Geborgene Erinnerungsstücke
Von der Titanic werden Habseligkeiten der Toten geborgen – das hat seinen Preis

Mit dem Mythos der Titanic wird Geld gemacht, viel Geld. Das ist auch über 100 Jahre nach dem Untergang des Schiffes so. Eine Geschichte von Gier, Trauma und Liebe.
Das Wrack der Titanic
Fast 1500 Menschen verloren im eisigen Atlantik ihr Leben, nachdem die "Titanic" einen Eisberg gerammt hatte. Ihr Schicksal bewegt auch über 100 Jahre danach, weil nicht bloß ein Schiff versank, sondern der Glaube an die Unbezwingbarkeit der Technik
© National_Geographic/ / Picture Alliance

Dieses Stück stammt aus dem stern-Archiv und erschien zuerst im Jahr 2012. Anlässlich der Versteigerung der Rettungsweste einer Titanic-Überlebenden in London, veröffentlichen wir das Stück an dieser Stelle erneut. 

Die Todesschreie haben ihm für den Rest des Lebens den Schlaf geraubt. Adolphe Saalfeld, Parfümeur und Lebemann, saß in der Nacht des 15. April 1912 auf einer der Bänke im Rettungsboot Nummer drei, über ihm der klare Sternenhimmel, unter ihm die spiegelglatte See und vor ihm die "Titanic", leckgeschlagen und dem Untergang geweiht. Mehr als 1500 Menschen waren zu diesem Zeitpunkt noch auf dem Schiff. Verzweifelt versuchten sie, dem aufsteigenden Wasser und dann, an Reling oder Bordwände geklammert, dem sicheren Fall ins eiskalte Wasser zu entkommen. Bei minus zwei Grad Wassertemperatur stirbt ein Mensch innerhalb von Minuten.

Adolphe Saalfeld, damals 47 Jahre alt, war einer der Glücklichen in dieser Nacht. Und damit begann sein Unglück.

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