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Nach Aktion von Klaas Du willst Geld spenden, weißt aber nicht wie? So kommt deine Spende auch wirklich an

Spenden: Fünf einfache Wege Gutes mit eurem Geld zu tun
Wir zeigen euch fünf einfache Wege, wie ihr spenden könnt, um mit eurem Geld Gutes zu tun
© Kat Yukawa / Unsplash
Die Seenotrettungsaktion von Klaas Heufer-Umlauf ist leider nicht geglückt – trotz 300.000 Euro Spenden. Und doch zeigt der Fall: Spenden ist wichtig. Auf welchen Wegen du auch mit wenig Geld Gutes tun kannst – und wie deine Spende wirklich ankommt.

Im Juli vergangenen Jahres schaffte es Klaas Heufer-Umlauf, fast 300.000 Euro für die private Seenotrettung im Mittelmeer zu sammeln und gründete sogar die Organisation "Civilfleet", die ein Schiff gechartert und aufwendig umgebaut hat. Trotzdem gibt es nun, ein Jahr später, Ernüchterung: Das Schiff ist nie in See gestochen. Die bürokratischen Hürden und die damit verbundene Wartezeit haben das Geld "aufgefressen", erklärte der Moderator im Interview mit dem Rechercheblog "Übermedien". Trotzdem sagte er: "Ich würde es wieder tun."

Und das hat er auch: Zusammen mit Jan Böhmermann sammelte er im Sommer diesen Jahres über eine Million Euro, um die damals inhaftierte Kapitänin Carola Rackete und ihre Crew der "SeaWatch 3" zu unterstützen. Und das innerhalb von nur 30 Tagen. 36.264 Menschen hatten damals gespendet. 

Spenden ist wichtig!

Der Fall zeigt deutlich, wie schwer es selbst Prominenten gemacht wird, in der privaten Seenotrettung zu helfen. Aber auch: Spenden ist unglaublich wichtig. Wenn jeder nur ein wenig Geld beisteuert, kann man zusammen viel bewegen. Wie passt es dann zusammen, dass laut GfK-Studie "Bilanz des Helfens" die Spendensummen in Deutschland steigen, aber immer weniger Menschen spenden? Seit der ersten Erhebung im Jahr 2005, das stark geprägt war von der Tsunami-Katastrophe 2004 in Indonesien, spendeten die Deutschen 2018 so wenig wie noch nie. 2005 waren es noch rund 50 Prozent, die ihr Geld für gemeinnützige Organisationen ausgaben, 2018 nur noch 30,5 Prozent. 

Dahinter steckt ein Generations-Problem: Die Generation 60plus macht mehr als die Hälfte des Gesamtspendenvolumens aus. Man kann davon ausgehen, dass die meisten von ihnen analog spenden, also per Mitgliedschaft, oder Überweisungsträger. Für junge Menschen sind solche Formulare in Zeiten von Paypal und kontaktlosem Zahlen aber längst nicht mehr attraktiv. Alternativen müssen her! Wir zeigen euch, wie ihr auch ohne großen Aufwand Gutes mit eurem Geld tun könnt.

Fünf einfache Wege zur Geldspende

1. Spenden auf Fundraising-Plattformen: Ihr könnt es machen wie Klaas Heufer-Umlauf und Jan Böhmermann, die haben ihre Spenden nämlich auf der Plattform "Leetchi" gesammelt. Problem bei diesen Fundraising-Seiten ist allerdings, dass nicht alle Portale die angebotenen Projekte überprüfen. Auf "Leetchi" kann man zum Beispiel nicht nur gemeinnützige Spenden sammeln, sondern auch Geld für private Zwecke, wie Geburtstage oder Hochzeiten. Ähnlich funktioniert auch "GoFundMe". Es gibt aber auch Plattformen, die ausschließlich seriöse Spendenaufrufe vermitteln. Die bekannteste ist wohl "Betterplace.org" (nicht zu verwechseln mit "Betterplace.me", dem Ableger für private Spendenkampagnen). 

2. Spenden beim Einkauf im Supermarkt:

Während ihr mit dem Einkaufswagen so durch die Regale schlendert, sind euch in letzter Zeit vielleicht schon mal Produkte aufgefallen, mit deren Kauf ihr soziale Projekte unterstützen könnt. Zum Beispiel bei Marken wie Viva Con Agua, Lemonaid, Lycka, Hydrophil oder Share. Bei letzterem ist die Besonderheit zum Beispiel das "1+1 Prinzip". Mit dem Kauf eines der Getränke, Lebensmittel- oder Hygieneprodukte versorgt man einen Menschen mit einer Mahlzeit, Trinkwasser für einen Tag oder einem Stück Seife. Auf jedem Produkt findet sich ein Trackingcode, mit dem man seine Spende sogar genau verfolgen kann.

