HOME

Noch Fragen?

Frage Nummer 3000102501 StechusKaktus

Welche Bauern sollten wegen der Ernteausfälle entschädigt werden?

Ein Bauer steht an seinem gerupften Maisfeld und jammert. Politiker setzen sich für Entschädigungszahlungen ein, weil die Landwirtschaft doch unsere Ernährung sichere.

Mais wird in Deutschland als Tierfutter und für Biogas benötigt. Essen tut das hier keiner. Stattdessen werden Verkehrsteilnehmer gefährdet, weil viele Kreuzungen nicht mehr einsehbar sind.

Wer also sollte von der Gemeinschaft gestützt werden? Wem gegenüber fühlt ihr euch zur Solidarität vrpflichtet?
Antworten (44)
solitude33
Du nervst!
dschinn
Ich bin gegen Entschädigungszahlungen.
Und obwohl meine engsten Nachbarn Bauern sind, habe ich kein Mitleid.
Pech gehabt.
Aus die Maus.

Warum meine Steuergelder für sowas verbraten werden sollen... will mir nicht in den Kopf.

solitude33
Ein Dämlack muss ja antworten.
Lempel
Und du, Solitude, hast schon zweimal geantwortet.
Martina
Gute Frage!
Ich frage mich warum die Bauern ein eigenes Ministerium haben, sowohl im Land als auch auf Bundesebene. Der EU Haushalt steht zu 30-40% nur für die Belange der Bauern zur Verfügung.

Früher mag das ja der Bedeutung für unsere Ernährung geschuldet gewesen sein aber heute stellt sich die Frage ob das noch in der globalen Welt fortbesteht?
In erste Linie sind die Bauern doch Unternehmer, mit eigener Verantwortung incl. Risiko und und werden besser als alle anderen Klein- und Mittelständer gefördert und subventioniert.

Wenn es regnet fallen die Ernten aus und die Frage nach finanzieller Hilfe kommt.
Wenn das Wetter gut ist dann haben wir Rekordernten und die Preise verfallen, also die Frage nach finanziellem Ausgleich.
Ist es wie jetzt trocken und es wird weniger geerntet dann kommt das gleiche Lied von den Bauernverbänden.
Gestern hat im Fernsehen ein Kartoffelbauer erstmal höhere Preise angekündigt wegen knapper Ernte und dann nach staatlicher Hilfe gefragt.
Ich habe keine Antwort und hoffe, dass in dieser Sache eine gute faire Antwort gefunden wird und mal von historischer Folklore weg die Sache neu bewertet wird.
Wenn einige Tiere aus Futternot geschlachtet werden müssten, dann würde unsere Umwelt mehr profitieren als dass unser Überangebot in den Supermärkten merklich leidet.
solitude33
Martina, Du ebenfalls.
Martina
be my guest..
solitude33
Yor'e welcome.
solitude33
"u", sorry.
Lempel
you’re or you are
solitude33
Wa da watt mit Stöcksken, Du Trottel?
Lempel
Der Trottel bist doch du. Zweimal.
Erstens weil dein Englisch so beschissen ist, dass sich jeder, der ein wenig Stolz besitzt, sich dafür schämen würde, und zweitens weil du über mein Stöckchen – nämlich dich zu korrigieren – gesprungen bist.

Bis zum nächsten Mal, falls ich Lust habe, Dämlack.
dschinn
ich muss hier etwas verpasst haben...
ist der kaktus der lämpel oder darf sonstwie aktuell nicht befüllt werden?
klär mich mal auf, dann kann ich es das nexte mal besser machen

