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Alkoholfahrt in der Schweiz: Jan Ullrich entschuldigt sich bei Unfallgeschädigten

Ex-Rad-Profi Jan Ullrich zeigt sich nach seinem schweren Autounfall im Schweizer Kanton Thurgau reumütig. Da er jedoch nicht zum ersten Mal alkoholisiert fuhr, droht ihm jetzt sogar das Gefängnis.

Der ehemalige Tour-de-France-Sieger Jan Ullrich hat sich nach eigenen Angaben bei den Geschädigten des von ihm verursachten Autounfalls in der Schweiz persönlich entschuldigt. "Das war mir ein wichtiges Anliegen", erklärte der 40-Jährige. Er sei mit einem Strauß Blumen zu Ihnen gefahren und habe um Verzeihung gebeten. Die Entschuldigung sei von allen angenommen worden. "Das beruhigt mein Gewissen zwar nicht - macht aber ein gutes Gefühl! Ich bin heilfroh, dass alle einen Schutzengel hatten."

Freiheitsstrafe nicht ausgeschlossen

Ungeachtet dieser Geste droht dem Ex-Rad-Profi möglicherweise sogar eine Gefängnisstrafe. Der Grund: In der Schweiz können Unfallfahrer, die bei der Tat mehr als 0,8 Promille Alkohol im Blut haben, mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren belegt werden - vor allem dann, wenn sie nicht zum ersten Mal negativ aufgefallen sind. Das Vorleben des Unfallverursachers würde sich natürlich angeschaut, erklärte ein Sprecher der Stattsanwaltschaft Thurgau gegenüber der Bild-Zeitung.

Gestern hatte sich Ullrich auf seiner Webseite und auf Facebook reumütig gezeigt: "Es ist unverzeihlich, dass ich mich unter Alkoholeinfluss ans Steuer gesetzt habe. Das war ein Riesenfehler, den ich zutiefst bereue." Er sei "schockiert und traurig" über die Situation, in die er seine Familie und die Beteiligten gebracht habe.

Ullrich war am Montagabend kurz nach 20 Uhr in Mattwil im Schweizer Kanton Thurgau mit seinem Audi an einem Stoppsignal in das Heck eines Citroën geknallt, berichtete die Schweizer Tageszeitung "Blick". Ullrich selbst blieb unverletzt, musste jedoch einen Alkoholtest machen. Die Polizei bestätigte, dass der Verursacher 1,4 Promille Alkohol im Blut aufgewiesen hat. Den Namen nannte sie jedoch nicht.

Nicht Ullrichs erster Unfall

Laut dem Polizeibericht fuhr ein 41-Jähriger mit seinem Wagen auf einen an einem Stoppschild haltenden zweiten Wagen auf, weil er nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte. Der andere Wagen überschlug sich und kam in einem Feld zum stehen, während der 41-Jährige noch ein drittes Auto anfuhr. Zwei Menschen mussten verletzt ins Krankenhaus, der entstandene Schaden geht laut Polizei in die Zehntausende.

"Ich war im Stress, kam von einem Termin und wollte so schnell wie möglich heim", sagte Ullrich dem "Blick". Nach eigener Schätzung fuhr er etwa 20 Stundenkilometer zu schnell. Er hatte gegenüber der Zeitung zunächst bestritten, dass Alkohol im Spiel war.

Es war nicht Ullrichs erster Crash: Nachdem er 2002 mit seinem Porsche einen Unfall baute, kassierte er seine erste Dopingsperre. Es befanden sich Amphetamine im Blut. Seine Erklärung damals: In einer Dorfdisco habe ihm jemand eine gepanschte Ecstasy-Pille untergejubelt.

and/kis/AFP / AFP