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Gast

Sind Strohballen als Dämpfungsmaterial bei einer Sprengung geeignet?

ich glaub es hackt
Frage Nummer 47781

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Antworten (20)
bh_roth
Auch, wenn du es nicht glaubst, eignet sich Stroh tatsächlich. Dass es sich bei der Explosion entzündet, kann aber nicht verhindert werden.
Ein gepresster Strohballen nimmt durch seine vielen kreuz und quer verlaufenden, harten Halmen den Splittern seine Geschwindigkeit, und der Ballen selbst, der ja unter dem Explosionsdruck nachgiebt, nimmt kinetische Energie auf.
Ein Bewässern der Strohballen führt dazu, dass sie sich nicht entzünden, aber sie nehmen dann keine Energie durch Verformung auf, sondern werden einfach als Ganzes weggeschleudert. Und für die Splitter tritt dann möglicherweise ein hydrostatischer Effekt auf, der dazu führt, dass die Splitter nicht abgebremst werden.
antwortomat
Ein zerfestzter Strohballen lässt sich leicht löschen und brennt nicht besonders lang.
Er nimme eine Menge Energie auf, ist ansich aber als "Flugkörper" eher harmlos.
Strohballen sind schnell besorgt, unkompliziert, billig und müssen anschließend nicht aufwändig entsorgt werden.
Auch ich habe überlegt, ob es eine bessere Alternative gibt. Aber wie viele Sandsäcke willst Du noch aufstapeln?
Wie viele Vorhänge (wie bei Gebäudesprengungen) willst Du aufhängen um Druckwelle und Splitter zu bremsen.
Und die wichtigste Frage: Wie viel Zeit hast Du dafür?
VaIentina1402
Oh da glaubt doch ein tatsächlich eine Trulla, sie wäre schlauer als ein Sprngmeister. Husch husch zurück an den Herd.
starmax
Antwort: Imho ja - wenn sie geöffnet und nass sind.. das trockene brennende Stroh war eine echte Fehlleistung,
In der Raffinerie-Technik gibt es für solche Notfälle auch riesige Druckfallen, Gestelle mit gestaffelten Alublechen, die freiwerdenden Detonationsdruck abschwächen können.
Echte Profis waren das hier nicht, würde ich sagen. Aber der Lehrling muss ja auch mal ran...
bh_roth
Und wieder falsch, Starmax, das Stroh darf auf keinen Fall nass gemacht werden, weil es dann zwar nicht mehr brennt (was das geringere Übel ist), sondern die Splitter nicht abbremst, und die Druckwelle den ganzen Ballen wie ein Geschoss mit großer kinetischer Energie durch die Gegend schleudert.
Zusätzlich gibt es im nassen Strohballen einen hydostatischen Effekt, der das gewollte Eindringen der rasanten Splitter verhindert.
starmax
Erstmal verwahre ich mich gegen das "wieder", Kumpel. So nicht.
Zweitens sprach ich von "geöffneten Ballen" Man muss sich also die große Mühe machen, zwei Bindefäden pro Bällen zu durchtrennen. Der Rest deiner argumentation ist ein wenig bei den Haaren herbeigezogen, angesichts der frei werdenden Kräfte, scheint mir.
Außerdem präferiere ich die Heli-Lösung als praktikabelste.
starmax
Ein mehrwandiger Wabenkäfig aus polyesterversteiften Aramidfasern sollte ebenfalls eine Menge von dem Druck abbauen können. Ideen sind gefragt.
(Benzintanks im Auto sind heute auch entzündungssicher mit Kunstsoffschwamm verfüllt, statt Schwallblechen - nur mal so als Beispiel).
VaIentina1402
Stimmt, das wieder war nicht richtig, mäxchen, denn du laberst immer Scheisse.
Musca
Die Argumentationen hier sind teils recht amüsant. Ich gehe erstmal davon aus, daß die Leute vom Sprengstoffräumdienst ihr Handwerk verstehen, sonst würden sie vermutlich nicht mehr leben. Warum sie Dich, Starmax, nicht als Chefberater sofort zur Hilfe genommen haben, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben.
starmax
Siehste Musca, die Leute im 3. Reich sind auch davon ausgegangen.
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Das soll heißen, das man Dinge eben auch hintefragen soll - mehr nicht.
Musca
