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Royale Hochzeit in Schweden: Prinzessin Madeleine will weiter in New York leben

Prinzessin Madeleine heiratet. Im Vergleich zu anderen Festlichkeiten wird die Hochzeit eher schlicht - ohne gekrönte Gäste aus anderen Ländern. Nach den Flitterwochen geht's zurück nach New York.

Zur Hochzeit von Prinzessin Madeleine, 30, mit dem US-Geschäftsmann Chris O'Neill, 38, erwartet der schwedische Hof 400 hochkarätige Gäste, aber keine gekrönten Häupter aus anderen Ländern. Nach einer am Freitag in Stockholm von Medien verbreiteten und offiziell unbestätigten Liste kommen als ranghöchste Gäste Kronprinz Frederik aus Dänemark und der norwegische Thronfolger Haakon zur Trauung am Samstag in der Schlosskirche.

Ohne ihren Ehemann Fürst Albert hat sich aus Monaco Prinzessin Charlène angekündigt. Umgekehrt war Albert ohne Charlène zum Thronwechsel in die Niederlande gereist. Als prominenteste Besucherin ohne royalen Titel steht in Stockholm die schwedische Sängerin Marie Fredriksson vom Pop-Duo Roxette auf der Gästeliste.

Die Hochzeit gilt protokollarisch als Privatangelegenheit der Königsfamilie, die auch die Kosten vollständig trägt. Der britisch-amerikanische Investmentbanker O'Neill behält seinen bürgerlichen Namen und bleibt mit Madeleine, dem jüngsten der drei schwedischen Königskinder, in New York. Die Hochzeitsfeiern beginnen am Abend mit einem Galadiner im Stockholmer Gran Hotel.

Vierte in der Thronfolge

Prinzessin Madeleine und ihr zukünftiger Gatte haben sich in einem Leben weit weg vom Thron in Manhattan eingerichtet. Das jüngste Kind von König Carl Gustaf XVI., Ihre Königliche Hoheit Madeleine, Herzogin von Hälsingland und Gästrikland, ist vierte in der Thronfolge hinter ihrer Schwester Victoria, ihrer Nichte Estelle und ihrem Bruder Carl Philip und wird daher vermutlich nie den schwedischen Thron besteigen.

Ein Leben am Hofe rückte in noch weitere Ferne, als sie 2010 mit gebrochenem Herzen nach New York zog, nachdem ihre Beziehung zu dem Anwalt Jonas Bergstroem in die Brüche gegangen war. Dort traf Madeleine O'Neill, einen acht Jahre älteren Investmentbanker bei einem Hedgefonds.

Madeleine belegte an der Universität Kurse in Kunstgeschichte, Ethnologie, Geschichte und Jura. Seit ihrem ersten Einsatz beim UN-Kinderhilfswerk UNICEF 2006 konzentrierte sich ihre Arbeit auf die Rechte und Unterstützung von Kindern. In New York arbeitet sie ehrenamtlich in Vollzeit bei der World Childhood Foundation, einer von ihrer Mutter 1999 gegründeten Hilfsorganisation für gefährdete und ausgebeutete Kinder.

Unten auf der Beliebtheitsskala

Negativ wirkte sich ihre Vorliebe für glamouröse Mode und schillernde Parties auf ihr Image aus. Schließlich ist die schwedische Monarchie im egalitären Skandinavien vor allem wegen ihres modernen, unprätentiösen Stils populär. In einer Umfrage des Instituts TNS-Sifo im Dezember erreichte Madeleine, die Reiten, Kunst, Theater und Skifahren zu ihren Hobbys zählt, auf einer Skala von 1 bis 5 nur 2,8 Punkte - hinter ihrem Bruder, ihrem Vater und ihrer Schwester. Der Meinungsforscher Jon Andersson schrieb das Ergebnis der Tatsache zu, "dass die Prinzessin keine besonders starke Präsenz in Schweden hatte und nicht in den Medien erschien". Im Gegensatz dazu weichen Journalisten in Stockholm Victoria kaum von der Seite.

Erst die Nachricht von der Verlobung mit O'Neill im Oktober rückte das Nesthäkchen der schwedischen Königsfamilie wieder ins Rampenlicht, zumal über ihren Bräutigam wenig bekannt war. Die Tageszeitung "Svenska Dagbladet" zitierte die ehemalige Vorsitzende der Presseabteilung des Hofes, Elisabeth Tarras-Wahlberg, mit den Worten, der New Yorker Banker sei "eine stabile, reife Person". Madeleine, die die Regenbogenpresse als eine der schönsten Prinzessinnen Europas verehrt, ist für ihn eine exzellente Partie.

Doch im November sorgte O'Neill für Negativschlagzeilen, als er einen Paparazzo mit einer obszönen Geste bedachte. "Chris scheint seine Rolle nicht zu verstehen ", sagte daraufhin der Historiker und Freund der Familie, Herman Lindqvist, der Boulevardzeitung "Aftonbladet".

Seither wird der in London und der Schweiz aufgewachsene Wertpapieranalyst von vielen Schweden argwöhnisch beobachtet. Einen königlichen Titel, für den er die schwedische Staatsbürgerschaft annehmen und seinen Job aufgeben müsste, lehnte er ab. Nach den Flitterwochen will das Paar schnell wieder nach New York. Ein Umzug nach Stockholm scheint derzeit nicht auf dem Programm zu stehen.

kave/DPA/AFP / DPA