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Interview

Alexander Jorde gegen Merkel und Lindner: "Christian Lindner soll nicht nur zugucken, sondern auch anpacken"

Alexander Jorde, 21, hat es schon wieder getan - und dieses Mal Christian Lindner in Erklärungsnot gebracht. In NEON erzählt der Krankenpfleger-Azubi, was er beim Rollentausch von dem FDP-Chef erwartet - und welchem Politiker er gern noch seine Meinung geigen würde.

Interview mit Alexander Jorde nach Sendung mit Christian Lindner

Mit seiner klaren Meinung hat Azubi Alexander Jorde (21, l.) FDP-Chef Christian Lindner im ZDF-Jahresrückblick "Menschen 2017" ins Schlingern gebracht

Alexander Jorde, 21, ist Krankenpfleger im zweiten Ausbildungsjahr. Und hat geschafft, was selbst gestandenen Journalisten selten bis gar nicht gelingt: Er hat führende Politiker in Erklärungsnot gebracht. In der ARD-"Wahlarena" machte er Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die Missstände im Pflegeberuf aufmerksam, am Donnerstag vor Weihnachten fühlte er FDP-Chef im ZDF-Jahresrückblick "Menschen 2017" auf den Zahn. Beide hat er kalt erwischt.

Einen Tag nach der Fernsehsendung ist Alexander Jorde bereits wieder auf den Fluren seiner Klinik in Hildesheim unterwegs. Er hat eine Frühschicht hinter sich, von 6 Uhr morgens bis 14 Uhr Mittags gearbeitet. Dennoch hat er NEON einige Fragen zu dem Schlagabtausch mit Christian Lindner, seiner Vorstellung von ihrem Rollentausch und zu seinen Wünschen an die Politik beantwortet.    

Herr Jorde, nach haben Sie nun auch Christian Lindner auf den Zahn gefühlt – und kalt erwischt. Woran liegt es, dass führende Politiker dieses Landes offenbar keine Ahnung davon haben, welche Missstände in Ihrem Beruf herrschen?

Alexander Jorde: Ich glaube nicht, dass es bei allen Politikern der Fall ist. Einem Karl Lauterbach ( -Gesundheitspolitiker, Anm. d. Red.) möchte ich den Einblick in die Branche nicht absprechen. Aber mein Eindruck ist, dass viele Politiker den Kontakt zur Basis verloren haben. Zum Beispiel: Wenn Politiker ein Krankenhaus besuchen, um sich einen Einblick in den Pflegeberuf zu verschaffen, wird ihnen ein Bild fernab der Realität präsentiert. Patienten sind in Einzelzimmern untergebracht und es sind viele Pflegekräfte unterwegs. Das entspricht einfach nicht unserem Alltag. Eher das Gegenteil ist der Fall. 

Im Gespräch mit dem haben Sie zu Ihrer Wortmeldung in der ARD-"Wahlarena" mit Angela Merkel gesagt: "Ich wollte allen zeigen: eure tolle Mutti, die sorgt dafür, dass vor allem die älteren Leute, die sie wählen, am Ende in ihrer eigenen Kacke liegen." Warum wollten Sie diesen Missstand auch gegenüber Christian Lindner noch einmal deutlich machen?

Einerseits: Die FDP ist eine liberale Partei, die im Wahlkampf vor allem für die Digitalisierung die Werbetrommel gerührt hat und dafür vermutlich von vielen jungen Leuten gewählt wurde. Doch die FDP ist keine Partei, die sich für die Pflege einsetzt - das wollte ich deutlich machen. Andererseits: Auch junge Menschen in meinem Alter könnten von heute auf morgen pflegebedürftig sein. Etwa, weil sie einen Verkehrsunfall gehabt haben. Auch deswegen ist es wichtig, besonders junge Leute für dieses Thema zu sensibilisieren.

"Wir mucken zu wenig auf", haben Sie im Gespräch mit dem stern gesagt. Warum?

Der Pflegeberuf ist nicht besonders gut organisiert. Es gibt wenige Institutionen, die sich für die Rechte von Pflegekräften einsetzen - die wenigsten sind im Berufsverband oder der Gewerkschaft. Auch aus dem Grund, weil es einen erheblichen Unterschied macht, ob man etwa als Lokführer oder Pflegekraft streikt. Viele in meinem Beruf würden gern streiken, sehen davon aber aus moralischen Gründen ab. Wir haben ohnehin einen Fachkräftemangel. Wenn Pflegekräfte streiken, wer kümmert sich dann um die Patienten? Als Pflegekraft ist es schwierig, Druck auszuüben. Das ist eine Zwickmühle. Zumal sich einige Politiker dann wohl denken: "Ach, scheint doch alles gut zu sein, wenn die sich nicht beschweren." Auch deswegen ergreife ich zu dem Thema in der Öffentlichkeit Stellung.

