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Frage Nummer 3000034013 Gast

Grüne und Linke fordern Tempo 80 auf Landstraßen

Weil die Zahl der Unfalltoten besonders auf Landstraßen steigt, verlangt die Opposition dort harte Maßnahmen. Das hat auch schon der Verkehrsgerichtstag gefordert. Doch Minister Dobrindt lehnt ab.

Ist es sinnvoll, die Geschwindigkeit auf Landstraßen auf 80 km/h zu reduzieren?
Antworten (16)
Amos
Ich kann im Netz nichts darüber finden, daß die tödlichen Unfälle auf Landstraßen zugenommen haben.
Zitat Bezüglich Landstraßen mal lesen!

Ob Grüne etwas Unsinniges fordern oder in China ein Sack Reis umfällt ...
Dorfdepp
Wenn denn schon die Zahl der Unfalltoten auf den Landstraßen steigen sollte (was ich erst einmal nach den Statistiken der letzten Jahre nicht glaube, da nimmt sie eher ab), liegt es an den Fahrern, die die bestehende Geschwindigkeitsbegrenzung missachten. Die lassen sich auch von Tempo 80 nicht vom Rasen abhalten. Daher finde ich das nicht sinnvoll, weil die Falschen bestraft werden.
Aber das Motiv ist klar: Die Grünen haben den Individualverkehr schon immer verteufelt, und den Linken ist es zueigen, die Menschen zu gängeln und zu reglementieren.
bh_roth
Ohne das jetzt durch von mir gefäschten Statistiken belegen zu können, behaupte ich, dass die Mehrzahl der Landstraßenunfälle unterhalb von 80 km/h oder oberhalb von 100 km/h verursacht werden. Wer schnell fährt, den interessiert auch eine weitere Begrenzung auf 80km/h nicht. Und ich kann mir keine Möglichkeit vorstellen, diese Beschränkung auf Landstraßen durchzusetzen.
Außerdem bedeutet es meiner Meinung nach ein zusätzliches Risiko, sich mit der eigenen Geschwindigkeit auf LKW-Niveau zu bewegen. Wer das nicht glaubt, kann gerne mal in Ungarn auf der Landstraße fahren, auf der sich die Masse des LKW-Verkehrs abwickelt. Dort ist die Geschwindigkeit auf 90 begrenzt. In beiden Fällen muss ich eine Ordnungswidrigkeit begehen, wenn ich an einem LKW vorbeikommen will.
Gast
Amos, hier
Skorti
Sehe ich ähnlich.
Aber diese Forderungen sind immer sehr beliebt. Auf einer von mir regelmässig gefahrenen Strecke wurde mal auf einer schnurgeraden Strecke 70 eingeführt, weil es viele Baumunfälle gegeben hätte.
Als wäre es den Landdiscogängern nicht völlig egal, ob sie nachts bei 100 km/h 30 zu schnell fahren oder bei 70 km/h 60 zu schnell.

Als die Unfallzahlen nicht sanken haben sie die 70-Schilder wieder abgeschraubt ...
Dorfdepp
Geschwindigkeitsbeschränkungen werden schon lange gefordert, nur die Begründungen wechseln. Aber Hauptsache, die Elite der selbsternannten Vernunftmenschen kann die dummen Untertanen gängeln.
In den 1960ern war es die Verkehrssicherheit, in den 1970ern die Ölkrise, in den 1980ern das Waldsterben, in den 1990ern die europäische Harmonisierung, in den 2000ern war Atempause, aber jetzt in den 2010ern fängt man wieder mit der Verkehrssicherheit an. Im Welt-Artikel steht nichts Greifbares, was die These unterstützen wurde.
ing793
der Bericht in der Welt spricht nicht von Steigerungen "besonders auf Landstraßen".
Das ist lediglich in der Fragestellung von caro, da hat er etwas missverstanden.
Die Forderung nach Tempo 80 resultiert daraus, dass man die Zahl der Unfalltoten weiter signifikant senken möchte und es keine Maßnahmen mehr zu geben scheint, die eine nennenswerte Reduktion erlauben.

