HOME

Temperatursturz nach Weihnachten: Stille Nacht, nasse Nacht - aber Schnee naht

Stille Nacht, nasse Nacht, heißt es heute in vielen Teilen Deutschlands. Wer sich weiße Weihnachten wünscht, der hofft vergebens. Direkt nach den Festtagen sollen die Temperaturen dann aber fallen.

Bisher zeigte sich der Winter in Deutschland nur von seiner nassen Seite, wie hier bei Überschwemmungen in Schleswig-Holstein

Bisher zeigte sich der Winter in Deutschland nur von seiner nassen Seite, wie hier bei Überschwemmungen in Schleswig-Holstein

In Deutschland ist in den nächsten Tagen der "klassische mitteleuropäische Winter" angesagt, wie DWD-Meteorologe Christoph Hartmann am Mittwoch in Offenbach sagte. In den Mittelgebirgen - etwa im Erzgebirge und im Sauerland - wird es durchaus weiß, unterhalb von 400 Metern eher nicht. Am ersten Weihnachtstag regnet es vor allem am Alpenrand längere Zeit, im übrigen Land gibt es neben sonnigen Abschnitten auch Regen- und Graupelschauer und Gewitter.

In der Nacht zum Freitag, dem zweiten Weihnachtstag, kann es an den Nordrändern der Mittelgebirge und der Alpen längere Zeit schneien. Bis zu zehn Zentimetern Neuschnee sind möglich - zur Freude vieler Skifahrer: "Es sieht nach heutiger Sicht sehr gut aus", betonte Marco Manitta vom Deutschen Wetterdienst in München. "Der richtige Schnee kommt wahrscheinlich ab Samstag/Sonntag."

Tagelanger Regen sorgt für unruhiges Weihnachtsfest

Tagelanger Regen hat den Menschen in manchen Orten Norddeutschlands unterdessen einen unruhigen Beginn des Weihnachtsfestes beschert. Helfer verteilten in Schleswig-Holstein Sandsäcke; Hauseingänge wurden abgedichtet und Deiche stabilisiert. Der Norden habe in den vergangenen Tagen gebietsweise deutlich mehr Regen abbekommen, als es dem Monatsmittel entspreche, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) an Heiligabend mit.

Den Meteorologen zufolge wird sich das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen allerdings mit Dauerfrost verabschieben. Über die Weihnachtsfeiertage und bis zum Jahresende gehe es mit den Temperaturen stetig bergab. "Wir gehen winterlichen Zeiten entgegen", sagte Hartmann. Deutschland müsse sich so langsam auf dicke Winterbekleidung umstellen. Mit der Weißen Weihnacht klappe es aber wohl nur ab einer Höhe von 400 Metern.

Viele Einsätze für die Feuerwehr

In Schleswig-Holstein führte Dauerregen zu vielen wetterbedingten Einsätzen von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk. Straßen und Gärten waren mancherorts überflutet. Die Einsatzkräfte pumpten etliche Keller leer. In der an der Stör - einem Nebenfluss der Elbe - gelegenen Stadt Kellinghusen wurden Sandsäcke an Hausbewohner verteilt, wie ein Leitstellensprecher sagte.

Mit gut 140 Litern Regen pro Quadratmeter wurde laut DWD aus Wittenborn in Schleswig-Holstein der höchste Niederschlagswert der letzten Tage gemeldet. Zeitweise gab es wegen des heftigen Regens Unwetterwarnungen, die der Wetterdienst am Mittwochvormittag aufhob.

fin/DPA / DPA