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Nach "Männerwelten": Oliver Pocher knöpft sich ProSieben vor – so spöttisch reagiert der Sender

In seinem Instagram-TV-Format "Pochers Bildschirmkontrolle" hat Comedian Oliver Pocher ProSieben scharf kritisiert. Er wirft dem Sender unter anderem Scheinheiligkeit vor. Jetzt schießt ProSieben zurück.

Die neue Folge seines Instagram-TV-Formats "Bildschirmkontrolle" widmet Oliver Pocher ProSieben. Der Comedian, der bei der Konkurrenz RTL angestellt ist, wirft ProSieben Scheinheiligkeit und veraltete Gender-Klischees vor. Erst vor drei Wochen hatten die Comedians Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf mit ihrer Sendung "Männerwelten" auf dem Sender viel Lob eingeheimst. Sie thematisierten darin die sexuelle Belästigung von Frauen. 

"Gerade nach dieser Kampagne gab es so ein Umdenken bei ProSieben", spottet Pocher jetzt. Der Sender habe gemerkt, dass man Männer nicht immer nur als "Sexmonster" darstellen sollte und zeige sie deshalb in der Produktion "Balls – für Geld mach ich alles" ganz anders.

In der Show stellen sich 50 Kandidaten und Kandidatinnen peinlichen Aufgaben. So hüpft etwa ein Mann für ein Preisgeld mit einem riesigen Dildo bekleidet und dem Schild "Mama, ich bin im Fernsehen" auf einem Trampolin herum. Als ein Mann sich nackt zu einer Frau in die Sauna drängt, die ganz offensichtlich Teil des Schauspiels ist, sie küsst und ihr dabei mit den Zähnen ein Gebiss aus dem Mund zieht, kommentiert Pocher das gewonnene Preisgeld von 1800 Euro mit dem Satz: "1800 Euro kriegt normalerweise die Frau nach einem gewonnenen Prozess wegen sexueller Belästigung!" Und er legt noch einen drauf: "Das ist schon nicht mehr #MeToo, sondern schon #MeThree." 

So reagiert ProSieben auf die Vorwürfe

Als nächstes nimmt der Comedian die bereits viel kritisierte Kampagne des Designers Philipp Plein mit der "Germany's Next Topmodel"-Gewinnerin Jacky auseinander. "Das ist doch das Frauenbild, das wir sehen wollen, heutzutage", spottet er über die Aufnahmen, auf denen sich das Model leicht bekleidet auf einem Auto rekelt. 

Auf Anfrage des stern findet ein ProSieben-Sprecher deutliche Worte. "Meinen Sie den Oliver Pocher, der erst gerade eine ehemalige Sexarbeiterin gegen ihren Willen öffentlich geoutet hat? Oder meinen Sie den Oliver Pocher, der Menschen im TV vor einem Millionen-Publikum so beleidigt hat, dass er Schmerzensgeld zahlen musste? Angemerkt: In der Show #Balls, die im Nachtprogramm läuft, unterbreiten wir den sehr erwachsenen Kandidaten unmoralische Angebote: Dazu können die Kandidaten 'ja' oder 'nein' sagen."

Tatsächlich hatte Pocher erst kürzlich die Pornovergangenheit einer Influencerin und deren Freundin öffentlich gemacht. Diese mussten deshalb viel Hass über sich ergehen lassen. Die ehemalige Prostituierte und Frauenrechtlerin Huschke Mau schrieb dazu an Pocher gewandt auf Facebook: "Du zerrst an die Öffentlichkeit, was diese Frauen für Geld mit sich machen lassen – und setzt sie damit ordentlich herab. Du willst, dass die beiden von Dir geouteten Frauen sich schämen. Aber weißt Du was? Ich will, dass DU Dich schämst. Das, was Du tust, ist bodenlos. Deine Doppelmoral ist unglaublich."

Quelle: Instagram/Oliver Pocher, Facebook/Huschke Mau 

ame