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Shia LaBeouf: Das stille Comeback eines Geläuterten

Shia LaBeouf entschuldigt sich für sein bizarres Verhalten in der Vergangenheit. Ein Aufenthalt im Gefängnis soll den "Transformers"-Star jetzt zur Reue getrieben haben.

Von Frank Siering, Los Angeles

Schauspieler Shia LeBeouf musste sich vor Gericht für seine Spuckattacke auf einen Polizisten verantworten

Schauspieler Shia LeBeouf musste sich vor Gericht für seine Spuckattacke auf einen Polizisten verantworten

Hollywoods junge Elite scheint ständig am Rand eines Nervenzusammenbruchs zu stehen. Der Druck von außen scheint manchmal einfach zu groß.

Ob es nun der ehemalige Kinderstar Amanda Bynes ist, die dieser Tage erneut durch bizarres Verhalten die Aufmerksamkeit auf sich zieht, eine einst kahlgeschorene und mit einem Regenschirm bewaffnete Britney Spears oder ein völlig entrückter Joaquin Phoenix.

Die öffentlichen Auftritte von jungen Prominenten im Showgeschäft scheinen manchmal so verloren und kurios zu sein wie einige ihrer Filmrollen.

Nun hat sich einer dieser scheinbar verloren geglaubten Superstars erneut in die Realität zurückgeboxt. Shia LaBeouf hat im US-Fernsehen in der Ellen DeGeneres Show erstmals über seinen mehr als fragwürdigen Auftritt in der jüngsten Vergangenheit Stellung genommen.

Existenzielle Krise

"Ich habe eine existentielle Krise durchgemacht", so der bärtige LaBeouf auf der Couch der Talkmasterin. Und es sei eben diese Krise gewesen, die ihn zu den bizarren Dingen getrieben hätte. Und von kuriosen Auftritten des einstigen "Transformers"-Stars gab es wahrlich genug. Bei der Premiere seines Films "Nymphomaniac" hatte sich LaBeouf auf dem Roten Teppich eine braune Papiertüte über den Kopf gestülpt, auf der geschrieben stand: "I am not famous anymore" (Ich bin nicht mehr berühmt).

In New York hatte er einen Fotografen mit heißer Suppe attackiert und als Gast in einem Broadway-Theaterstück die Show solange gestört, bis er von Sicherheitskräften aus dem Theater geführt werden musste. Freunde und Familieangehörige machten sich lange Zeit ernsthaft Sorgen um die mentale Stabilität des Superstars.

Das Fass zum Überlaufen gebracht hatte eine Spuckattacke LaBeoufs auf einen Polizisten. Der Angriff brachte ihm eine 24-stündige Untersuchungshaft ein. "Ein Gefängnisaufenthalt kann echt Angst machen", so LaBeouf gegenüber DeGeneres.

Kurz danach entschloss sich der 28-Jährige, der demnächst neben Brad Pitt in dem Kriegsfilm "Fury" zu sehen ist, seinem Leben "eine neue Richtung zu geben", wie er selbst sagt.

Hollywood löst keine Probleme

In diversen Therapiesitzungen habe er analysiert, warum er in den letzten Jahren immer aggressiver geworden sei. Und LaBeaouf kam zu der Erkenntnis, dass er als "alleingelassenes Kind immer den Drang hatte, endlich Anerkennung und Liebe finden zu wollen". Und er glaubte, dass das Showgeschäft die Antwort darauf war. "Doch Hollywood kann deine ganz persönlichen Probleme nicht lösen, die Antworten musst du bei dir selbst finden", so LaBeouf heute. Aktuell gehe es ihm nach eigener Aussage viel besser. Und er hofft, dass die dunklen Tage endlich hinter ihm liegen. Als nächstes möchte sich der Schauspieler jetzt auf einen Marathon vorbereiten. Denn das Laufen sei für ihn ein Teil der täglichen Meditation, ein Teil der notwendigen Balance im Leben, geworden.