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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000107158 Lempel

ZDF-Moderatorin Dunja Hayali fordert ein neues Wort im Duden: "Heimaten"

Wie viele Heimaten kann man haben?
»Heimaten« ist das Plural von »Heimat«.
Antworten (35)
StechusKaktus
Danke für die Klarstellung des Plurals. Ich dachte schon, du meinst heiraten, aber das gibt es ja schon ...

DH ist mir in der Vergangenheit schön häufiger als schlechte Journalistin aufgefallen. Ich kenne keinen Journalisten, der sich mit einer Sache so gemein macht wie sie. Ich würde sogar soweit gehen, dass ihr Verhalten gegenüber Interviewpartnern, die ihrer Meinung nicht entsprechen (z.B. AfD-Sympathisanten), zu einer Stärkung der AfD geführt hat.

Zur Frage selbst: Heimat ist kein definierter Begriff, jeder legt ihn subjektiv nach seinem Gefühl aus. Und wer meint 2 oder 5 Heimaten zu haben, der macht das eben. Dafür brauche ich keine Journalistin, die einen Streit darüber anzettelt.
Musca
Ist es absurd, wenn Migranten zwei Herzen in ihrer Brust haben ? Wie auch immer die Antwort ist, wir leben bereits damit und müssen künftig damit leben. Und wir sollten uns darauf einstellen, dass es mehr werden, welche nicht nur eine Heimat, sondern mehrere Heimaten haben / hatten.
Solange die Grundgesetze eines Staates eingehalten werden,Integration erfolgt ist, sprich Aneignung der Sprache, Anerkennung fremder Moral und Sitten, in diesem Fall deutsch/europäischer Moral, was spricht dagegen ?
StechusKaktus
Zwei Pässe bedeuten zumindest nicht zwei Heimaten.
Dorfdepp
So sieht es beispielsweise aus, wenn Menschen zwei Heimaten haben. Hier leben und alle Annehmligkeiten mitnehmen, aber Erdogan als ihren wahren Präsidenten ansehen und in Deutschland lebende Kritiker beim türkischen Geheimdienst denunzieren.

Solche Leute mit zwei Heimaten will ich hier nicht haben.
Dorfdepp
ch, bevor der Rechtschreibtaliban das Schwert erhebt. Traurig nur, dass ich das überhaupt schreibe. Aber ich tue das nur, weil ich hoffe, dass dieser blödsinnige Terror irgendwann aufhört.
ing793
@Stechus: mir wird nicht ganz klar, was die berufliche Qualität eines Menschen mit seinen Erlebnissen zu tun hat. Sie hat ein Buch über ihre eigenen Erlebnisse verfasst und sie stellt fest, dass ihrem persönlichen Gefühl die enge Interpretation des Begriffes "Heimat" nicht enspricht.

Ich denke schon, dass es Menschen gibt, die sich mit verschiedenen Kulturen verbunden fühlen.
Auf Dorfdepps Kommentar gehe ich einfach mal nicht ein. Er bezieht sich nicht auf Leute mit mehreren Heimaten.
Lempel
Ich finde es interessant, dass es offensichtlich Menschen gibt, die mehr als eine Heimat haben.
Dann dürfen sie natürlich das so fühlen.

Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass jemand mehrere Heimaten hat. Ich habe nur eine, und das ist nicht jene, in der ich zufällig geboren wurde.
Lempel
Es heißt übrigens der Plural.
Danke Lempel.
StechusKaktus
@ing793:
Es gehört zum Handwerkszeug von schlechten Journalisten, sich auf undefinierte, subjektive Begriffe zu stürzen und einen Streit über diese vom Zaun zu brechen. Wir hatten das kürzlich schon beim Begriff der "Hetzjagd". Es verhält sich wie das Feuer, das von der Feuerwehr selbst gelegt wird, um es dann zu löschen.
"Heimat" ist für mich ein positiv belegter, aber rein subjektiver Begriff. Es zeugt nicht von hohem Sachverstand, um diesen herum einen Konflikt aufbauen zu wollen (den es gar nicht gibt).
Lempel
Stechus,
ist es nicht erfrischend, dass wir uns (noch?) nicht über diesen Ausdruck streiten?