primusinterpares
Der Lämpel ist der Schwan und die Kacktussi ist ihn den verliebt
Hefe
Mais wurde zuerst in Deutschland im schwülwarmen und feuchten Oberrheingraben angebaut. Es ist hier nur im Sommerüberwiegend schwülwarm. Schon seit Jahren sind hier die Dürreschäden nicht mehr zu übersehen. Selbst ich sehe dies ohne Brille. Mittlerweise sollte man ihn in Südbaden und im Oberelsass nur noch im Feldberggebiet und in den Vogesen anbauen. Neulich stand in meinem Leib- und Magenblatt, dass die Bauern in Kenia(?) wieder traditionell Hirse anbauen.
rayer
Keiner sollte entschädigt werden. Maisanbau in Deutschland ist so unsinnig wie Tomatenanbau in Schweden. Technisch ist das alles machbar.Wenn man allerdings bedenkt, der deutsche Mais entspricht etwa 4 Promille der Weltproduktion, kann man gerne darauf verzichten.
Sgt_Hartman
Kolbenhirse muss wieder verbreitet, fair oder nicht, angebaut werden. Der Preis im Zoohandel für Leckerlies meiner und eurer vier kleinen Freunde ist dramatisch gestiegen.
Alienne
Um auf deine Frage zurück zu kommen, StechusKaktus:
Welche Bauern zu entschädigen wären, ist schwer zu entscheiden. Es wurde in der Politik ja z.B. schon vorgeschlagen, dass nur die Bauern entschädigt werden sollten, die nachhaltig/ökologisch wirtschaften. So ein Ansatz führt imo vom Hölzchen auf's Stöckchen, weil dann so viele verschiedene Varianten bezüglich der zu entschädigenden Gruppen diskutiert würden, dass eine zufriedenstellende Einigung unwahrscheinlich ist. Den Öko-Bauern ja; den Bauern, die für die Massentierhaltung Futter anbauen nicht; den Bauern, die unser Obst und Gemüse mit Glyphosat etc. behandeln nicht; den Bauern, die möglichst auf Gift verzichten und ihre Produkte in der Region verkaufen ja; ...
Wenn überhaupt, dann sowieso nur den Bauern, deren Produkte unter der Hitze nicht gedeihen, denn Obst und Beeren waren/sind sehr gut dieses Jahr.
Ich glaube nicht daran, dass eine akzeptable Kriterienliste vereinbar ist, bin aber dagegen, dass global an alle Bauern entschädigt wird, also bin ich für gar nicht entschädigen. Wetter ist für den Bauern Risiko, ok, und wenn die Ernte schlecht ausfällt, werden die Produkte für die Verbraucher sowieso teurer und das ist die Entschädigung.
ing793
@rayer: Mais wird nicht angebaut, weil er so toll wächst oder weil die Welt nicht ohne unseren Anteil auskommen kann.

Mais wird angebaut, weil es die einzige für den Bauern brauchbare Nutzpflanze ist, die auch dann wächst, wenn man den Acker unter Güllemassen quasi ersäuft.
rayer
@ing
Bitte nur Dinge von denen Du was verstehst. Dein Argument mag vielleicht für Niedersachsen und NRW gelten, da wo ich lebe, gibt es weit und breit keine Schweine, Hühner oder Rinderzucht aber Mais und Raps, soweit das Auge reicht. Da geht es um die Kulturen die sich ohne Manpower kultivieren lassen. Die fahren hier nicht die Gülle aus NRW zum Düngen her. Da geht es um Biodiesel oder Biogas und die Subventionen pro Liter / Kubikmeter für nachwachsenden Energieträgern. Das braucht kein Mensch, nur der Landwirt und die Politik für ihre Ökobilanz. Der Bauer hat nun durch die Dürre Minderertrag und klappert um seinen Profit. Deine Gülle kannst dir sonst wo hinschütten.
Hefe
ing793: Mais hat von allen Getreiden den höchsten Kaloriengehalt. Vielleicht sind deswegen auch die Amerikaner und Mexikaner so fett. Im Oberrheingraben (Basel-Frankfurt) werden voraussichtlich die Temperaturen um 3-4, in den Städten um ca. 5 Grad steigen. Da gehen auch andere Kulturen zugrunde. Der Geschäftsführer des Bund Regionalverbandes Südlicher Oberrhein, Axel Mayer, rät Bauwilligen sich zu überlegen, ob da ein Bauplatz eine gute Idee ist. Für Zuwanderer mit Herz- und Kreislaufproblem war es schon immer problematisch, sich hier niederzulassen wenn man nicht muss.
ing793
@rayer: so wie es aussieht, haben wir beide, jeder für seinen Bereich, recht. Vielleicht hast Du ja sogar "mehr" recht.

