Angriff auf Marine-Tanker Bundeswehr übergibt Piraten an Kenia


Die sieben somalischen Piraten, die seit gut einer Woche auf der Fregatte "Rheinland-Pfalz" festgehalten werden, kommen in Kenia vor Gericht. Die Bundeswehr hat die Männer an die Behörden in Mombasa überstellt. Die Seeräuber hatten Ende März versucht, den Marine-Tanker "Spessart" zu kapern.

Die Bundeswehr hat die sieben auf der Fregatte "Rheinland-Pfalz" festgesetzten somalischen Piraten an Kenia überstellt. In der Hafenstadt Mombasa habe der letzte Pirat die "Rheinland-Pfalz" verlassen, teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch in Berlin mit. Bereits für Donnerstag habe die kenianische Justiz einen Haftprüfungstermin anberaumt. Zuvor hatte der kenianische Generalstaatsanwalt in Verhandlungen mit dem deutschen Botschafter in Nairobi seine grundsätzliche Zustimmung zu der Überstellung gegeben.

Die Seeräuber hatten vor gut einer Woche den Marine-Tanker "Spessart" angegriffen. Die Attacke wurde allerdings vereitelt und die Piraten auf der Fregatte festgesetzt. Die Kieler Staatsanwaltschaft hatte Haftbefehle vor dem Amtsgericht erwirkt, für den Fall, dass den Piraten in Deutschland der Prozess gemacht werden soll. Gegen einen Prozess in Deutschland hatte sich vor allem das Bundesinnenministerium ausgesprochen, offenbar um möglichen Asylanträgen der Beschuldigten vorzubeugen.

Das Außenamt erklärte nun, das weitere Vorgehen erfolge analog der Überstellung von neun Piraten, die Anfang März an die kenianischen Behörden zur weiteren Strafverfolgung übergeben worden waren. Diese Piraten hatten im Golf von Aden ein deutsches Frachtschiff attackiert. Sie waren jedoch von Schiffen der EU-Mission "Atalanta" gestellt und ebenfalls auf der "Rheinland-Pfalz" festgesetzt worden.

Frachter mit US-Besatzung gekapert

Unterdessen haben Piraten vor der Küste Somalias am Mittwoch ein unter US-Flagge fahrendes, dänisches Schiff in ihre Gewalt gebracht. An Bord des Schiffes seien 21 Besatzungsmitglieder, teilte die US-Marine mit. Das Schiff sei rund 440 Kilometer südöstlich der somalischen Hafenstadt Eyl überfallen worden. Eine in Kenia ansässige Seefahrerorganisation berichtete, es handele sich um ein Containerschiff mit amerikanischer Besatzung. Die Seeleute schienen alle unversehrt zu sein. Die dänische Reederei A.P. Moller-Maersk erklärte, ihr Schiff "Maersk Alabama" sei vor Somalia von Piraten angegriffen worden und möglicherweise entführt worden. 20 Seeleute seien an Bord.

Wegen der deutlichen Zunahme von Piratenüberfällen vor dem Horn von Afrika hat die EU Kriegsschiffe in die Region entsandt, um eine der weltweit wichtigsten Handelsrouten zu überwachen. Trotz des Flottenaufmarsches kommt es entlang der somalischen Küste immer wieder zu Überfällen: So brachten Piraten jüngst den deutschen Frachter "Hansa Stavanger" in ihre Gewalt. Nach Angaben der Hamburger Staatsanwaltschaft sind auch fünf Bundesbürger an Bord des in Hamburg registrierten Schiffes.

DPA/AP/Reuters AP DPA Reuters

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