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Beinahe-Absturz in Indien: Piloten machen Nickerchen in 10.000 Metern Höhe

Weil sie schlafen wollten, ließen zwei Air-India-Piloten ihre Stewardessen ans Steuer. Als versehentlich der Autopilot ausgeschaltet wird, kommt es zur Beinahe-Katastrophe.

Weil sich ihre Piloten schlafen legten, sind 166 Passagiere eines Air-India-Fliegers nur knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Wie die Zeitung "Mumbay Mirror" berichtet, ereignete sich der Vorfall bereits am 12. April, wurde aber erst am Freitag bekannt.

Mitten auf dem Flug von Bangkok nach Neu Delhi hätten sich demnach der indische Kapitän und sein Copilot in der Business Class schlafen gelegt und ihren Airbus 321 dem Autopiloten anvertraut. Zurück im Cockpit blieben zwei Stewardessen, von denen eine nach 40 Minuten versehentlich den Autopiloten abgeschaltet habe. Die Piloten seien unsanft geweckt worden und ins Cockpit zurückgestürmt, um einen Absturz der Maschine zu verhindern.

Air India widerspricht Medienbericht

Ein Sprecher von Air India bestätigte am Samstag, dass der Kapitän und zwei Stewardessen vom Dienst suspendiert worden seien. Er bestritt aber, dass die Piloten die Flugbegleiterinnen am Autopiloten hätten rumhantieren lassen. "Zu keinem Zeitpunkt ließ die Cockpitbesatzung das Cockpit unbeaufsichtigt", sagte der Sprecher. Vielmehr habe der Copilot aus Unachtsamkeit den Autopiloten kurzzeitig abgeschaltet.

Der Vorfall hat den Sorgen um die Luftsicherheit in Indien neue Nahrung gegeben. In der Vergangenheit waren indischen Piloten bei Stichproben vor dem Flug wiederholt betrunken ertappt worden. 2010 flogen auch mehrere Flugzeugführer mit gefälschten Pilotenscheinen auf.

jwi/DPA / DPA
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