Atommüll Castor-Transport trifft in Gorleben ein


Trotz heftiger Proteste von Atomkraftgegnern hat der zehnte Castor-Transport sein Ziel erreicht. Damit lagern im Zwischenlager Gorleben nun 80 Behälter mit radioaktivem Müll.

Vom Protest hunderter Demonstranten begleitet hat der zehnte Castor-Transport mit Atommüll am Montagmorgen das Zwischenlager in Gorleben erreicht. Nach 58 Stunden Fahrt durch Frankreich und Deutschland trafen die zwölf Behälter mit den Überresten abgebrannter Brennelemente in Gorleben ein. Bis zuletzt hatten Atomkraftgegner mit Blockaden versucht, den Transport aufzuhalten.

Die Polizei hatte kurz vor der Abfahrt der Castoren aus der Verladestation in Dannenberg eine Sitzblockade von einigen hundert Atomkraftgegnern auf der Transportstrecke nach mehreren Stunden aufgelöst. Die meisten Demonstranten leisteten keinen Widerstand und ließen sich von der Straße tragen. An anderen Orten hatten die Atomkraftgegner die Straße vorübergehend mit Betonklötzen blockiert, um den stark gesicherten Transport so lange wie möglich aufzuhalten. Als die Tieflader mit den zwölf Spezialcontainern langsam aus dem Verladebahnhof in Dannenberg rollten, stimmten die Demonstranten ein Pfeifkonzert an. Polizeihubschrauber überwachten den Transport aus der Luft.

Drei weitere Transporte geplant

Die Castoren enthalten nicht wiederverwertbare Überreste alter Brennelemente aus deutschen Atomkraftwerken. Der Sonderzug war am Freitagabend in der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in Frankreich abgefahren. Deutschland ist vertraglich zur Rücknahme des Atommülls verpflichtet. Bis 2010 sind noch drei weitere Transporte geplant. Im Zwischenlager Gorleben stehen nun 80 Castorbehälter. Die Atomkraftgegner befürchten, dass der Salzstock in Gorleben auch das deutsche Endlager für Atommüll wird.

DPA/Reuters DPA Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker