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18,4 Millionen Immobilienpreise und steigende Beschäftigung bringen Pendler-Rekord

Pendler am Hauptbahnhof in Frankfurt/Main
Nicht nur die Zahl der Pendler steigt, auch die Entfernungen, die zurückgelegt werden, nehmen zu
© Christoph Schmidt/DPA
Knapp 17 Kilometer betrug der durchschnittliche Arbeitsweg 2016 in Deutschland. Viele Pendler legen täglich deutlich größere Entfernungen zurück. Dies stellt eine Gefahr für die Gesundheit dar.

Immer mehr Menschen nehmen zum Teil lange Wege zwischen Arbeitsplatz und Wohnsitz in Kauf. Im vergangenen Jahr ist der Anteil an Pendlern in Deutschland im 0,2 Prozentpunkte auf einen neuen Rekordwert von 59,4 Prozent gestiegen. Die Gesamtzahl betrug damit 18,4 Millionen. Das teite das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung der Deutschen Presse-Agentur in Berlin mit.

Die Stadt mit den meisten Arbeitnehmern, die außerhalb wohnen, war München mit 365.000 Pendlern. Zu den Hauptgründen zählten die hohen Miet- und Immobilienpreise in den Städten sowie die gestiegene Beschäftigung, sagte der Experte Thomas Pütz des in Bonn ansässigen Bundesinstituts der dpa.

Pendeln über Landesgrenzen hinweg

Nicht nur zwischen Großstädten und Umland, auch zwischen den Bundesländern gibt es immer mehr Pendler. Waren dies 1999 noch 2,17 Millionen Arbeitnehmer, stieg die Zahl bis 2016 auf 3,15 Millionen. Die Linke-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann hob hervor, dass noch immer viel mehr Beschäftigte aus Ostdeutschland zum Arbeiten in die westlichen Bundesländer pendeln als umgekehrt. 2016 pendelten rund 404.000 ostdeutsche Beschäftigte in den Westen, 1999 waren es 308.000. Umgekehrt kamen aus Westdeutschland im Jahr 2016 nur 158.000 Beschäftigte zum Arbeiten in die neuen Länder, 1999 waren es rund 77.000.

Angesichts der negativen Folgen des Pendelns für die Umwelt durch Verkehr und Flächenverbrauch sowie für die Gesundheit der Betroffenen forderte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) bereits im Frühjahr: "Wir müssen in die Verbindung von Stadt und Land investieren, durch einen modernen und leistungsfähigen ÖPNV zum Beispiel."

Fernpendler stehen unter besonders viel Stress

Die Linken-Fraktionsvize Zimmermann sagte der dpa: "Der Preis der erhöhten Mobilität ist zunehmender Stress, insbesondere bei den so genannten Fernpendlern, bis hin zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen." Tatsächlich wird Pendeln häufig als Belastung wahrgenommen, die sich auf die Gesundheit auswirken kann, wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden warnt.

Im Durchschnitt werden auch die Pendel-Entfernungen immer länger. So betrug die Länge des einfachen Arbeitswegs laut Bundesinstitut im vergangenen Jahr im Schnitt 16,91 Kilometer, im Jahr davor waren es 16,76, 1999 nur 14,59 Kilometer.

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fri DPA

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