Shitstorm in den USA
Youtuber-Paar treibt Baby mit Downsyndrom ab

Youtuber Jesse Ridgway im Jahr 2018 bei der Preisverleihung Streamys Premiere Awards (Archivbild)
Youtuber Jesse Ridgway im Jahr 2018 bei der Preisverleihung Streamys Premiere Awards (Archivbild)
© Randy Shropshire / Getty Images

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Der Youtuber Jesse Ridgway und seine Frau Ashley haben sich entschieden, ihr ungeborenes Kind mit Downsyndrom abzutreiben. Es gibt Kritik – und Morddrohungen.

Dieser Artikel erschien zuerst bei RTL.de

Ob Bilder mit ihrem Hund unter dem Weihnachtsbaum oder von ihrer Hochzeit am Strand – seit Jahren teilen Jesse Ridgway und seine Frau ihr Leben mit ihren Followern. Erst im April zeigte sich das Paar freudig strahlend auf einem gemeinsamen Bild und zeigte eine Reihe Ultraschallbilder.

Umso größer scheint jetzt der Schock unter den Fans, dass sich das Paar dazu entschieden hat, die Schwangerschaft zu beenden. Durch eine Fruchtwasseruntersuchung hatten die Ridgways wenige Wochen zuvor erfahren, dass ihr Kind Trisomie 21 haben soll. „Wir haben eine schwierige Entscheidung getroffen, von der wir glauben, dass sie für unsere Familie auf lange Sicht von Vorteil sein wird”, erklärt Jesse Ridgway in einem Beitrag auf der Plattform X.

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Jesse Ridgway wollte Vater werden, „komme, was wolle“

Die Entscheidung sei ihnen nicht leicht gefallen, erklärt Jesse Ridgway weiter. Er habe Vater werden wollen, „komme, was wolle”: „Als ich zum ersten Mal mit dieser Nachricht konfrontiert wurde, war ich schockiert, aber optimistisch.“ Erst nach und nach habe er verstanden, welche gesundheitlichen Probleme mit dem Downsyndrom einhergehen können: Herzfehler, Gehörprobleme oder eine Lernschwäche.

Der Youtuber bedankt sich bei seinen Fans für die Unterstützung. Doch über die Entscheidung ist unter seinem Youtube-Video zu der Thematik inzwischen eine hitzige Debatte entstanden. 22 Millionen Mal wurde der Clip bereits aufgerufen und die Diskussion in den Kommentaren ist nicht nur konstruktiv. Wie der „Spiegel“ berichtet, hagelt es Hasskommentare gegen das Paar.

Kritiker und Hater spekulieren über Zeitpunkt des Abbruchs

Die Frage, ob es okay ist, eine Schwangerschaft zu beenden, wenn bei dem Baby eine Behinderung festgestellt wird, spaltet Fans und Kommentarschreiber. Doch dabei bleibt es nicht. In der Kritik stehe laut „Spiegel“ außerdem, dass die Ridgways an der Werbung auf ihrem Ankündigungsvideo Geld verdient hätten.

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Auch das Stadium, in dem die Schwangerschaft beendet wurde, ist Teil der Debatte. In welcher Schwangerschaftswoche der Abbruch durchgeführt wurde, ist nicht bekannt. Angekündigt hatte das Paar die Geburt allerdings für den Herbst. Anders als in Deutschland, ist ein Abbruch in den USA in einigen Staaten bis zur 24. Woche möglich. In anderen unter bestimmten Bedingungen sogar bis kurz vor der Geburt.

Youtuber bekommen Morddrohungen

Ridgway sagte gegenüber der „New York Times“, er und seine Frau hätten Morddrohungen erhalten und seien mit Adolf Hitler verglichen worden.

In den USA werden laut „Spiegel“ jedes Jahr bis zu 90 Prozent der mit Downsyndrom diagnostizierten Schwangerschaften abgetrieben, in Deutschland sind die Zahlen ähnlich: Neun von zehn Schwangeren lassen nach Expertenschätzungen bei einer Trisomie 21 einen Abbruch durchführen.

Transparenzhinweis: Der stern ist wie ntv ein Teil von RTL Deutschland. 

okr

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