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Angst vor neugierigen Touristen Minister will Riesending-Höhle verschließen


Nach der Rettung kommt die Angst vor den Gaffern: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann will deshalb den Eingang der Riesending-Höhle verschließen, um unerwünschtem Tourismus vorzubeugen.

Aus Sorge vor einem gefährlichen Tourismus Neugieriger nach der Rettungsaktion an der Riesending-Höhle bei Berchtesgaden will Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) deren Eingang verschließen lassen. "Technisch ist es einfach und rechtlich halte ich es angesichts der extremen Gefahren, die damit verbunden sind, für geboten", sagte Herrmann in Berchtesgaden. Er fürchte, dass mancher, nicht nur in Deutschland, sondern europaweit auf die Idee komme: "Das muss ich mir jetzt anschauen, was da los war. Das führt dazu, dass Leute in die Höhle einsteigen, die überhaupt nicht die Fähigkeit haben. Dem vorzubeugen halte ich für absolut notwendig."

Westhauser in Klinik in Murnau

Der verletzte Forscher Johann Westhauser sah am Donnerstag um 11.44 Uhr, etwas mehr als 274 Stunden nach seinem Unfall in rund 1000 Metern Tiefe, am Ausgang erstmals wieder Tageslicht. Die Helfer, die ihn in den vergangenen sechs Tagen in einer beispiellosen Rettungsaktion aus der Tiefe holten, lagen sich erschöpft, aber glücklich in den Armen. Westhauser wurde sofort in die Unfallklinik ins oberbayerische Murnau geflogen. Die tagelangen Strapazen hat er nach Angaben der Bergwacht relativ gut überstanden.

Schon wieder zu Scherzen aufgelegt

Der Arzt Nico Petterich berichtete, der Patient sei während des Transports stabil gewesen, habe sich sogar im Laufe der Zeit weiter stabilisiert. Andernfalls wäre der Transport weit schwieriger geworden. Am Ende habe Westhauser sogar Scherze gemacht. So habe er beim Start des Rettungshubschraubers dem Arzt gesagt: "Könntest Du den Piloten bitten, dass er noch zweimal über das Stöhrhaus fliegt?" Das ist die nächstgelegene Hütte. Dann habe er noch etwas höher liegen wollen, damit er beim Flug etwas sieht. Bei der Ankunft im Klinikum habe er Petterich den Dank an alle Helfer mitgegeben. "Er hat meine Hand genommen und gesagt, dass er jeden Einzelnen anrufen wird". Offenbar war Westhauser nicht klar, dass mehr als 700 Menschen an seiner Rettung mitgewirkt haben.

fme/DPA DPA

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