Sorry, aber den Bezug zum" 3.Reich " verstehe ich jetzt nicht, außer der Herkunft der Bombe. Hinterfragen finde ich grundsätzlich gut, alles grundsätzlich in Frage zu stellen dagegen unnötig anstrengend und überflüssig.
bh_roth
@starmax: Und daher das "wieder". Wahrscheinlich konntest du da meinen Beitrag nicht mehr lesen, weil der Thread recht schnell gelöscht wurde.
Meine Schilderung ist nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern das Ergebnis von Ausbildung und Versuchen. Hier gibt es 3, die schon offizielle Sprengversuche mit verschiedenen Sprengstoffen gemacht haben! Der eine bin ich, der andere ist tot, und der dritte bist nicht du!
Das mit dem Öffnen der Ballen ist keine schlechte idee, das muss ich anerkennen. Gut, wenn man verhindern kann, dass die Ballen vorzeitig zusammenfallen. Aber bei dem Beispiel Naß denke mal an die ersten schusssicheren Westen. Wenn diese nass wurden durch Schwitzen oder Regen oder was auch immer, verloren sie ihre Schutzwirkung, die Geschosse schlugen durch. Zusätzlich würden nasse Brocken aus dem Stroh wie Geschosse durch die Gegend fliegen. Das musst du einfach mal gesehen haben.
bh_roth
Noch was am Rande, Starmax:ich bin nicht dein Kumpel.
antwortomat
Godwin's Law: Starmax hat verloren.
starmax
Interessanter (nur typisch deutscher?) Aspekt. Aber die Diskussion ist noch nicht lang genug. -
Ich bin bestimmt kein Sprengstoff-Fachmann, aber - wieder mal ! - alt und klug genug, um zu erkennen, dass diese Sprenung nur "suboptimal" gelaufen ist. Und das ist Grund genug, Denkanstöße für bessere Lösungen zu vermitteln als "..ham wir immer so gemacht, Kumpel"
bh_roth
Richtig, Starmax, das mit "das haben wir immer so gemacht....". Aber Experimentieren kann man nur auf Sprengplätzen oder Versuchsanstalten. In München musste in kurzer Zeit eine Lösung gefunden werden. Niemand wusste den Status des Säurezünders, da gibt es keinen Spielraum, Dinge auszuprobieren, in einer solchen Situation greift der Sprengmeister in seine Erfahrungsschublade.
Auch ein Helikopter ist abwegig, ich hatte beschrieben, warum. Nur soviel: Eine einfache Splitter-Handgranate hat einen tödlichen Radius von 10 m, bei einem Radius von 50 m sind noch lebensgefährliche Verletzungen möglich. Eine 250-kg-Bombe an einem 500 m langen Seit ist abwegig, weil sich der Hubschrauber im tödlichen Splitterbereich befindet. Tabellen dazu könnte ich dir zukommen lassen. Mal ganz abgesehen von der immensen Druckwelle, der der Heli ausgesetzt gewesen wäre. Und ein Aufnehmen einer Last, die 250 kg schwer ist, ist mit noch so gedämpften Seilen mit einem Heli nicht möglich
Gast
als alternative hatte ich an glaswolle oder steinwolle gedacht.
[br]
dissmeyer hat mich gedisst. ☹
Musca
@Starmax: schön und gut, man soll nicht alles so hinnehmen, das ist auch meine Meinung. Wenn man jedoch einen komplizierten Vorgang, sprich Entschärfung/Sprengung einer verrosteten Bombe, mal eben so als suboptimal bezeichnet, sollte man sich vorher kundig machen. Ich bezweifle, daß sich hier ein einziger "Kundiger" auf diesem sehr spezialisiertem Gebiet befindet. Lass uns lieber über den unseligen Berliner Flughafen wettern, das ist greifbarer
sunnyboy_1
das ist der Punkt, B.H.roth, man hatte zuerst versucht, "normal" zu entschaerfen. Dann stellte man fest, dass das nicht geht. Und zum langen Ueberlegen blieb auch nicht viel Zeit.

@starmax: zu Verdeutlichung: nimm mal ein trockenes Handtuch und hau das jemandem ueber den Kopf. Danach traenkst du es mit Wasser. Den Unterschied wird dir dieser Jemand durch einen lauten Schrei deutlich machen ;-)) Wie hart Wasser sein kann, koennen dir alle Wasserskifahrer erklaeren, wenn sie bei 60 km/h auf die Fresse fallen. Ab da ist es so hart wie Beton.
wiki01
Dann mach doch einen Thread daraus. Und schon kann es losgehen.