Das lässt sich auch übrigens wenn schon nicht freundlich, so doch zumindest sachlich erklären, ohne sich wie ein arrogantes A*** zu verhalten.
Naja, vielleicht nicht von allen ...
rayer
@ing
Vielleicht bin ich so gereizt, weil die ganze Diskussion zum Kotzen ist. Die Bauern in unserem Land sind so ziemlich die dümmsten Unternehmer weltweit. Kaum gibt es für ihr Monoprodukt wie Kühe, Milch, Mais, Kartoffeln oder was auch immer mal ein gutes Jahr und Kohle, wird sofort im nächsten Jahr die Produktion hochgefahren und investiert bis zum Anschlag. Der Preis verfällt und der Bürger soll die Dummheit bezahlen. Das sollte sich mal ein Handwerksbetrieb erlauben. Der geht Konkurs und keine Sau kümmert`s.
StechusKaktus
Gell, da staunste solitude. Hier hat sich ein lesenswerter und untrhaltsamer thread entwickelt.
@pip: Kacktussi... hahaha... witzig!
Aber kein Grund zur Eifersucht, so dicke mit dem lempel bin ich gar nicht. Er gehört aber in jedem Fall zu den originellen hier und ich lese seine Beiträge meistens gern.
Aber da ist ja das Schöne hier: Es gibt kaum Allianzen, jeder kämpft für sich. Lediglich ein paar Teilnehmer meinen sich an andere heranwanzen zu müssen.
Zombijaeger
Ich muss gestehen, dass Lempel durchaus witzig ist. Was mich nur nervt, diese haarsträubenden Schwachsinnsthesen über die deutsche Sprache. Aber ich vermute, Lempel weiss selber, dass die Blödsinn sind, will aber auf Teufel komm raus, die Leute provozieren.
Jonathankinderkram
Klar habe ich dafür Verständnis, weil eine einzige mißratene Erntesaison einen Landwirt sonst ruinieren könnte und niemand mehr sich als Landwirt versuchen würde. Der Verbraucher - also wir alle bestimmen die Nachfrage. Esst weniger Fleisch, dann werden auch nicht soviele Futtermittel benötigt und Maisfelder könnten zu Obstwiesen werden und StechusKaktus hätte an der Kreuzung wieder freie Sicht. Wobei das kein allzu starkes Argument gegen Maisfelder war. Jeder muß halt so auf eine Kreuzung zu fahren, dass er jederzeit auf die Verkehrslage reagieren kann.
Zombijaeger
Lempel, bleib lieber beim Korrigieren von Englisch. Da kannst du den Leuten tatsächlich manchmal weiterhelfen hier.
Zombijaeger
Was ich halt befürchte, dass es irgendwann nur noch Treibhausgemüse und Obst gibt, was nach nix schmeckt. Dann lieber doch mal ein paar konventionelle Bauern unterstützen.
rayer
Um die Obst und Gemüse Bauern geht es hier doch überhaupt nicht, die sind von der Dürre durch Bewässerungsanlagen so gut wie verschont. Die Monokulturen für Biokraftstoffe braucht kein Mensch, im Gegenteil die verdrängen genau Deine Obst und Gemüse Bauern. Da braucht es Personal, beim Mais kann einer allein fast den ganzen Betrieb schmeißen.
Jonathankinderkram
Meine Rede, Rayer. Wir alle bestimmen doch die Nachfrage auf die der Bauer mit seinen Produkten reagiert. Und wenn viel Fleisch gegessen wird, benötigt man eben Mais als Futtermittel. Und weil das Wetter nicht planbar ist brauchts ne Absicherung für Extremwetterperioden und Unwetter, sonst würde keiner den Job mehr machen. Also geht das schon in Ordnung, wenn der Bauer genug zum finanziellen Überleben bekommt. Wenn dem nicht so wäre, würden am Ende nur noch ein paar Mega-Mono-Landwirtschaftsbetriebe übrig bleiben. Will das jemand von Euch?





wokk
Da beisst sich meines Erachtens nach die Katze in den Schwanz.
Wenn der Bauer jetzt wegen eventueller Ernteausfälle 25 % mehr Entgelt bekäme, würde es wahrscheinlich so ausgehen, dass er den Zusatzverdienst als berechtigten Entgelt für seine Ware sieht. Damit hat er ja auch durchaus recht! Er verdient seiner Funktion entsprechend nicht ausreichend!
Aber dann wird der 'Zusatzverdienst' als normal angesehen und bei anschliessenden Ernteausfällen wird das Gejammere trotzdem einsetzen!
Jonathankinderkram
Hallo Wok, mir ist nicht klar worauf Du hinaus willst...
Läuft alles im Rahmen mit einer normalen bis guten Ernte, gibts natürlich keinen "Zusatzverdienst". Dann ernährt ihn seine Scholle. Wenns wie dieses Jahr wochenlange Hitze ohne Regen gibt, und - sagen wir mal 50% weniger geerntet wird, braucht er eine Kompensation. Es ließe sich zwar ein Erntedefizit theoretisch über höhere Preise ausgleichen, aber da würden die Großabnehmer eher auf günstigere Importe zu greifen bevor sie die Preise für Milch, Kartoffeln, Getreide für heimische Landwirte verdoppeln. Und da springt eben der Staat mehr oder weniger in die Bresche bevor noch mehr Landwirte aufgeben. Ich persönlich möchte nicht ausschließlich von importierten LW-Produkten abhängig sein.

ing793
Richtig ist, dass Landwirtschaft nicht dem globalen Wettbewerb unterliegen sollte. Wir brauchen Bauern hier in D, und sei es aus rein strategischen Gründen.

Deswegen werden Landwirte ja in nicht unerheblichem Maße von der EU gefördert. Um das zu rechtfertigen, darf es den Bauern grundsätzlich nicht gut gehen, sonst werden die Hilfen in Frage gestellt.