Der Gedanke erscheint nachvollziehbar, dass geringere Geschwindigkeit zu geringeren Unfallfolgen führt. Das berücksichtigt aber nicht die Akzeptanz beim Autofahrer. Ich z.B. halte mich meistens (einigermaßen) an Tempo 100. Aber da, wo es schon jetzt nicht nachvollziehbare Limits gibt, ignoriere ich sie und wenn ich einmal angefangen habe zu ignorieren, dann mache ich auch nicht bei 100 halt. Wäre 80 ein generelles Limit, entfele für mich der Anreiz, sich daran zu halten und da bin ich wahrscheinlich nicht alleine.
Amos
In der Todesursachenstatistik des Jahres 2013 werden 21.930 Unfalltote ausgewiesen. Das heißt, etwa 0,03 % der gesamten Wohnbevölkerung erlitten 2013 einen tödlichen Unfall. Aus den vorliegenden Statistiken ist klar, dass es

932 Todesopfer durch Arbeitsunfälle gegeben hat, wovon 440 auf den Bereich Verkehr entfielen.
43 Todesopfer durch Schulunfälle gegeben hat, wovon 36 auf den Bereich Verkehr entfielen.
insgesamt 3.542 Todesopfer durch Verkehrsunfälle (inkl. Arbeit und Schule) gegeben hat, und es
8.675 Todesopfer durch Unfälle im Hausbereich gegeben hat.

Daraus lässt sich ableiten, dass 9.214 Unfalltote bei anderen Aktivitäten - vornehmlich in der Freizeit - umgekommen sind.

Sollte man auch mal berücksichtigen.
Amos
Grüne und Linke können mit ihren Fahrräder eben nicht schneller fahren!
Nur Bundestagsabgeordnete mit ihren Dienstwagen.
Amos
Hier kommt noch ein kleines n.
elfigy
Man kann Unfälle nicht einfach anhand von Zahlen und Art der Straße vergleichen. Man muß die Unfallursachen auch betrachten.
Da ist auf der Landstrasse Überholen, Kreuzender Verkehr und Alkohol zusammen der größte Anteil. Abkommen von der Fahrbahn, was wohl mit der Geschwindigkeit zusammenhängt, ist nur ein kleiner Anteil .
Der ADAC hat genaue Statistiken, auch über die Entwicklung seit 1991 , man findet diese Statistiken im internet.
Was die Grünen und Linken schon alles gefordert haben .. abwink.. muß man sich nicht mit beschäftigen. Ich erinnere nur an den Veggieday.
Amos
Wir hatten mal eine brenzlige Situation auf der Landstraße: lange Reihe von LKW, die ich überholen wollte. Dabei kommt mir plötzlich ein LKW entgegen. Ich mußte auf 150 beschleunigen, weil ich mich rechts nicht mehr einfädeln konnte. Mit 80km/h wäre das nicht gegangen.
Dorfdepp
Noch ein Punkt: Unfälle auf Landstraßen passieren auch durch Alkohol am Steuer. Da hilft eine Reduzierung auf Tempo 80 nichts.
Gast
ich benutze beim Überholen auch mal das Gaspedal, da ich glaube, wenn ich mal kurzfristig etwas über 100km/h fahre und dadurch das Überholen abkürze es für alle besser ist. Bestimmt besser, als die, welche mit 100 den 90 fahrenden Lkw überholen.
bh_roth
Nach meiner Bewertung der Rechtslage darf ich einen LKW nicht mit 100 km/h überholen, der mit 90 km/h vor mir herfährt. Damit ein Überholvorgang statthaft ist, muss der Überholende eine deutlich höhere Geschwindigkeit haben als der Überholte. 10 km/h Differenz sind sicher nicht "deutlich höher". Aus dem Grund meinte ich, dass man sich immer im Bereich einer Ordnungswidrigkeit befindet, wenn man zum Überholvorgang auf eine deutlich höhere Geschwindigkeit beschleunigt. Nur dass ich mich dann, wenn ich bei 80 km/h Maximum beim Überholvorgang schnell mal auf 140 beschleunige, schon im Bereich eines Fahrverbots befinde.
bh_roth
Fahre ich mit 100 an einem LKW vorbei, der 90 fährt, lege ich 2,7 Meter relativ zum LKW zurück. Das bedeutet eine Überholzeit von knapp 7 Sekunden. Um an dem LKW vorbeizukommen, lege ich daher mindestens 185 Meter zurück. Das ist eine gefährlich lange Strecke.