Afghanistan Freigelassene Geiseln sind wohlauf


Den drei südkoreanischen Geiseln, die von Taliban-Rebellen freigelassen worden sind, geht es angeblich gut. Nach wochenlangem Bangen um ihr Schicksal befinden sie sich auf dem Weg nach Kabul. Jetzt wird über die Freilassung der übrigen 16 Geiseln verhandelt.

Knapp sechs Wochen nach Beginn des Geiseldramas in Afghanistan haben die radikalislamischen Taliban drei von noch 19 südkoreanischen Geiseln freigelassen. Die Koreaner wurden an einen Unterhändler der südkoreanischen Regierung in der südostafghanischen Provinz Ghasni übergeben.

Stammesführer Haji Zahir Kharoti, der im Auftrag der Regierung in Seoul über die Freilassung der 19 Geiseln verhandelte, sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa, die drei Frauen seien wohlauf. Er habe sie im Distrikt Khoqyani in Empfang genommen und dann weiter an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) gegeben. Möglicherweise kämen bald fünf weitere Geiseln frei. Nach Polizeiangaben sind die Frauen auf dem Weg nach Ghasni-Stadt.

Taliban einigen sich mit Seoul

Am Dienstag hatten sich Unterhändler der Regierung in Seoul und Vertreter der Taliban auf die Freilassung der noch 19 Geiseln geeinigt. Die Taliban hatten am 19. Juli 23 Mitglieder einer südkoreanischen Kirchengruppe verschleppt. Zwei Koreaner hatten die Entführer erschossen; zwei Frauen wurden später freigelassen.

Die südkoreanische Regierung hat nach eigenen Angaben zugesagt, ihre rund 200 Soldaten - wie bereits vor der Geiselnahme beschlossen - bis Jahresende aus Afghanistan abzuziehen. Auch habe die Regierung versprochen, keine "christlichen Missionare mehr in das Land zu schicken". Nach Angaben der Taliban willigte Seoul ein, alle Missionare bereits bis diesen Freitag nach Hause zu beordern. Ein Taliban-Unterhändler sagte nach der Einigung mit der südkoreanischen Regierung, die in verschiedenen Gruppen festgehaltenen Geiseln sollten in den kommenden Tagen freigelassen werden.

DPA/Reuters DPA Reuters

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