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Das neue Weltfest: Wenn Halloween den Zoll erschreckt

Unechte Körperteile in Containern, Nachbarn im Dekowahn und der Blutspendedienst mit Partyservice - Halloween treibt international teilweise kuriose Blüten.

Die kolumbianische Stadt Cali feierte die Nacht auf Halloween 2013 mit einer Grusel-Motorrad-Parade

Die kolumbianische Stadt Cali feierte die Nacht auf Halloween 2013 mit einer Grusel-Motorrad-Parade

Ursprünglich feierten es die Iren. Später gruselte sich fast der gesamte anglo-amerikanische Kulturraum. Mittlerweile kriecht Halloween durch alle Ritzen in die hintersten Winkel der Welt. Mit teils lustigen, klugen aber auch skurillen Erscheinungen. Kunstblut und Kürbisse reichen meist nicht mehr aus, um die Nachbarn zu erschrecken.

Österreichischer Blutspendedienst veranstaltet Party

Blutspendeparty im Burgenland: Eintritt für ein Konzert zahlen oder doch lieber einfach Blut spenden? Bereits zum zehnten Mal können Gäste in Neusiedl am See zu Halloween gratis feiern, wenn sie sich zuvor etwas Blut abzapfen lassen. Die Mitarbeiter des Roten Kreuzes, die in einem Bus vor dem Lokal "Bergwerk" Stellung beziehen, verkleiden sich dafür als gruselige Gestalten. Mit der Aktion soll Blutspenden für junge Menschen attraktiver werden. Spender müssen mindestens 18 Jahre alt sein und einen amtlichen Lichtbildausweis dabei haben.

Panik in Kenia

In der Küstenstadt Mombasa hat kürzlich ein mit Totenköpfen und anderen Körperteilen voll gepackter Container für Aufsehen gesorgt. Bei der Ladung aus China handelte es sich um Plastik-Dekorationen, die für ein Einkaufszentrum in der Hauptstadt Nairobi bestimmt waren. Dieses wollte damit vor Halloween die Geschäfte schmücken. Jedoch brachen Zollbeamte beim Anblick der "teuflischen Fracht" in Panik aus. Die Polizei beschlagnahmte die Ware kurzzeitig, um sie genauer zu untersuchen. Lokale Zeitungen befürchteten gar, die Skelette und schaurigen Masken sollten für Teufelsanbetungen und Hexenzeremonien missbraucht werden.

Familie Bittelmeyer hat einen ganz normalen Vorgarten, abgesehen von den Skeletten, der Beschallung mit Michael Jacksons "Thriller", den 125.000 LED-Lichtern und den Dutzenden leuchtenden Totenköpfen

Familie Bittelmeyer hat einen ganz normalen Vorgarten, abgesehen von den Skeletten, der Beschallung mit Michael Jacksons "Thriller", den 125.000 LED-Lichtern und den Dutzenden leuchtenden Totenköpfen

Die schrecklich netten Nachbarn vom Bodensee Thomas Bittelmeyer, 43, aus Friedrichshafen am Bodensee hat seinen Garten in eine Grusel-Landschaft verwandelt. Geister, Kürbisse und Hexen stehen vor dem Haus, alles ist in orangefarbenes, rotes oder blaues Licht getaucht. "Mir gefällt das einfach. Halloween ist böse und gemein", sagt er schmunzelnd. In den vergangenen fünf Jahren sei die Sammlung stetig gewachsen. Rund 8500 LED-Lichter setze er ein. Neu sind dieses Jahr vier Kürbisköpfe, die ihren Mund zu Michael Jacksons "Thriller" bewegen. Bald baut er dann die Weihnachtsdeko mit etwa 125.000 LED-Lichtern auf.

Besinnung statt Zittern im sibirischen Omsk

Das Bildungsministerium in der sibirischen Millionenstadt Omsk hat die Schulen der Region vor den Folgen von Halloween-Feiern gewarnt. Der Volksbrauch propagiere einen "Todeskult" und habe "zerstörerische Auswirkungen auf die psychische und geistig-moralische Gesundheit von Kindern", teilte das Presseamt des Gebiets rund 2250 Kilometer östlich von Moskau mit. Statt Halloween zu feiern, sollten Lehrer und Eltern lieber russische Bräuche ehren.

Es kann nicht immer Saures geben in Itzehoe

Die Polizeidirektion Itzehoe wurde zu Halloween in einer Mitteilung ganz ernst: "Keineswegs ist es so, dass an dem Tag Schabernack auf Kosten anderer getrieben werden darf." Streiche könnten juristisch auch Sachbeschädigung, Nötigung oder eine Beleidigung sein. "Alle können sicher sein: Wenn die Polizei erfährt, dass Halloween genutzt wird, anderen das Leben schwer zu machen, wird sie sich mit dem nötigen Ernst darum kümmern." Doch "trotz allen Schabernacks" sei Halloween in der Vergangenheit kein großes Einsatzproblem gewesen und das solle auch so bleiben. Die Polizei bat "Halloween-Teilnehmer" um Respekt an den Wohnungstüren: "Wer "Süßes" fordert und es nicht bekommt, kann nicht "Saures" so geben, wie es ihm beliebt..."

ono/DPA / DPA