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"Es ist niemals zu spät – nur nicht an der Zeit": Mit 18 allein um die Welt: Wie durch meine Reise Angst zu Mut wurde

Auf die Frage, wie es weitergeht, hat unsere Autorin zwei Antworten: Entweder wir geben uns der Unsicherheit unser Generation hin, oder wir begrüßen die Zukunft mit offenen Armen. Denn eines hat das Reisen sie gelehrt: Wir haben nur ein Leben – wir sollten das Drehbuch schleunigst selbst in die Hand nehmen.

Von NEON-Community-Mitglied Tamina-Laetitia Vielgrader

Eine Frau steht an einem Geländer und blickt auf das Meer

Die heutige Generation ist von Angst und Ungewissheit geprägt – dabei wäre es fatal, wenn wir uns in eine Position zwängen lassen, die uns unglücklich macht

Ich bin ein 2000er Kind, oder wie man so schön sagt: ein Millennium-Kind. 2018 war für mich mehr als nur ein Kalenderjahr und wenn ich könnte, würde ich die Zeit anhalten und einfach nur für ein paar Minuten in diesem Jahr verweilen, um über all die schönen Momente nachzudenken. Momente, die mich zu dem Menschen gemacht haben, der ich jetzt bin.

"Wenn das Flugzeug abhebt, bleiben die Sorgen am Boden zurück"

Schon als kleines Kind bin ich mit meinen Eltern und meiner großen Schwester viel gereist: Mexiko, Ägypten, USA, Hongkong, Palau, Tansania. Jedes Mal, wenn das Flugzeug von zu Hause abhebt, fallen plötzlich tausend Steine von meinem Herzen.

Es ist, als würden alle meine Sorgen aufgrund der Gravitation am Boden bleiben, während ich in die Wolken abhebe und das Weite in einer Welt suche, die nicht die meine ist.

Es war also kein Wunder, dass ich eines Tages aufwachte und beschloss, mehr von Mutter Erde zu sehen. Ich war es leid, Tag für Tag die gleichen Wände und die gleichen Straßen anzuschauen. Ich wollte raus und atmen. Ich wollte mehr als nur Schwarz und Weiß sehen: Ich wollte die Pracht aller Farben aufsaugen. Ich wollte mehr als nur vier Jahreszeiten: Regen, Sonne, Wind und Kälte – ohne regelmäßige Zeiten, ohne es zu erwarten. Und wenn ich ganz ehrlich bin, vielleicht wollte ich einfach nur einer angsteinflößenden Realität für ein paar Momente entfliehen.

Ende und Anfang zugleich

Wenn ich das Lernen für meinen Abschluss leid war, flüchtete ich mich in Reisevorbereitungen, in eine Welt, die keine Grenzen kennt. Beim Abschlussball, nach dem letzen Schultag und sämtlichen mündlichen und schriftlichen Prüfungen, stand ich also auf der Bühne im Festsaal meiner Schule und hielt die Rede der Abschluss-Klasse des Jahres 2018. In diesen flüchtigen Minuten schien die Zeit stehen zu bleiben und mir wurde bewusst, dass dies Ende und Anfang zugleich war.

Ich hatte nun zwei Möglichkeiten: Ich könnte mich von all meinen Freunden verabschieden, weinend nach Hause gehen und versuchen, nicht in ein tiefes Loch der Unsicherheit zu fallen. Oder aber ich könnte mich von all meinen Freunden verabschieden, indem ich mit ihnen feiern gehen und anschließend das tiefe Loch der Unsicherheit mit offenen Armen begrüßen würde. Denn alles, was unser Leben ist, ist genau diese Untiefe aus Angst und Ungewissheit.

18 Jahre alt und zehn Monate allein um die Welt

Ich entschied mich also für Nummer zwei und hab die Nacht durchgefeiert, tanzte so viel, dass ich im Krankenhaus endete, genäht werden musste und um fünf Uhr morgens mit meiner Schwester in ein Flugzeug nach Kopenhagen stieg.

Das Wochenende in Kopenhagen war ein Wirrwarr aus Müdigkeit und Hangover, aber ich bereue keine Sekunde. Nach Kopenhagen ging es auch schon weiter nach Italien.

Zwei Wochen Interrail: Pizza, Pesto, Strand und so viel Gelächter, dass meine Gesichtsmuskeln schmerzten. Die Wochen vergingen viel zu schnell: mein 18. Geburtstag, Abschlussreise mit der Schule und dann kam auch schon meine Abschiedsfeier: 18 Jahre alt und 10 Monate alleine um die Welt. Portugal. Thailand. Australien. Neuseeland. Fiji. Kanada. USA.

