Bardella, der in Umfragen zu der Präsidentschaftswahl 2027 i Frankreich vornliegt, ist seinem Umfeld zufolge der Ansicht, dass der Dialog mit Deutschland, das er "für einen unverzichtbaren Partner Frankreichs hält", notwendig ist. Bardella habe eine "hohe Wertschätzung für die deutsch-französischen Beziehungen".
Die deutsche Botschaft bestätigte das Treffen nicht offiziell, da "die Art und Weise, wie diese Kontakte zustande kommen, und die Ebene, auf der sie stattfinden, von der Botschaft nicht kommentiert werden". Die Botschaft teilte jedoch mit, es gehöre "zu den Aufgaben einer Auslandsvertretung, Kontakte zu allen relevanten politischen Kräften des Gastlandes zu pflegen".
Ob der 30-jährige Parteivorsitzende bei der Präsidentschaftswahl 2027 antritt, hängt davon ab, ob RN-Fraktionschefin Marine Le Pen im Juli im Berufungsverfahren um veruntreute EU-Gelder erneut zur Nichtwählbarkeit verurteilt wird. In Umfragen liegt Bardella derzeit in der ersten Wahlrunde vorn, würde aber in der Stichwahl gegen den Mitte-Rechts-Kandidaten Édouard Philippe verlieren.