Wenn jemand zwei Heimaten – oder gar noch mehr – hat, dann ist es seine/ihre ganz persönliche Angelegenheit.
Ich habe nur eine Heimat und kann mir nicht vorstellen, noch eine weitere dazu zu haben.

Ich liebe ja auch Hard Rock und kann mir nicht vorstellen, dass jemand Opern gut findet. Da höre ich mir doch lieber die Arie einer Kreissäge an.

Meine Heimat ist meine Familie, meine Freunde, meine Landsleute, mein Land. Und die würde ich bis zu meinem letzten Blutstropfen verteidigen.

Das wäre schwierig, wenn eine meiner Heimaten die andere militärisch angreifen würde.
DerDoofe
'Es heißt übrigens der Plural.
Danke Lempel.'

Baust du jetzt schon Fehler ein, damit du kritisieren kannst?
Alienne
Ja, ich denke, man kann mehrere Heimaten haben, z.B. eine aus der Kindheit, eine im Alter, eine von vor der Flucht, eine weitere danach ...
Ob man das immer "Heimat" nennen muss oder z.B. auch einfach mal "mein Zuhause", "mein neuer Lebensmittelpunkt" etc. ist jedem selbst überlassen.
Was man bestimmt nicht muss ist, den Plural von Heimat für eine Aufnahme in den Duden vorzuschlagen. Üblicherweise wird ein neues oder verändertes Wort sowieso irgendwann dann in den Duden aufgenommen, wenn es sich entsprechend im Sprachgebrauch eingebürgert und durchgesetzt hat.
Lempel
Alienne,
bei deiner Aufzählung der Heimaten legt man dann die vorige Heimat ab bevor man eine neue annimmt, oder akkumulieren sie sich?
elfigy
Ich verstehe nicht, was daran neu ist. Ich kenne ein Paar aus Hamburg, aus Graz stammend, die wechseln einfach den Dialekt in Höhe des Mains, wenn sie ihre alte Heimat besuchen. Die sagten schon vor 20 Jahren, sie haben zwei Heimaten. Das war nur ein Beispiel, ich kenne noch mehrere. Warum auch sollte man mit der einen Heimat brechen, nur weil man eine neue gefunden hat. Viele deutsche Auswanderer gründeten in der neuen Heimat, in der sie sich durchaus heimisch fühlen, deutsche Vereine, weil sie auch ihre deutsche Heimat noch wertschätzen.
Und selbst der Lämpl hat sich in Australien in einem deutschen Auswanderer Forum angewanzt, die schmissen ihn aber bald wegen arroganter Besserwisserei wieder raus.
elfigy
Und ob nun ein Wort im Duden steht oder nicht, ist egal. Unsere Sprache ist lebendig, entscheidend ist, wie sie benützt und verstanden wird. Sie ist das Mittel zur Interaktion und existiert nicht nur als Formel. Daran geilen sich höchstens ein paar Extremisten auf.
wokk
🤣 👍
Dorfdepp
Für in Deutschland geborene Menschen mit Migrationshintergrund ist Heimat eine schwierige Frage. Selbst wenn sie hier in der dritten Generation leben, fühlen sie sich hier nicht richtig heimisch, sie haben zwei Heimate, selbst wenn sie nie im Land ihrer Vorfahren gewesen sind, da reicht schon die Erziehung aus.

