Mindestens 30 Tote und Dutzende Vermisste nach Überschwemmungen in Brasilien

Verwüstung in Juiz de Fora
Verwüstung in Juiz de Fora
© AFP
Durch Überschwemmungen und Erdrutsche infolge heftiger Regenfälle sind im Südosten Brasiliens mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Wie die Rettungskräfte und Behörden mitteilten, wurden am Dienstag noch 39 Menschen vermisst. Mehr als 400 Menschen hätten wegen der Unwetter ihre Häuser verlassen müssen. Die heftigen Regenfälle hatten den Fluss Paraibuna über die Ufer treten lassen.

Mehr als 200 Menschen seien bereits gerettet worden, teilte die Feuerwehr mit. Die Todesopfer seien in der Großstadt Juiz de Fora und in Uba zu beklagen gewesen. Die Bürgermeisterin von Juiz de Fora, Margarida Salomão, rief den Notstand aus. In der 540.000-Einwohner-Stadt waren zuvor 584 Liter Wasser pro Quadratmeter gefallen - und damit doppelt so viel wie sonst im gesamten Februar üblich.

Einige Viertel von Juiz de Fora seien von der Außenwelt abgeschnitten, die Stadt befinde sich in einer "extremen" Situation, erklärte Salomão. Die Regenfälle lösten demnach dort mindestens 20 Erdrutsche aus. Einwohner filmten, wie Gebäude binnen Sekunden einstürzten. Die Behörden des Bundesstaates Minas Gerais ordneten die vorläufige Schließung der Schulen an.

In einem Viertel von Juiz de Fora an einem Berghang seien zwölf Häuser in einem "massiven Erdrutsch" weggerissen worden, sagte der Feuerwehrsprecher Demetrius Goulart der Nachrichtenagentur AFP. "Viele Menschen waren nachts in ihren Häusern, als es zu regnen begann."

Angehörige trauerten um unter den Trümmern verschüttete Menschen. "Er war ein guter Junge", sagte Wilton Aparecido de Souza unter Tränen über seinen 20-jährigen Sohn. "Findet wenigstens seinen Leichnam, damit ich ihm ein ordentliches Begräbnis bereiten kann", sagte der 42-Jährige AFP.

Einige hofften derweil weiter, dass ihre Angehörigen lebend geborgen werden könnten. Feuerwehrsprecher Goulart zufolge konnte ein etwa 10-jähriger Junge nach einem zweistündigen Rettungseinsatz aus den Trümmern gerettet werden. "Aber je länger es dauert, desto geringer werden die Chancen, Überlebende zu finden", sagte der Vertreter des Zivilschutzes des Bundesstaates, Paulo Roberto Bermudes Rezende, AFP.

Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva erklärte im Onlinedienst X: "Unser Schwerpunkt liegt darauf, humanitäre Hilfe, die Wiederherstellung grundlegender Dienste, Unterstützung für Vertriebene und Hilfe beim Wiederaufbau zu gewährleisten."

Brasilien hat in den vergangenen Jahren mehrfach unter folgenschweren Wetterextremen gelitten. 2024 kamen bei Überschwemmungen im Süden des riesigen Landes mehr als 200 Menschen ums Leben, insgesamt waren rund zwei Millionen Einwohner von dem Hochwasser betroffen. Experten zufolge steht die Zunahme und Intensivierung der Wetterextreme mit dem Klimawandel im Zusammenhang.

AFP