Wie sind die Reaktionen nach Ihrem Auftritt im ZDF-Jahresrückblick "Menschen 2017" ausgefallen?
Meine Freunde und Kollegen haben den Auftritt überwiegend positiv aufgefasst. Einige hielten ihn auch für amüsant, weil ich Christian Lindner scheinbar rhetorisch knacken konnte. (lacht) Natürlich gab es im Internet vereinzelt Kritik an der Diskussion, von wegen, ich würde nur Aufmerksamkeit suchen. Das regt mich natürlich auf, aber ich weiß auch: Es gibt immer Menschen, die einer anderen Meinung sind oder aus Prinzip mosern müssen - vor allem im Internet. Mir ist es einfach nur wichtig, dass sie sich mit dem Thema auseinandersetzen.

Christian Lindner hat Ihnen in der Sendung angeboten, einen Tag im Leben des anderen zu verbringen. Haben Sie schon einen Termin gefunden?

Nein, noch nicht. Aber wir haben nach der Sendung unsere Nummern ausgetauscht.

Was ist Ihr Wunsch für den Rollentausch - und was erwartet Herr Lindner?

Gern dürfen PR-Agenturen und Journalisten für eine halbe Stunde vor Ort sein und Fotos schießen - wenn Christian Lindner danach tatsächlich mit anpackt. Und damit meine ich: Nicht nur zugucken, sondern eine Acht-Stunden-Schicht richtig arbeiten. Von 6 Uhr bis zur Übergabe um 14 Uhr. Und im Idealfall können wir dann, wenn Christian Lindner seinen erhofften Einblick bekommen hat, auch noch über ein anderes Thema sprechen: die Personaluntergrenze für Pflegekräfte. Eigentlich sind alle Parteien dafür, doch beschlossen wurde nichts - was vermutlich auch mit der geschäftsführenden Regierung zusammenhängt, die wir momentan haben. Dennoch finde ich, dass man dieses Thema, das ja Konsens zu sein scheint, auch beschließen könnte. Das hätte ich gern schon im ZDF-Jahresrückblick angesprochen.

Und was, glauben Sie, erwartet Sie als FDP-Chef für einen Tag?

Das ist schwer zu sagen. Ich weiß nicht genau, was er sich unter dem Rollentausch genau vorstellt. FDP-Chef werde ich wohl kaum für einen Tag werden. (lacht) Aber ich würde auch schon einen Besuch im Bundestag spannend finden. Und natürlich versuchen, nicht nur die FDP für das Thema zu sensibilisieren.

Sie wollen also das Gespräch zu weiteren Politikern suchen?

Na klar, am besten überparteilich. Meine Traumvorstellung: Alle Fraktions- und Parteichefs an einen Tisch bringen und mit ihnen die Personaluntergrenze im Pflegeberuf durchboxen. Das wäre doch was. (lacht)

Spricht da ein angehender Politiker aus Ihnen? Im stern sagten Sie bereits: "Vielleicht muss man in die Politik, dorthin, wo man selbst den Hebel umlegen kann." Wo wäre das?

Eine schwierige Frage. Aber so viel steht fest: Definitiv nicht bei der AfD, FDP und CDU/CSU. Ich glaube, dass man bei der aktuellen Entwicklung unseres Sozialsystems eine linkere Position einnehmen muss. Viele Parteien sehen hinter großen Kliniken nur die Aktionäre, die dahinter stecken. Und nicht die Pflegekräfte und Patienten. Wenn ich Mitglied in einer Partei werden müsste, würde ich daher wohl in die SPD eintreten. Die sind zwar nicht mehr ganz auf der Höhe, auf der sie einmal waren, doch unterstütze ich die sozialdemokratische Grundidee und den Status der SPD als Arbeitnehmervertreter noch am meisten in der Parteienlandschaft. 

Was hält Sie davon ab in die Politik zu gehen?

Ich habe meine eigene Meinung und kann nicht alle Parteipositionen, die man wohl mittragen müsste, auch selbst vertreten. Ich glaube einfach, und das nervt mich auch in der aktuellen Politik, dass es Leute mit einer eigenen klaren Linie schwer haben. 

Haben Sie denn schon Anfragen von Parteien bekommen?

Keine Anfragen im Sinne von: "Mach doch bei uns mit." Aber ich habe mich mit einigen SPD-Politikern, etwa Stephan Weil, unterhalten. Dabei ging es mir aber nicht darum, Wahlwerbung oder ähnliches zu betreiben. Ich wollte auf mein Thema aufmerksam machen und dafür werben. Aktuell überlege ich aber, ob ich mir einmal die Arbeitsgemeinschaft für Gesundheit der SPD ansehen soll. Ohne gleich in die Partei einzutreten. Ich würde mir einfach nur gern ein Bild davon machen, wie Gesetzesentwürfe entstehen und was man in der Politik bewegen kann. Vielleicht bin ich nach meinem Praktikum als FDP-Chef, was das angeht, auch schon schlauer. (lacht)

Angela Merkel, Christian Lindner – wem würden Sie gern als nächstes Ihre Meinung geigen? 

