Die von der Bundesregierung zum 1. April eingeführte Regel, wonach Tankstellen in Deutschland nur noch einmal täglich die Preise erhöhen dürfen, sorgt für höhere Preise an der Zapfsäule. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des ADAC von mehr als 14.000 Tankstellen.
Die neue Regel habe dem Automobilclub zufolge dazu geführt, dass die Mineralölkonzerne bei der Preiserhöhung um 12 Uhr einen großen Risikoaufschlag mit einpreisen. Die Auswertung zeigt auch, wann am Tag die beste Zeit zum Tanken ist.
Kraftstoffe verteuern sich Mittags im Schnitt um zehn Cent
Durch die neu eingeführte Regel können Tankstellen die Spritpreise nicht mehr beliebig oft am Tag erhöhen, sondern nur einmal täglich um 12 Uhr. Auf die eingeschränkte Flexibilität reagieren die Mineralölkonzerne laut ADAC mit einem Risikoaufschlag. So zeigt die Auswertung, dass E10 mittags im Schnitt um rund neun Cent je Liter teurer wird, Diesel sogar um 10,5 Cent.
Am günstigsten ist Tanken kurz vor zwölf Uhr
Nach der Preiserhöhung sinken die Preise demnach langsam im weiteren Tagesverlauf bis zum frühen Abend. Bis zum nächsten Morgen blieben sie auf dem Niveau des Tagesdurchschnitts. Danach wird der Sprit langsam günstiger. Um sechs Uhr morgens liegen die Spritpreise im Schnitt unterhalb des Tagesdurchschnitts, ab zehn Uhr sogar bis zu zwei Cent. Um kurz vor zwölf Uhr liegen die Spritpreise in Deutschland dann durchschnittlich 2,7 Cent unterhalb des Tagesdurchschnitts. Autofahrerinnen und Autofahrer sollten also idealerweise kurz vor zwölf Uhr tanken. Wer allerdings nur etwas zu spät an der Zapfsäule vorfährt, der riskiert, dass der Sprit dann bis zu zehn Cent pro Liter teurer wird.
Der ADAC sieht das Österreich-Modell kritisch, weil Autofahrende bereits im vorherigen Modell mit beliebig vielen Preiserhöhungen einen Zeitraum identifizieren konnten, an denen Sprit im Tagesverlauf am günstigsten ist. Einen solchen Zeitpunkt liefert zwar auch das Österreich-Modell, jedoch anders als zuvor mit großen Risikoaufschlägen seitens der Mineralölkonzerne.
Kein Wunder, dass auch ein Großteil der Autofahrerinnen und Autofahrer nicht von der Maßnahme überzeugt ist. Laut einer ADAC-Umfrage begrüßten nur 21 Prozent der Befragten die neue Tank-Regel. Fast die Hälfte (42 Prozent) äußerte sich ablehnend.