Niemand ist der Mensch, der er gestern noch war

Nun sind es vier Monate, die ich von zu Hause weg bin und es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass ich noch immer der gleiche Mensch bin. Jeder Tag bringt Erfahrungen mit sich und alles Erlebte verändert einen – niemand von uns ist der Mensch, der er gestern noch war. In dieser Minute sitze ich in einer Holzhütte in Mae Rim, Chiang Mai, Thailand und genieße die Sonne, die nur meine Hände berührt, während der Rest meines Körpers durch die tiefen Temperaturen der Bergluft friert.

Meine größte Angst, die mich bis vor kurzem noch Tag für Tag verfolgte, war die Frage, ob ich diesen Schritt jemals bereuen würde. Ein Jahr Freizeit macht sich vielleicht nicht optimal im Lebenslauf. Aber in Portugal arbeitete ich als Kellnerin und Lifeguard, in Thailand bin ich Volksschullehrerin für Englisch. Es vergeht kein Tag, an dem ich gelangweilt wäre. Jeder Tag ist neu und ja, es gab wenige lustige Momente, aber die guten Sekunden, Minuten und Stunden überwiegen. Hundertprozentig.

Herzschmerz, Heimweh, Einsamkeit

Dieses Jahr war voller Ereignisse, die mein Leben zu dem machen, was es im Moment ist. Manchmal wache ich auf und habe so starke Herzschmerzen vor lauter Heimweh, dass ich nicht aus dem Bett komme.

Aber einmal tief aus- und wieder einatmen und ich raffe mich auf. Manchmal gibt es Momente, in denen ich glaube, dass ich vor lauter Einsamkeit gleich anfange zu schreien. Aber man muss einfach nur durch die Haustür gehen und leben.

Wer hätte gedacht, dass ICH diejenige bin, die hinaus in die Welt geht und erst ein Jahr später wieder zu Hause Fuß fasst? Die Welt dreht sich weiter und keiner kann sein Leben zu Hause auf Eis legen. Aber man kann in einem Jahr wiederkommen und dort weitermachen, wo man aufgehört hat. In meinem kurzen Leben haben sich viel zu viele Menschen verabschiedet. Sind viel zu früh von dieser Welt gegangen. Keiner von uns weiß, wie viel Zeit wir haben. Zeit ist relativ. Und wenn es wirklich so ist, dass wir nur ein Leben haben, dann sollten wir das Drehbuch selbst schreiben und Regie führen.

Eine Generation geprägt von Unsicherheit und Angst

Meine Generation ist viel zu sehr von der Angst der Ungewissheit und der Unsicherheit geprägt, die uns wie ein Stempel von allen aufgedrückt wird. Jeder setzt Hoffnung in uns, dass wir alle wie Superhelden retten werden. Aber wie kann man so etwas von uns erwarten? Es wäre eine Schande, jemanden in Schuhe zu pressen, wenn diese viel zu klein oder zu groß für die eigenen Füße sind.

Es ist kein Fehler sich einzustehen, dass man mehr Zeit braucht, um sich seiner Wahl sicher zu sein. Es wäre falsch, sich durch den Druck der Gesellschaft in eine Position zwingen zu lassen, die einen selbst nicht nur unglücklich macht, sondern einem auch das Gefühl der Unvollständigkeit gibt. Ich glaube, dass wir alle ein Schicksal haben und jeder Einzelne zu etwas Großem bestimmt ist.

Das Problem ist nur, dass wir, wie in "Harry Potter und die Kammer des Schreckens", einen Schlüssel suchen, der in eben dieses Schlüsselloch passt. Dabei passiert es ganz schnell, dass wir vor der Wucht der Optionen Schreckensangst bekommen und nach dem erstbesten Schlüssel greifen, den wir sehen. Erst viel später begreifen wir, dass wir die falsche Wahl getroffen haben, aber wir unterliegen dem Druck der Zeit. Und nur wenige wissen, dass Zeit mehr als nur Sekunden, Minuten, Stunden und Jahre ist. Zeit misst sich an den Menschen, die uns berühren.

Es ist niemals zu spät – es ist nur nicht an der Zeit

Es ist niemals zu knapp oder zu spät – es ist einfach nur nicht an der Zeit. Manche von uns haben Glück und haben nach dem richtigen Schlüssel gegriffen. Aber das sind nur die wenigsten. Das Einzige, was dich daran hindert, wundervolle Dinge zu vollbringen, ist Angst. Und Angst ist einfach nur die Abwesenheit von Mut und Tapferkeit.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(