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Herzstillstand Corona-Chaos an Bord: Passagier verstirbt auf Linienflug – Mitreisende schimpfen via Twitter

Flugzeug der United Airlines auf dem Rollfeld
Nachdem ein Passagier einen Herzstillstand erlitten hatte, landete der Pilot der United Airlines die Maschine außerplanmäßig  in New Orleans. (Symbolbild)
© Brian Cassella / Picture Alliance
Trotz Notlandung ist in den USA ein Passagier an Bord eines United-Airlines-Fluges nach einem Herzstillstand verstorben. Vor dem Boarding hatte der Mann laut Fluggesellschaft Covid-19-Symptome verschwiegen. Mitreisende erhoben via Twitter schwere Vorwürfe gegen die Fluggesellschaft.

Dieser Beitrag erschien zuerst an dieser Stelle auf RTL.de.

Es müssen schreckliche Momente an Bord gewesen sein: Auf einem Flug von Orlando nach Los Angeles erlitt ein Passagier plötzlich einen Herzstillstand. Das teilte die Sprecherin der Fluggesellschaft dem Sender CNN mit. Andere Fluggäste versuchten demnach fast eine Stunde lang, dem Mann mit einer Herz-Lungen-Wiederbelebung zu helfen – vergeblich. Der Pilot entschied sich für eine Notlandung in New Orleans. Sanitäter leisteten ebenfalls Erste Hilfe und brachten den Mann sofort in ein örtliches Krankenhaus. Für ihn kam jede weitere Hilfe zu spät, er wurde für tot erklärt.

Falsche Angaben: Frau räumt Covid-19-Erkrankung ein

Die Frau des verstorbenen Mannes soll gegenüber den Sanitätern in Hörweite anderer Fluggäste zugegeben haben, dass ihr Mann seit einer Woche Covid-19-Symptome hatte. Er soll unter anderem seinen Geschmacks- und Geruchssinn verloren haben. Laut der "Daily Mail" habe United Airlines bestätigt, dass der Passagier eine Covid-19-Erkankung hatte.

Beim Einchecken soll der Passagier auf der Checkliste der Fluggesellschaft angegeben haben, dass bei ihm kein Covid-19 diagnostiziert worden sei und er keinerlei Symptome habe, so die Sprecherin weiter. Offenbar hatte der Mann falsche Angaben gemacht. Die Familie des Mannes bestätigte, dass der verstorbene Passagier unter Bluthochdruck litt und Probleme mit seinen Atemwegen hatte. Einen Tag vor seiner Reise soll er sich schon krank gefühlt haben. Die Fluggesellschaft versucht nun, Kontakt zu allen Fluggästen aufzunehmen, die mit dem verstorbenen Mann in einem Flieger saßen.

Passagiere schimpfen via Twitter 

Passagiere, die die Not des Mannes im Flieger miterlebt hatten, machten im Nachhinein auf Twitter ihrem Ärger Luft. Eine Frau beschuldigte die Airline, einen Covid-19-Patienten in den Flieger gelassen zu haben, obwohl er beim Einsteigen gezittert und geschwitzt haben soll. "Er war eindeutig krank und starb dann während des Fluges. Wir hatten eine Notlandung in New Orleans und haben danach nicht einmal die Flugzeuge gewechselt", schrieb eine Frau auf Twitter.

"Wir haben alle stundenlang dort gesessen und gewartet, während ihr sein Blut und seine Keime mit feuchten Tüchern gereinigt habt. Geht ihr so ​​mit der Sicherheit und Gesundheit anderer Leute um?", fragte sie die Airline weiter. Die Behauptung der Fluggesellschaft, er habe einen Herzinfarkt gehabt, halte die Passagierin für "lächerlich". "Es wurde nie erwähnt, dass wir diesen Flug aus Gründen des Herzstillstands umleiten." Laut ihrer Aussage soll jedem Passagier im Flieger bewusst gewesen sein, dass der Mann eine Covid-19-Erkrankung hatte.

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Airline: Flugzeugwechsel nicht gerechtfertigt

Nach der Notlandung wurde die Reise nach Los Angeles mit demselben Flugzeug fortgesetzt. Zuvor soll der Sitz des verstorbenen Passagiers gereinigt worden sein. Die Passagiere konnten selbst entscheiden, ob sie mitfliegen oder einen späteren Flug nehmen. "Ein Flugzeugwechsel war nicht gerechtfertigt", teilte die Fluggesellschaft laut CNN mit. Ausnahmslos alle Passagiere entschieden sich für den Weiterflug nach Los Angeles. United Airlines habe die Fluggäste um zusätzliche Kontaktinformationen gebeten, falls jemand auf diesem Flug an dem Coronavirus erkrankt ist.

Die Flugbegleiter sollen nach ihrer Ankunft in Los Angeles zwei Wochen in Quarantäne gegangen sein, so die Sprecherin der Gewerkschaft "Association of Flight Attendants", die Flugbegleiter in den USA vertritt.

RTL.de

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