Iran-USA-Konflikt: Signale für mögliche Verhandlungen

Landung auf dem US-Flugzeugträger USS Abraham Lincoln im Arabischen Meer
Landung auf dem US-Flugzeugträger USS Abraham Lincoln im Arabischen Meer
© AFP
Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran gibt es nach Angaben von beiden Seiten Verhandlungsbereitschaft. Teheran "redet mit uns, wir werden sehen, ob wir etwas tun können, andernfalls werden wir sehen, was passiert", sagte US-Präsident Donald Trump am Samstag dem Sender Fox News. Der Iran habe "niemals einen Krieg angestrebt" und strebe auch weiterhin keinen Krieg an, sagte indes Irans Präsident Massud Peseschkian.

Er äußerte sich nach Angaben des iranischen Präsidialamtes am Samstag in einem Telefonat mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi. Der Chef des iranischen Sicherheitsrats, Ali Laridschani, sagte, es gebe Fortschritte bei den "strukturellen Vorbereitungen für Verhandlungen" mit den USA

Im Zusammenhang mit den Spannungen zwischen dem Iran und den USA, die seit Tagen zu eskalieren drohen, reiste am Samstag Katars Regierungschef Mohammed bin Abdulrahman al-Thani nach Teheran. Wie das Außenministerium in Doha mittelte, kam al-Thani, der auch Außenminister seines Landes ist, dort mit Laridschani zusammen. Er habe in dem Gespräch die Unterstützung Katars für "alle Bemühungen zum Abbau der Spannungen in der Region" bekräftigt, erklärte al-Thanis Ministerium.

Trump forderte den Iran zu Verhandlungen über das iranische Atomprogramm auf - und drohte militärische Gewalt an, sollte Teheran nicht zustimmen. "Wir haben eine große Flotte da draußen", sagte er mit Hinblick auf die US-Kriegsschiffe in der Region auch am Samstag. 

Am Freitag sagte der US-Präsident, der Iran sei an einem "Deal" interessiert. Ob er dem Iran eine Frist für ein Abkommen zu Teherans Atom- oder Raketenprogramm oder anderen Themen gesetzt habe, beantwortete Trump mit ja. Wann diese ablaufe, wisse nur der Iran, fügte der US-Präsident hinzu. Er verwies zudem bereits am Freitag auf die US-Kriegsschiffe - die USA entsandten unter anderem den Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" in die Region. 

Der Iran versetzte am Samstag seine Streitkräfte in höchste Alarmbereitschaft. Die Streitkräfte seien "in voller Verteidigungs- und Kampfbereitschaft", erklärte am Samstag Armeechef Amir Hatami. "Wenn der Feind einen Fehler macht, wird dies zweifellos seine eigene Sicherheit, die Sicherheit der Region und die Sicherheit des zionistischen Regimes gefährden", warnte Hatami. Teheran nutzt den Begriff "zionistisches Regime" für Israel - beide Länder sind tief verfeindet und streiten um Einfluss in der Region.

Teheran hatte sich kurz zuvor zu einer Wiederaufnahme der Gespräche über sein Atomprogramm bereit erklärt. Entsprechende Verhandlungen müssten "fair und auf Augenhöhe" stattfinden und dürften keine Debatten über die Raketenbestände oder Verteidigungskapazitäten seines Landes beinhalten, forderte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi bei einem Besuch in Istanbul. Konkrete Pläne für ein Treffen mit US-Vertretern zur Wiederaufnahme der Atomgespräche mit dem Iran gibt es nach seinen Angaben aber bislang nicht.

Inmitten der verschärften Spannungen ereignete sich in der Hafenstadt Bandar Abbas an der iranischen Golfküste eine heftige Explosion, bei der Medienberichten zufolge mehrere Menschen verletzt wurden. Nachdem es zunächst Spekulationen über einen Angriff gab, erklärte die Feuerwehr am Abend, dass ein Gasleck die Ursache gewesen sei. Zuvor hatten bereits die Revolutionsgarden im Internet kursierende Gerüchte dementiert, dass Gebäude ihrer Marine-Einheiten an der Golfküste Ziel von Angriffen geworden seien. 

Die USA hatten einen möglichen neuen Militäreinsatz gegen den Iran im Zuge der Proteste im Land ins Spiel gebracht. Iranische Sicherheitskräfte gingen mit großer Härte gegen Demonstrierende vor. Aktivisten zufolge wurden tausende Menschen getötet und zehntausende festgenommen. Die in den USA angesiedelten Menschenrechtsorganisation Hrana konnte nach eigenen Angaben über 6.700 Tote bestätigen, darunter 137 Kinder. Die iranischen Behörden sprechen von rund 3100 Toten. 

AFP