Das ist ein Problem für unsere Gesellschaft. Die Polen, die als Malocher im 19. Jahrhundert ins Ruhrgebiet eingewandert sind, haben sich assimiliert, mit Dackel, Kleingarten und Fußballverein. Da war die Heimatfrage schnell klar. Bei den Türken und Arabern ist das anders, die bilden lieber generationsübergreifend Parallelgesellschaften. Und wollen "Heimaten" in den Duden aufgenommen haben.
elfigy
Wer aus den genannten Personenkreis hat das denn gefordert?
Dorfdepp
Dunja Hayali? Irakischer Abstammung.
elfigy
Dunja Hayali ist Deutsche und gehört keiner parallelgesellschaft an.
Dorfdepp
Nein, sie gehört auch keiner Abstammung an. Warum ist es für euch Linke so schwierig, Dinge einfach so zu benennen wie sie sind? Ideologische Scheuklappen? Zum Glück habe ich die nicht.
Dorfdepp
Da kommt mir noch ein Gedanke. Warum "Heimaten" nur als Substantiv und nicht als Verb? Heute heimate ich hier, morgen dort. Daran sieht man schon, wie blöd das ist.
elfigy
Also, du schriebst von türkischen und arabischen parallelgesellschaften und dass die fordern, Heimaten soll in den Duden aufgenommen werden. Auf Nachfrage nennst du Dunja Hayali, die aber keiner Paralellgesellschaft angehört und Deutsche ist. Was spielt das dabei für eine Rolle, ob sie Vorfahren aus dem Irak hat oder nicht? Mir ist es egal, ob Heimaten in den Duden aufgenommen wird. Aber sie kann es natürlich wollen und fordern. Ich verstehe nur den Zusammenhang mit Paralellgesellschaften nicht.
Dorfdepp
Meine Güte, warum ist das so schwierig? Dunja Hayali ist nun einmal irakischer Abstammung und fordert das, was in der Frage steht. Sie hat zunächst nichts mit Parallelgesellschaften zu tun, die es hier aber gibt, und das ist der Punkt. Für mich passt das zusammen. Zwei Heimaten haben zu wollen bedeutet, nicht irgendwo hinzugehören. Ohne mich wiederholen zu wollen, die einen haben es hingekriegt, die anderen nicht.
DerDoofe
In meinem Duden, 23. Auflage, Seite 458 steht:

Heimat, die; -, -en
bh_hubsi
Stimmt,
ich bin in Unterfranken geboren und mit 30 Jahren nach Mittelfranken gezogen.
Nun habe ich hier länger gelebt als in Unterfranken, aber einmal mit Mee-Wasser getauft, dass läßt sich nicht so einfach abwaschen.

Zwei Heimaten ist für mich OK!

ing793
@Dorfdepp: ich finde es interessant, wie Du Deine -sagen wir negative- Sichtweise auf Türken und Araber beschränkst.
Offensichtlich warst Du noch nie auf einem Schlesier- oder Siebenbürgertreffen (als Beispiel). Oder hast Dich in einer Siedlung umgetan, in der !Zufall! Russlandspätaussiedler gehäuft auftreten.

Zugegebenermaßen nennen die nicht Putin "mein Präsident". Aber ansonsten ...
ing793
ich kenne übrigens selber eine große Anzahl von Einwanderern aus einem arabischen Land. Seit zwei Generationen hier, überwiegend mittlerweile deutsche Staatsbürger, die selbst untereinander meist deutsch sprechen und wenn nicht, immer mal wieder nach den arabischen Vokabeln suchen müssen.
Wenn Du sie nach der Heimat fragst, kommem D und das Geburtsland etwa gleich häufig als Antwort.

Das sehe ich völlig unproblematisch.

Denn die Sache mit den zwei Heimaten gilt für die Drittgeneration, die immer noch skandiert "Erdogan ist mein Präsident" gar nicht. Die betrachten D nicht als "Heimat", die haben also nur eine.
Und leben woanders. Bedauernswert.
Dorfdepp
@ ing793

Ich habe mich bemüht, eine Situation so neutral wie möglich darzustellen. Wenn du darin eine negative Sichtweise erkennen willst, könnte es vielleicht daran liegen, dass manche eine neutrale Beschreibung nicht als neutral empfinden können. Es gibt nun einmal Wahrheiten, die manche als unangenehm empfinden könnten. Deinen Ausführungen glaube ich, aber das Phänomen der Parallelgesellschaften ist real existent.

