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Notlandung bei Air Berlin: Reifenteil reißt Loch in Tragfläche

Schock für 171 Passagiere auf dem Weg nach Griechenland: Beim Start in Düsseldorf gibt es einen lauten Knall. Dann klafft ein Loch im rechten Flügel des Airbus. Statt nach Kos, fliegt die Maschine nur bis München - Notlandung.

Flugzeug von unten

Ein Airbus anderen Typs von Air Berlin kurz nach dem Start.

Glück im Unglück hatten 178 Menschen an Bord eines Airbus A321, der am Samstag vom Flughafen Düsseldorf zur griechischen Insel Kos fliegen sollte. Mit etwas Verspätung rollte Flug AB 3156 gegen 10 Uhr zur Startbahn. Dann geschah es: Beim Beschleunigungsvorgang gab es einen lauten Knall. Was war passiert? 


Passagiere, die in der Mitte des Ferienfliegers am Fenster saßen, trauten ihren Augen nicht: Ein Loch, groß wie ein Teller, klaffte in der Tragfläche dicht am Rumpfansatz. "Beim Start in Düsseldorf haben sich Reifenteile gelöst, welche die Tragfläche beschädigt haben", erklärte später ein Sprecher von Air Berlin, wie die "Bild"-Zeitung berichtet. "Die Technik wurde dadurch nicht beeinträchtigt, und es bestand keine Gefahr für die Fluggäste."

Screenshot

Der Flugverlauf am 19. September: Flug AB 3156 Airbus von Düsseldorf nach Kos endete in München.


Doch es hätte auch anders kommen können. Der Fremdkörper hatte sich nicht nur in die Unterseite des Flügels gebohrt, sondern die Tragfläche der erst drei Jahren alten Maschine mit Kennung D-ABCK regelrecht durchschlagen. Vermutlich muss an dieser Stelle ein Hohlraum gewesen sein. Im Flügel befinden sich auch die Kerosintanks sowie Hydraulikleitungen, die für die Steuerung der Klappen und Triebwerke unerlässlich sind.

Gefahr von Teilen auf der Piste

Der Zwischenfall erinnert an die Ursache des Absturzes einer Concorde von Air France im Jahre 2000: Ein auf der Startbahn in Paris von einem Flugzeug verlorener Blechstreifen aus Titan hatte damals einen Reifen des Überschallflugzeuges zum Platzen gebracht. Die berstenden Gummiteile beschädigten die Fahrwerkselektronik, dass es zu Funkenflug kam, sich Kerosin entzündete sich und die Maschine abstürzte. Keine der 109 Menschen an Bord überlebte das Unglück.


Bedrohlich war auch die Situation für einen Airbus A380 von Qantas, als im November 2010 kurz nach dem Start in Singapur eines der vier Triebwerke explodierte und umherfliegende Teile ebenfalls den Flügel durchschlagen hatten. Doch den Piloten gelang eine Notlandung in Singapur.

Der Zwischenfall von Air Berlin am Wochenende in Düsseldorf beschäftigt jetzt die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig. Die 171 Urlauber an Bord konnten mit einer Ersatzmaschine von München aus ihre Reise nach Kos fortsetzen.

tib