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Rennspiel für iOS und Android "Mario Kart Tour" für Smartphones: So spielt sich das Kultgame auf dem Handy

Artwork von "Mario Kart Tour"
"Mario Kart Tour" ist ab heute für iOS und Android erhältlich
© Nintendo
Wer unterwegs ein aktuelles "Mario Kart" spielen möchte, musste bisher in eine Nintendo Switch investieren - ab heute gibt's das Kultspiel endlich für iOS und Android. NEON hat den Klassiker angespielt.

"Mario Kart" kennt jeder - von Kindestagen an düsen wir mit Klempner Mario und Co. durch die Gegend, schicken schadenfroh bunte Panzer auf unsere Freunde los und kriegen Wutanfälle, wenn wir einmal mehr vom Regenbogen-Boulevard fliegen. Viel zu spät eigentlich bringt Nintendo das Kultspiel nun auf alle gängigen Smartphones, nachdem sie sich bereits mit beliebten Serien wie "Animal Crossing" oder "Super Mario" in die Sparte der Handygames vortasteten. Seit heute Morgen steht "Mario Kart Tour" im Google Play Store und dem iOS App Store zum Download bereit.

Zunächst Mal bleibt der Spaß kostenlos - aber im Spiel selbst dürfen geneigte Spieler, wenn sie denn möchten, saftig Geld ausgeben. Wir haben uns angeschaut, ob der Fun-Racer für unterwegs auch Laune macht, wenn ihr keine Patte investieren möchtet.

Mario Kart Tour Screenshot
Um die Kurven in "Mario Kart Tour" gut zu kriegen, braucht es ein wenig Übung
© Nintendo

"Mario Kart Tour": Spielen nur mit Internetverbindung

In "Mario Kart Tour" geht es zunächst wie gewohnt darum, ein Rennen gegen andere Spieler zu gewinnen. Ähnlich wie in "Mario Kart 8 Deluxe" für Nintendo Switch suchen sich Zocker dazu eine Figur, ein Kart und einen Gleiter aus. Die verschaffen dem Fahrer je nach Strecke einen Vorteil.

Um überhaupt loslegen zu können, braucht ihr einen Nintendo-Account - dazu registriert ihr euch auf der Website des Spieleentwicklers, falls ihr das nicht schon getan habt. Nach einem kleinen Tutorial müssen nochmals 250 Megabyte zusätzlich runtergeladen werden. Dann darf es aber wirklich losgehen - allerdings nur mit aktiver Internetverbindung, um andere Spieler zu finden. Computergegner gibt es offenbar nicht.

Gewöhnungsbedürftige Steuerung

Der große Unterschied zu den Konsolen-Titeln ist wie zu erwarten die Steuerung: Gespielt wird ausschließlich im Hochkant-Format, das Kart beschleunigt automatisch - alles, was noch zu tun bleibt, ist das Lenken und Einsetzen von Items. Gesteuert wird per Wisch auf dem Display, wahlweise könnt ihr den Bewegungssensor des Smartphones nutzen.

Das ist recht gewöhnungsbedürftig - und zwar so sehr, dass Nintendo vorsorglich einprogrammiert hat, dass ihr nicht von der Strecke runterfallen oder -fahren könnt. Damit sind emotionale Achterbahnfahrten wie auf dem Regenbogen-Boulevard schon einmal augeschlossen. Ohne Controller ist es wahrscheinlich nicht möglich, die Steuerungsproblematik auf Smartphones eleganter zu lösen.

Mario Kart Tour - Screenshot
Acht Spieler kämpfen bei einer Partie "Mario Kart Tour" um den ersten Platz auf dem Siegertreppchen
© Nintendo

Gewinne, Gewinne, Gewinne

Ziemlich überfordernd sind dann die drölf Ingame-Währungen und Fortschritt-Systeme, die Nintendo scheinbar wahllos ins Spiel geklatscht hat. Neben den immerhin bekannten Münzen gibt es Rubine, Sterne und Punkte - wenn es an etwas mangelt, können Spieler Echtgeld investieren. Das alles braucht es, um neue Charaktere und Karts freizuschalten - zu Anfang habt ihr nämlich lediglich von allem nur eines zur "Auswahl". Das dürfte wenigstens ein guter Anreiz zum Weiterspielen sein und langfristig motivieren, so wie die Punkte: Die sammeln Spieler wie von alleine beim Fahren von Parcours und anderen Aktionen im Rennen ein, wodurch ihr weitere Strecken freischaltet.

So groß ist der Spaßfaktor

Besonders gut wird "Mario Kart Tour" durch die vielen Cups und Strecken, die teils aus bekannten Ablegern der "Kart"-Reihe stammen oder echten Städten nachempfunden sind. Davon gibt es reichlich, und von Nintendo wird es im Laufe der Zeit mehr Strecken-Nachschub geben. Das Ganze verpacken die Entwickler in ansehnlicher Grafik, zumindest soweit es ein Smartphone ermöglicht.

Das Rennfieber wird allerdings durch so manches gesenkt: Noch kann man keine Freunde hinzufügen, zunächst muss es euch also genügen, fremde Leute in Grund und Boden zu fahren. Dass vieles automatisch abläuft, ist zwar eine verständliche Entscheidung seitens des Entwicklers, nimmt aber leider einiges an Finesse und Möglichkeiten raus, die eigenen Skills vorzuführen. Ganz besonders schade: Wo sind bitte die Motorräder hin, liebes Nintendo-Team?!

"Mario Kart Tour": Fazit

Ja, perfekt ist "Mario Kart Tour" nicht - vermutlich haben viele Spieler am Anfang Schwierigkeiten mit der Drift-Steuerung und ein echtes Kart-Feeling mag auch nicht recht aufkommen. Trotzdem ist die Rennspiel-Serie einfach unschlagbar - die Items, die kultigen Strecken und vor allem der Wettbewerb unter den Spielern sind nach wie vor einzigartig. Durch das stark heruntergebrochene Gameplay wird  "Mario Kart Tour" in der Spielerschaft garantiert polarisieren - wem die mobile Umsetzung aber grundsätzlich gefällt, wird sicher ohne Einsatz des Portemonnaies Freude daran haben.


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