Darum beklagen sie bei einer sehr guten Ernte den Preisverfall wegen des Überangebots, bei einer schlechten Ernte den Mengeausfall und in normalen Jahren, dass sie von der Substanz leben würden und höhere Preise bräuchten. Ein Bauer ist nur glücklich, wenn er unglücklich ist.
Lempel
Weshalb sollen Bauern subventioniert werden, wenn sie falsche Entscheidungen treffen oder das Wetter sie nicht reich und fett macht?

Keine einzige Druckerei von allen, die seit den 1980er Jahren Pleite gingen, weil dieser Scheiß-Apple Computer Macintosh erfunden wurde, wurde am Leben erhalten.

Auch ein Bauer sollte das Recht haben, Pleite zu gehen. Dann kann er ja immer noch seine Ländereien verkaufen und in Monte Carlo Ringelpietz mit Anfassen spielen.
StechusKaktus
Ich bin ja für eine Vergesellschaftung der landwirtschaftlichen Produktionsmittel und Überführung der Bauern in das Beamtentum.
Dann leisten wir uns ein paar Bergbauern zur Landschaftspflege, entscheiden selbst, was und wie und wie viel angebaut wird, gewährleisten eine artgerechte Haltung von Tieren, dulden nicht länger die Verseuchung des Trinkwassers durch die Ausbringung von Gülle und schaffen die unsäglichen EU-Subventionen ab, die in erster Linie den Betrieben zugute kommen, die Scheisse produzieren.

Die Preise der Nahrungsmittel werden steigen, aber das macht nichts. Eine bewusstere Ernährung und eine Verringerung des Fleischkonsums würden zur Volksgesundheit beitragen.
Lempel
Stechus, du bist doch wohl nicht Kommunist?
Bauern zu Beamten degradieren und ihnen ihr Land wegnehmen?
Nein, ich bin ein rechter Demokrat: Jeder Bauer hat Anrecht auf ein standesgemäße Ende seines Lebens.
Lempel
Übrigens, schönes Wortspiel »Scheiße produzieren«. Und siehe mal, wie ich Scheiße geschrieben habe.
Alienne
Erst gerade wieder in zdf-info bestätigt gefunden, dass vieles am System unserer derzeitigen Landwirtschaft liegt. Zu viel Monokultur, zu wenig Diversifizierung, zu viel Düngung, Auslaugen der Böden ... Vieles davon ist hier schon angesprochen worden. Da sollte investiert werden.
Dein letzter Beitrag, StechusKaktus, geht durchaus in eine sinnvolle Richung, aber nicht über Verbeamtung, sondern über SoLaWi, gutes Modell und nimmt zu. Du bist mit verantwortlich für die Wahl der Produkte, kannst dich einbringen,ermöglichst dem Bauern eine Planung, zahlst (nicht sooo wenig) und erhälst deine Waren über einen Verteilpunkt und weißt genau, was auf den Teller und den Tisch kommt. Geht allerdings nur mit saisonaler Ware und immer nur dann, wenn's halt gerade reif ist.
Lempel
Allienne,
[Zitat] »Geht allerdings nur mit saisonaler Ware und immer nur dann, wenn's halt gerade reif ist.«

Und wenn nichts da ist, gibt’s auch nichts. Wie z.B. im Winter oder bei keiner Ernte.
Oder wenn nur Mais angebaut wurde.
StechusKaktus
@lempel: Es ist auch interessant, wie OFT du Scheisse schreibst... (sorry, diese Steilvorlage musste verwertet werden). :-D

PS:
Ich selbst bezeichne mich eher nicht als Kommunist, eher als Neoliberaler Gutmensch!
Lempel
Liebe Stachus,
ich schreibe niemals Scheisse. Nach einem Diphthong gehört kein »ss« sondern »ß«.
Grinsekatze
Obwohl - das Doppel-s steht dir!
Lempel
Oh ja, das steht mir gut. Dort, wo es hin gehört.
Hefe
Wenn das Gerücht stimmt, gehören die meisten "bäuerlichen Schweinemästereien" schon lange Großkonzernen. Angeblich haben wir immer noch pro Einwohner die meisten Lebensmittelfirmen in Europa. Das bedeutet auch, dass natürlich jede Handelskette einen vollgefüllten Laden haben will. Und außerdem gibt es Kunden, die erwarten, dass kurz vor Ladenschluss Brot, Obst und Gemüse in reicher Auswahl vorhanden sind. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die kleineren und mittelgroßen Bauernhöfe auf eigenes Risiko und mit direktem Anschluß an den Welthandel wirtschaften. Sie dürften längst Vertragspartner von Raiffeisen und sonstigen Firmen sein. Die Frage ist nur, welchen Einfluß die Firmen auf Sorten, Düngung, Bodenbearbeitumg etc. haben.