Die Beteiligung bewege sich auf dem Vorjahresniveu, sagte Kristian Golla vom Netzwerk Friedenskooperative der Nachrichtenagentur AFP. Im Fokus der diesjährigen Ostermärsche standen die andauernden Kriege in Nahost und der Ukraine. Die Friedensbewegung fordert von der Bundesregierung diplomatische Initiativen zur Beendigung der Kriege.
Die Ostermärsche richten sich zudem gegen Aufrüstung in Deutschland und gegen eine Rückkehr zur Wehrpflicht. Bei Veranstaltungen in mehreren Städten wollten Schülerinnen und Schüler selbst zur Wehrpflichtdebatte sprechen. Das Netzwerk Friedenskooperative rechnete deshalb vorab mit einer höheren Beteiligung von jungen Menschen in diesem Jahr.
Erste Aktionen fanden zwar schon am Donnerstag und Freitag statt, der Samstag war aber Haupttag der traditionellen Ostermärsche. Am Ostersonntag sind nur vereinzelte Veranstaltungen geplant, am Montag aber noch einmal rund 30, unter anderem in Dresden und Hamburg.
"Es ist wichtig, dass so viele Menschen für Frieden auf die Straße gehen", erklärte Golla. Denn die Themen würden nicht weniger - im Gegenteil: "In bald 40 Jahren Ostermarsch-Arbeit habe ich es noch nie erlebt, dass es zu Ostern so eine große Fülle an Krisen auf der Welt gibt."
Die Ostermärsche der Friedensbewegung sind in Deutschland traditionell dezentral organisiert. Die Veranstaltungen in den unterschiedlichen Städten stehen dementsprechend unter verschiedenen Mottos. So stand der Ostermarsch in Berlin unter dem Stichwort "Kriegstüchtig und siegfähig? Abbau des Sozialstaats? UN-Charta in den Müll? Nicht in unserem Namen!" In München hieß es "Völkerrecht statt Faustrecht - Gemeinsam für Frieden und Gerechtigkeit!" und in Dresden "Kriege verweigern - Frieden schaffen".
Die Ostermärsche in Deutschland finden seit den 1960er Jahren statt. Den größten Zulauf verzeichneten sie in den 80er Jahren im Kalten Krieg, als hunderttausende Menschen daran teilnahmen. In den vergangenen Jahren fiel die Mobilisierung deutlich geringer aus.