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Satiriker Nico Semsrott: Hickhack um EU-Chefposten: Das sagt "Die Partei" zum Postengeschacher in Brüssel

Nach tagelangem Hin und Her haben sich die Staats- und Regierungschefs geeinigt, wer den Chefposten in der EU haben soll. Satiriker Nico Semsrott sitzt für "Die Partei" im EU-Parlament und begleitet das Demokratie-Drama live bei Twitter.

Ursula von der Leyen soll neue Präsidentin der EU-Kommission werden – aber warum? Waren nicht eigentlich andere für die Top-Jobs in der EU ins Rennen gegangen? Manfred Weber etwa? Oder Frans Timmermanns? Schließlich waren sie doch Spitzenkandidaten der europäischen Parteifamilien. So war der Plan – doch die EU- Staats- und Regierungschefs konnten sich nicht einigen, wer nun der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament vorstehen soll.

Satiriker und Neu-Europapolitiker Nico Semsrott, bekannt aus der "Heute-Show" des ZDF, begleitet das ganze Hickhack dabei live und in Farbe. Schließlich sitzt der 33-Jährige seit Mai für "Die Partei" in Straßburg und versucht der "Freakshow", wie er im NEON-Interview sagte, den Spiegel vorzuhalten.

Das tat er dann gleich auch mal bei Twitter: "Die Chancen auf einen nichtbayrischen Kommissionspräsidenten steigen stündlich", twitterte "Die Partei" noch am Dienstag. Dazu ein Bild von Semsrott im Kapuzenpulli allein im EU-Parlament.

Da war schon klar: Manfred Weber, Spitzenkandidat der Christdemokraten im EU-Parlament, wird wohl nicht Nachfolger vom aktuellen EU-Kommissionspräsidenten Jean Claude Juncker. Eigentlich hätte Weber neuer Kommissionspräsident und damit erster Mann in der EU werden sollen – schließlich bekam die EVP-Fraktion die meisten Stimmen. Doch die Staats- und Regierungschefs konnten sich nicht einigen. Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emanuel Macron und Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez wollten schließlich den Zweitplatzierten der EU-Wahl, den Niederländer Frans Timmermanns, auf den Posten setzen. Doch den Sozialdemokraten Frank Timmermans, den Merkel und Macron wollten, wollten die viele Staatschefs aus Osteuropa nicht – schließlich hat Timmermanns einen Prozess der EU gegen Polen angestrebt und die Rechtsstaatlichkeit der Regierung in Frage gestellt. Also wurde in der EU weiter diskutiert.

Das schreibt Semsrott dazu bei Twitter. Nur wenig später schmiss Manfred Weber hin.

Doch die Staats- und Regierungschefs entscheiden sich auf einem Sondergipfel nicht für Nico Semsrott, sondern für eine Politikerin aus Deutschland, die gar nicht im EU Parlament sitzt: Ursula von der Leyen. Sie bekam die Zustimmung fast aller Staats- und Regierungschefs und wird daher in die EU-Politik gehen – und in Deutschland ihren Posten als Verteidigungsministerin aufgeben. Für sie wohl eine Erleichterung, denn in Deutschland steht die CDU-Politikerin ganz schön unter Druck: Es geht um dubiose Auftragsvergaben an Beraterfirmen und Pannen bei der Bundeswehr wie die explodierten Kosten bei der Renovierung des Segelschulschiffs "Gorch Fock". Komiker Semsrott hat daher schon Vorschläge:

Ob sie wirklich durchfällt, entscheidet sich übrigens in zwei Wochen. Dann muss das neue EU-Parlament die vorher ausgeklüngelte EU-Kommissionspräsidentin wählen. Zwar genießt Ursula von der Leyen als erfahrene Ministerin auf EU-Ebene und auch bei der Nato großen Respekt und spricht zudem fließend Französisch (was in Straßburg durchaus von Vorteil ist) -  doch die Grünen, aber auch SPD-Spitzenkandidatin Katarina Barley haben schon angekündigt, nicht für von der Leyen stimmen zu wollen und auch in den eigenen Reihen ist die Begeisterung bisher gering.

EU-Kommission: Kaum ist von der Leyen nominiert, kommt der Gegenwind
lau