Lempel
Ich bedanke mich für alle Antworten und freue mich, dass überwiegend sachlich diskutiert wurde.
Mit der Ausnahme von elfigy, die eine Lüge über mich erzählt.
Matthew
@Dorfdepp, dass Du versuchst neutral zu sein, mag ich Dir ja gerne glauben. Wenn es Dir auch gelingen würde, müsstest Du ings Argumentation aber doch eigentlich folgen können:
  • Ja, es gibt Parallel-Gesellschaften. Z.B. bei Vertriebenen-Treffen zu beobachten, Ing nennt Schlesier und Siebenbürgen, ich ergänze Sudetendeutsche. Und ja es gibt auch Türken, Araber, Perser, Chinesen, Russen, Briten, Nord- und Süd-Amerikaner und viele mehr, die zuweilen in Parallel-Gesellschaften leben. Z.B. viele von den GIs , die früher in Deutschland stationiert waren.
  • All diese Menschen, die in Parallel-Gesellschaften leben, haben nur eine Heimat! Nämlich die, von der sie sich nicht lösen können. Sie sind hier nicht angekommen, haben also Deutschland nicht als zusätzliche Heimat gefunden.
  • Diejenigen die mehrere Heimaten haben (und sich deshalb wünschen, dass auch sprachlich ausdrücken zu können), die sind hier angekommen und haben Deutschland (oder was auch immer für sie Heimat ausmacht) als Heimat. Zusätzlich aber eben noch, dass, was sich mit ihren Kindheits-Erinnerungen verbindet. Dazu gehört, da bin ich mir sicher, auch Dunja Hayali.

Eigentlich ist das doch gar nicht so schwer zu verstehen.

Für mich ist Heimat, zum Einen, die Gerüche meiner Kindheit: Der Geruch nach Salz und fauligem Seetang und das Geschrei der Möven. Und der Geruch nach Bauernhof. Übrigens völlig unabhängig davon, in welchem Nationalstaat sich die Küste oder der Bauernhof befindet. Das könnte auch in Frankreich, Korea oder Afrika sein. Es ist das Gefühl von "nach-hause-kommen" und von "Vertrautheit", egal wo.
Oder es ist, die Silhuette des Stuttgarter Fernsehturms am Horizont zu sehen, obwohl ich schon seit fast 50 Jahren nicht mehr in Stuttgart lebe.
Genauso aber auch, nach einer Reise in die Stadt zurück zu kommen, in der ich heute lebe.

Ich habe eine ganze Reihe von Heimaten, die übrigens alle durch Orte in Deutschland geprägt sind (aber das ist Zufall), aber (zumindest teilweise) auch an vielen anderen Orten auf der Welt Resonanz finden und das Gefühl von Heimat auslösen.
elfigy
Lämpl möchtest du, dass ich die Screenshots hier veröffentliche? Wenn du mich der Lüge bezichtigst, musst du das wollen.
Allerdings musst du drei Tage warten, denn ich befinde mich grad im Piemont, wo ich gerade anfange heimisch zu werden. Freitag bin ich wieder zuhause, ich habe nur das Händi dabei.
Lempel
elfigy,
ich finde es schade, dass du diesen Strang, der bisher überwiegend sachlich und ohne gegenseitige Beleidigungen gelaufen ist, dafür benutzt, hier Streitereien einzubringen.

Es ist mir egal, was du hier heute veröffentlichst oder in drei Tagen oder in drei Jahren, oder überhaupt nicht, es würde nur zeigen, dass du lügst.
Wir beide, du und ich, wissen, dass du lügst. Du musst damit leben, eine Lügnerin zu sein, ich nicht.

Aber vielleicht meinst du mit »Lämpl« ja jemand, den du kennst, und nicht »Lempel«. Ich nahm bisher an, du könntest meinen Nick aufgrund deiner allgemeinen Rechtschreibschwäche nicht richtig schreiben.

Dann man los!
Hefe
Das erinnert mich an eine Geschichte von 0`Henry oder Mark Twain. Ein Mensch (Mann)bezeichnet sich als Weltbürger. Einige Stunden später sieht er, wie dieser sich mit einem anderen Mann prügelt. Dieser hatt sich die Kanalisation seines Geburtsortes als schlecht bezeichnet.
Stefanie_Dolhausen
SCHON WIEDER ein unnötiges Wort mehr im Duden! -.--