3. Spenden beim Online-Shopping: Wusstet ihr, dass ihr beim Online-Shopping bei Ikea, Ebay oder Mediamarkt Gutes tun könnt? Wir auch nicht! Zum Beispiel über die Plattform "Gooding.de" könnt ihr ganz normal bei vielen Partnerseiten shoppen und pro Einkauf geht ein bestimmter Betrag an ein gemeinnütziges Projekt. Welche Shops wohin spenden und wie viel, könnt ihr auf "Gooding.de" nachschauen. Die Plattform "Boost-Project.com" funktioniert ähnlich. Die Partnershops zahlen ihnen pro Einkauf über die Seite eine Prämie, von der 90 Prozent auf euer "Boost"-Konto gutgeschrieben werden. Anschließend kannst du selbst aus 1000 Partnercharities auswählen, wohin das Geld gespendet werden soll. Außerdem gibt es noch die Plattform "WeCanHelp.de", die fast genauso arbeitet.

4. Spenden via App: Und auch unter den Millionen Apps im Store gibt es ein paar, mit denen du anderen helfen kannst. Mit "Share The Meal" vom UN "World Food Programme" kann man zum Beispiel jeweils 40 Cent spenden, um einem hungernden Kind eine Mahlzeit zu ermöglichen. Man kann sogar nachverfolgen, bei welchem Hilfsprojekt die Spende ankommt. Bei "Smoost" kannst du sogar kostenlos Gutes tun: Immer wenn man sein Handy auflädt, beginnt die App damit, Rechenaufgaben für Industrie und Wissenschaft zu lösen. Für die gelieferten Ergebnisse wird dem zuvor ausgewählten Verein ein kleiner Geldbetrag gutgeschrieben. "Das kann man sich so vorstellen, als wenn man den Taschenrechner seines Handys nutzen würde, um reihenweise Aufgaben zu lösen", erklärt Geschäftsführer Rainer Rother in einer offiziellen Pressemitteilung. Es gibt viele Apps, die solche Spendenformen anbieten: mal beantwortet man Marktforschungsfragen und spendet pro Antwort, mal werden Handydaten wie Standorte verkauft. Wichtig ist, sich über solche Apps genau zu informieren und Rezensionen von anderen Usern zu lesen. 

5. Spenden beim Stromwechsel: Ihr denkt sowieso schon lange über den Wechsel zu Ökostrom nach? Der Anbieter Polarstern beliefert Kunden in Deutschland mit Ökostrom und unterstützt mit seinen Tarifen den Bau von Mirkobiogasanlagen in Entwicklungsländern. Der Charity-Stromtarif von "Schulengel.de" funktioniert ähnlich. Jeden Monat werden 1,50 Euro für einen Verein der Wahl gespendet. 

Transparenz ist das oberste Gebot

Aber wie stellst du sicher, dass dein Geld auch wirklich dort ankommt, wo es gebraucht wird? Transparenz sollte bei sozialen Projekten immer an oberster Stelle stehen. Informiert euch vor eurer Spende immer genau, wie viel des Geldes Non-Profit-Organisationen oder Hilfsaktionen zu Gute kommt und wie garantiert wird, dass es auch ankommt. Besonders bei Crowdfunding solltet ihr aufpassen, dass ihr an keine schwarzen Schafe geratet. Auf "Betterplace.org" werden zum Beispiel alle Organisationen vorher geprüft, zum Beispiel durch Kontrolle der Bescheinigung des Finanzamts über die Gemeinnützigkeit. Außerdem muss jede Hilfsorganisation auf der Projektseite darüber informieren, was mit dem Spendengeldern passieren soll. Die Verantwortlichen werden außerdem dazu angehalten, regelmäßig den Stand des Projektes zu veröffentlichen. 

Außerdem gibt es offizielle Siegel wie das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen. Auf der Website findet ihr eine Liste mit Organisationen, die das Spendensiegel bereits besitzen. Eine ausführliche Google-Recherche solltest du also immer vornehmen, bevor du dein Geld analog oder digital verschenkst. Dann kommt das Geld auch wirklich da an, wo es gebraucht wird – und das gute Gewissen gibt es kostenlos dazu.

Übrigens, auch beim stern könnt ihr spenden und dadurch Menschen mit teilweise erschütternden Schicksalen in ihrer Not helfen. Und zwar hier: Stiftung stern

Quellen:Übermedien / addendum / Deutscher Spendenrat / Leetchi / Share

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