager aus der Mondadori-Verlagsgruppe, zu der "Closer" und "Chi" gehören, ein Redakteur bei "La Provence", sowie drei Fotografen, deren Namen die französische Justiz bislang unter Verschluss hält. Die Anklage lautet auf Verletzung der Privatsphäre, die Höchststrafe dafür liegt in Frankreich bei einem Jahr Gefängnis und 45.000 Euro Geldbuße.

Das Verfahren dürfte für große Aufmerksamkeit sorgen. Es ist das erste Mal, dass die britische Royal Family im Ausland einen Prozess gegen Medienvertreter führt. Dabei geht es William und Kate nicht um Schmerzensgeld - sollte es zu einer Zahlung kommen, würde das Paar diese Summe vermutlich spenden. Es geht um viel mehr: das Recht am eigenen Foto und den Schutz der Familie.

Prinz William hasst Pressefotografen seit seiner Kindheit. Spätestens seit dem Tod seiner Mutter 1997 tut er alles, um sich selbst und seine kleine Familie vor aufdringlichen Fotografen abzuschirmen. Das gelingt ihm in Großbritannien ganz gut. Zum Ärger vieler Fotografen veröffentlichen die Cambridges immer wieder private Familienschnappschüsse auf ihrem Instagram-Account, In Großbritannien gilt es als tabu, Fotoabschüsse seiner Kinder zu zeigen.

Prinz William wird keinen Vergleich eingehen

Getreu dem Motto der Queen "Never complain, never explain“ (Beschwere dich nie, gib aber auch keine Erklärungen ab) gab es in den vergangenen 30 Jahren in Großbritannien nur sehr selten Klagen der königlichen Familie gegen die Veröffentlichung von Fotos oder Informationen. Es kam stets zu außergerichtliche Einigungen unter Zahlung einer Geldbuße.

Das könnte nun anders werden: William will keinen Vergleich, er will eine Verurteilung der Schuldigen, um ein für alle mal klar zu stellen, dass der Abschuss von Mitgliedern der königlichen Familie in privaten Situationen kein Kavaliersdelikt ist. Sollte tatsächlich einer der Fotografen oder Verlagsmanager hinter Gittern landen, dürften William und Kate entspannte Urlaube bevorstehen.


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