Dresden Rechtsextreme prügeln sich im Landtag


Im sächsischen Landtag ist es zu "Tätlichkeiten" zwischen zwei Rechtsextremen gekommen, wie ein Fraktionssprecher der NPD bestätigt hat. Demnach soll ein verbaler Schlagabtausch zwischen dem Abgeordneten Jürgen Gansel und dem Fraktionsberater Peter Naumann ausgeartet sein.

Im sächsischen Landtag hat es eine Schlägerei zwischen Rechtsextremisten gegeben. Wie ein Fraktionssprecher am Mittwoch sagte, eskalierte ein verbaler Streit zwischen dem NPD-Abgeordneten Jürgen Gansel und Fraktionsberater Peter Naumann. Der Sprecher bestätigte damit einen Bericht der "Dresdner Neuesten Nachrichten". Im Landtagsgebäude sei es zu "Tätlichkeiten" gekommen.

Gansel erhielt demnach mindestens einen Schlag ins Gesicht. Auslöser der Schlägerei, die sich bereits am Dienstag ereignete, war nach NPD-Angaben ein "Streit über politische Fragen". Zwischen den Beteiligten habe es zudem seit Längerem persönliche Reibereien gegeben, hieß es. Worum es genau ging, wurde nicht mitgeteilt. Naumann wurde nach Informationen aus dem Landtag inzwischen als Fraktionsmitarbeiter entlassen.

Der NPD-Fraktionssprecher sagte, zu den Konsequenzen werde man sich nicht äußern, es habe sich jedoch um einen gravierenden Vorfall gehandelt. Die Staatsanwaltschaft Dresden teilte mit, sie werde vorerst nicht ermitteln, da bislang keine Strafanzeige erstattet worden sei. Der Fall werde wie eine private Auseinandersetzung oder eine Wirtshausschlägerei behandelt, sagte Oberstaatsanwalt Christian Avenarius der Nachrichtenagentur AP.

Naumann wurde von der NPD-Fraktion im Dresdner Landtag zuletzt als parlamentarischer Berater beschäftigt. Er habe unter anderem Fraktionschef Holger Apfel in "innenpolitischen Fragen" beraten, hieß es. Naumann gilt als ein führender Kopf der rechtsextremistischen Szene. Gegen den NPD-Landtagsabgeordneten Gansel sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft aktuell gleich mehrere Verfahren anhängig.

Dabei geht es unter anderem um Verunglimpfung des Staates, Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz sowie eine Pefferspray-Attacke vor einer Leipziger Bar. