HOME

Hurrikan "Sandy" sorgt für Chaos an der US-Ostküste

Mit Überschwemmungen, Zerstörungen und Stromausfällen hat der Hurrikan "Sandy" an der dicht besiedelten Ostküste der USA für Chaos gesorgt.

Mit Überschwemmungen, Zerstörungen und Stromausfällen hat der Hurrikan "Sandy" an der dicht besiedelten Ostküste der USA für Chaos gesorgt. Allein im Bundesstaat New York waren 1,9 Millionen Menschen ohne Strom, wie Gouverneur Andrew Cuomo über Twitter mitteilte. Mindestens 13 Menschen kamen durch das Unwetter ums Leben. Im New Yorker Stadtteil Queens kämpfte die Feuerwehr gegen einen Großbrand.

"Sandy" war nach Angaben des Nationalen Hurrikanzentrums (NHC) am Montagabend um 20.00 Uhr (Ortszeit, Dienstag 01.00 Uhr MEZ) nahe dem Spielerparadies Atlantic City in New Jersey auf die Küste getroffen. Die Behörde hatte "Sandy" kurz zuvor zu einem posttropischen Wirbelsturm herabgestuft, weil sich die Winde etwas abgeschwächt hatten und das Unwetter nach der Vereinigung mit einer Kaltfront seine tropischen Merkmale verloren hatte. Hunderttausende Anwohner der US-Ostküste zwischen den Neuenglandstaaten und North Carolina waren zum Verlassen ihrer Häuser aufgerufen gewesen.

In den USA kamen bei dem Sturm mindestens zwölf Menschen ums Leben, in Kanada einer. Die meisten der Opfer seien durch umstürzende Bäume getötet worden, hieß es in US-Medien und seitens der Behörden. Vor der Küste von North Carolina sank im Sturm das Segelschiff "HMS Bounty". Der Dreimaster war 1962 für den Spielfilm "Die Meuterei auf der Bounty" gebaut worden. In der Karibik hatte "Sandy" vergangene Woche bereits 67 Menschen in den Tod gerissen.

Im Süden von Manhattan standen die Straßen unter Wasser. Tunnel liefen voll, darunter sieben U-Bahn-Tunnel. "Lower Manhattan ist völlig mit Meerwasser bedeckt", twitterte Howard Glaser, der Verantwortliche für die Rettungsmaßnahmen im Bundesstaat New York. Bereits seit Montagabend sank der Pegel, der zwischenzeitlich eine Höhe von 4,50 Meter erreicht hatte, wieder, wie New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg mitteilte.

Die Überschwemmungen führten im Norden von New Jersey zu einem Dammbruch am Fluss Hackensack, wie die Polizei mitteilte. Rettungskräfte von Polizei und Nationalgarde brachten Anwohner durch die Fenster ihrer Häuser in Sicherheit. Einige hatten Zuflucht auf den Dächern ihrer Autos gesucht.

Einer der Gründe für die Stromausfälle in New York war die Explosion eines Umspannwerks im Osten von Manhattan. Nach Angaben des Betreibers Con Edison waren danach 230.000 Menschen ohne Strom. Laut Firmenchef John Miksad könnte es bis zu einer Woche dauern, bis die Stromversorgung wieder vollständig hergestellt ist. Wegen des Stromausfalls musste die New Yorker Universitätsklinik ihre Patienten umquartieren. Im Stadtteil Queens kämpfte die Feuerwehr gegen einen Großbrand, durch den mehr als 50 Häuser komplett zerstört wurden.

Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main wurden nach Angaben einer Sprecherin des Airport-Betreibers Fraport zwölf Flüge aus den USA und neun Flüge in die USA gestrichen. Betroffen waren Verbindungen nach New York, Boston und Philadelphia. Am Montag waren zwölf Flüge annulliert worden. Für Mittwoch konnte die Sprecherin zunächst keine Angaben machen.

Am Dienstag zog "Sandy" in abgeschwächter Form mit Windgeschwindigkeiten von 105 Stundenkilometern weiter ins Landesinnere. Das NHC warnte weiter vor schweren Stürmen, Überschwemmungen und kündigte starken Schneefall für West Virginia an. US-Präsident Barack Obama rief den Notstand in den Bundesstaaten New York und New Jersey aus, wodurch Betroffene Hilfsgelder aus dem Bundesetat anfordern können.

ogo/cax/ju/hei

AFP / AFP

Das könnte sie auch interessieren