HOME

Bruno II in Graubünden gesichtet: Braunbär erschreckt Grünen-Politiker

Das weckt Erinnerungen an "Bruno": Ein Braunbär plündert in den Schweizer Alpen Bienenstöcke und macht Wanderern Angst. Im Gegensatz zu seinem verstorbenen Artgenossen soll er aber relativ harmlos sein.

In den Schweizer Alpen hat ein Braunbär über Ostern mehrere Wanderer erschreckt. "Das Tier stand mitten auf der Straße, etwa 50 Meter entfernt", sagte der Tübinger Gerd Hickmann der Schweizer Zeitung "Blick". Beim Landesamt für Umwelt (LfU) in Augsburg hieß es, es habe über die Osterfeiertage mehrere Bärenbeobachtungen im Grenzgebiet zwischen Graubünden und Tirol gegeben. "Wo er hinläuft oder sich aktuell befindet, können wir nicht sagen, weil er keinen Sender trägt", sagte eine Sprecherin.

Hickmann (47), Verkehrsplaner und Lokalpolitiker der Grünen, gehörte mit seiner Familie am Samstag zu den ersten Menschen, die dem Bären in der Schweiz begegneten. Der zwölfjährige Sohn habe ihn bei einem Spaziergang in der Nähe der Ortschaft Scuol entdeckt. "Mist. Ein Bär, sagte mein Bub zu mir", zitierte die Zeitung Hickmann. "Das Tier stand mitten auf der Straße, etwa 50 Meter entfernt", sagte der Lokalpolitiker.

Der Bär zeigt wenig Scheu vor Menschen

Im Kanton Graubünden hat der Bär nach Angaben von Jagdinspektor Georg Brosi schon drei Mal Bienenstöcke von Imkern geplündert. Dennoch werde das etwa 100 Kilogramm schwere Tier nicht als Problem eingeschätzt. Das Bozner Landesamt für Jagd und Fischerei hatte nach einer Meldung der österreichischen Agentur APA Anfang April vor dem Bären gewarnt. Das Tier zeige wenig Scheu vor Menschen. Man solle sich ihm nicht nähern, ihn fotografieren, filmen oder gar füttern. Anders als seine Artgenossen fliehe das Raubtier nicht vor Menschen.

In Bayern war 2006 der Braunbär "Bruno" auf Weisung der Landesregierung erschossen worden. Zuvor hatte er sich mehrfach Siedlungen genähert und einige Schafe gerissen.

Bär greift an - Mensch legt sich auf den Bauch

Bei einer Begegnung mit einem Bären empfiehlt das Schweizer Umweltministerium "einen langsamen Rückzug". Falls ein Bär angreife, solle man sich auf den Bauch legen: "Der Bär wird den Menschen erkunden und feststellen, dass dieser keine Gefahr darstellt", heißt es im "Konzept Bär" des Ministeriums. Bären wurden in der Schweiz 1969 zur geschützten Tierart erklärt.

iml/DPA / DPA