Zum Thema Pflege habe ich bereits mit den wichtigsten Parteichefs, Martin Schulz von der SPD und Angela Merkel von der CDU, gesprochen. Aber wenn ich mir einen Politiker aussuchen könnte, einfach so: Alexander Dobrindt. Für mich war es ein Unding, wie er die Grünen während der Jamaika-Verhandlungen angegangen ist. Die Partei hat sich kompromissbereit gezeigt - und Dobrindt, der in den letzten Jahren nicht viel auf die Reihe bekommen hat, hat ständig nur über die Grünen gemeckert. Diese Art und Weise, mit Menschen zu kommunizieren, finde ich schlimm. Und das würde ich ihm gern sagen. Vielleicht ja bei meinem Ausflug in den Bundestag. 


Dachüberstand beim Gerätehaus und Mindestabstand Grenze zum Nachbarn
Ich wohne in Baden-Württemberg und plane auf meinem Grundstück einen alten Schuppen durch ein neues Gerätehaus (kein Aufenthaltsraum, keine Feuerstätte im Gebäude!) mit den Grundmaßen 3,50 m x 2,50 m und Firsthöhe von 2,21 m zu ersetzen. Da die neue Anlage etwa 60 cm in einer Geländestufe aufgestellt wird, ist die Wand gegenüber dem Nachbarn tatsächlich nur ca. 1,6 m gegenüber der OK des Gartens hoch. Es soll eine verfahrensfreie Umsetzung in einer Grenzbebauung durchgeführt werden. Auf dem Nachbargrundstück ist eine ca. 3m hohe Thuja Hecke, die geringfügig über die Grenze herüber ragt. Nun hat das geplante Gerätehaus einen umlaufenden Dachüberstand von ca. 20 cm, sodaß die Außenmasse des Fundaments etwa 20 cm von der Grundstücksgrenze entfernt ist. Damit ist sichergestellt, dass der Dachüberstand nicht mit dem Nachbargruzdstück überlappt. Wie sieht es nun entsprechend der LBO Baden-Würtenberg mit der Regelung zum Mindestabstand gegenüber der Grenze des Nachbarn aus? Ich sehe 3 Möglichkeiten: a) es gilt als Grenzbebauung. Die überhängende Thuja-Hecke stört mich nicht. b) es müssen 50 cm Mindestabstand eingehalten werden. c) der Überstand am Gerätehaus an der Grenze zum Nachbarn muss entfernt werden, damit der Aufbau als Grenzbebauung anerkannt wird. PS: Zusammen mit der Länge der Garage des Nachbarn wird eine Grenzbebauung von 9m nicht überschritten. Mit der Bitte um eine Rückmeldung, sodaß ich meinen Plan vernünftig abschließen kann. mfg
Buchtitel gesucht. Die Rückkehr ...
Der Titel des zweiten Bandes lautet "Die Rückkehr des <xyz>" Autor ist ein irischer Schriftsteller. Es geht um einen Mönch mit einem Sprachfehler. Als das Kloster von Dämonen angegriffen wird, kann er die Abwehr-Gebete, wegen seines Sprachfehlers, nicht so deutlich sprechen, wie seine Mönchsbrüder und der Geist einer Hexe geht deshalb auf ihn über. Seine Mönchsbrüder wollen ihn, um zumindest seine Seele zu retten, nun auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Mit dem Geist der Hexe und etwas Flug-Salbe gelingt ihm aber die Flucht, auf einem Besen durch die Luft reitend. Zufällig belauscht er das Gespräch einer Frau, in die er sich verliebt hat und von der er sich ebenfalls geliebt fühlt. Dabei findet er heraus, dass sie ihn nicht als Mann liebt, sondern dass sie ihn für einen solchen Trottel hält, dass er ohne ihre mütterliche Fürsorge nicht lebenstüchtig sei und dass sie sich deshalb verantwortlich fühlt ihn mit ihrer Mutterliebe zu umsorgen. Tief verletzt hängt er seine Versuche, ein guter Mensch zu sein an den Nagel, will nun böse werden und schließt zu diesem Zweck einen Packt mit dem Teufel. Um den Packt zu besiegeln muss er ein mit Blut unterschriebenes Pergament mit dem Vertragstext verschlucken. Bei der anschließenden Überfahrt nach Frankreich wird er jedoch seekrank und kotzt sich seine Seele aus dem Leib. Dabei geht auch das Pergament mit dem Teufelspackt mit über Bord. Dadurch ist er an den Packt mit dem Teufel nicht mehr gebunden, plant aber weiterhin, mit Hilfe des Teufels ein böser Mensch zu werden. Dabei stellt er sich aber jedesmal so dusselig an, dass immer etwas Gutes dabei heraus kommt. Trotz der tiefen Verletzung durch die Frau, die er liebt, kann er sie doch nicht vergessen und schmachtet ihr auch weiterhin nach. Bei einem Hexenmeister lernt er einen Liebestrank zu brauen. Was er dann auch tut. Der Trank muss sehr lange ziehen. Während also der Trank auch während einer Abwesenheit weiter zieht, dringt eine Kuh in die Höhle ein, in der der Trank gebraut wird und säuft den Trank aus. Als der Mönch in die Höhle zurück kehrt, verliebt sich die Kuh augenblicklich in ihn und weicht ihm von da an nicht mehr von der Seite. Wie heißt der Mönch, der Held dieser Geschichte, und auch titel-gebend ist. Und wer ist der irische Autor?