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Absturz des Malaysia-Airlines-Jet: Angehörige fühlen sich von Behörden verschaukelt

Angehörige der Passagiere von Flug MH370 und Unterstützer machen bei Protesten in Peking ihrem Unmut gegen die malaysische Regierung und die Fluggesellschaft Luft. Einige bezeichnen sie als Mörder.

Bis zuletzt haben sie die Hoffnung nicht aufgegeben: Die Angehörigen der Passagiere von Flug MH370. Nach einer mehr als zwei Wochen andauernden dramatischen Suche, haben sie nun erfahren: Die seit dem 8. März vermisste Malaysia Airlines-Maschine ist nach Überzeugung der malaysischen Ermittler zwischen 01.11 Uhr MEZ und 02.15 MEZ im Indischen Ozean abgestürzt. Das geht nach Angaben des malaysischen Verkehrsministers Hishammuddin Hussein aus der neuen Analyse von Satellitendaten hervor. Der Flug endete demnach zwischen siebeneinhalb und achteinhalb Stunden nach dem Start, der in Kuala Lumpur erfolgt war. Genau so lange habe auch der Treibstoff an Bord gereicht, sagte der Minister.

"Wir müssen den Absturz akzeptieren"

Indes gingen die Angehörigen in China auf die Straße. Die Information trifft sie zustiefst. Sie sind traurig und verzweifelt, aber auch wütend und enttäuscht. Mehr als zwei Wochen Ungewissheit, Hoffnung, Vermutungen - das alles hat Spuren hinterlassen. Ihre Emotionen kochten in Peking über. Hunderte demonstrierten gemeinsam mit Unterstützern vor der Malaysischen Botschaft. Mit Transparenten durchbrachen sie eine Polizeiabsperrung. Sie werfen den malaysischen Behörden und der Fluggesellschaft beim Umgang mit dem Verschwinden der Boeing mangelnde Informationspolitik vor. "Wir wollen die Wahrheit", lautete der Schriftzug eines Transparents. Einige wütende Demonstranten gaben den Behörden sogar eine Mitschuld: "Mörder" stand auf einem Plakat. Unter Trauer und Wut mischt sich auch Aufregung über eine SMS. Die malaysische Fluggesellschaft informierte die Angehörigen per Kurznachricht über das tragische Unglück. "(...) Wir müssen akzeptieren, dass alle Hinweise darauf hindeuten, dass das Flugzeug im südlichen indischen Ozean abgestürzt ist." Bislang wurde immer noch kein Trümmerstück geborgen.

Formel 1 will Anteil nehmen

Formel-1-Fahrer und Teams haben vor dem Großen Preis von Malaysia ihr Beileid mit den Opfern und deren Angehörigen bekundet. Die beiden Mercedes-Piloten Nico Rosberg und Lewis Hamilton teilten per Twitter mit, alle ihre Gebete und Sympathien gelten Freunden und Familien der Passagiere. Der Rennstall will beim zweiten Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft auf dem Sepang International Circuit mit einer Aufschrift an den Autos an die Opfer erinnern. Das Team Caterham erklärte: "Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Familien und Freunden derjenigen, die an Bord der MH 370 waren."

fme/DPA / DPA