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Angriffspläne gegen Touristen Israel ruft Bürger wegen befürchteter Anschläge des Iran zum Verlassen der Türkei auf

Der Außenminister von Israel, Jair Lapid, spricht im Außenministerium.
Der Außenminister von Israel, Jair Lapid, spricht im Außenministerium. Er ruft seine Bürger dazu auf, schnell aus der Türkei auszureisen.
© Debbie Hill/Pool UPI/AP / DPA
Israel hat seine Staatsbürger in der Türkei wegen mutmaßlicher Anschlagspläne des Iran zum Verlassen des Landes aufgefordert. Der israelischen Regierung zufolge habe es mehrere iranische Versuche von Terrorattacken gegen israelische Urlauber in Istanbul gegeben.

Außenminister Jair Lapid rief am Montag seine Landsleute auf, "so schnell wie möglich" aus der Türkei auszureisen. Für Israelis bestehe eine "reale und unmittelbare Gefahr" durch iranische Agenten. Es habe mehrere iranische Versuche von Terrorattacken gegen israelische Urlauber in Istanbul gegeben.

"Wenn Sie sich bereits in Istanbul befinden, kehren Sie so schnell wie möglich nach Israel zurück", warnte Lapid in einer Mitteilung. "Wenn Sie einen Flug nach Istanbul gebucht haben, sagen Sie ihn ab. Kein Urlaub ist es wert, dass Sie Ihr Leben riskieren", sagte er später vor Abgeordneten seiner Partei Jesch Atid. Er riet Bürgern dazu, "überhaupt nicht in die Türkei zu fliegen", es sei denn, die Reise sei "unerlässlich". Der Iran habe es auf israelische Staatsbürger abgesehen, um sie "zu entführen oder zu töten". 

Die israelische Zeitung "Yediot Ahronot" zitierte am Montag einen Sicherheitsbeamten mit der Aussage, es gebe mehrere iranische "Zellen", die Anschläge auf israelische Touristen in der Türkei planten.

Spannungen zwischen Iran und Israel nehmen zu

Der Aufruf des israelischen Außenministers erfolgte vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen den Erzrivalen Iran und Israel. Teheran beschuldigt Israel, eine Reihe von Angriffen auf seine nukleare und militärische Infrastruktur verübt zu haben. Zuletzt machte der Iran Israel für die Tötung des Oberst der Revolutionsgarden, Sayyad Chodai, verantwortlich, der am 22. Mai vor seinem Haus in Teheran erschossen worden war.

Der israelische Rundfunksender Kan berichtete am Montag von einem iranischen Entführungsversuch in der Türkei vor einem Monat, der jedoch durch die gute Zusammenarbeit israelischer und türkischer Sicherheitsdienste vereitelt werden konnte. Lapid dankte der türkischen Regierung für ihre Bemühungen, "das Leben israelischer Bürger zu schützen".

Die Türkei ist bei israelischen Staatsbürgern ein beliebtes Urlaubsziel. Nach einem Jahrzehnt diplomatischer Spannungen haben Ankara und Israel ihre Beziehungen wieder gefestigt.

nk AFP

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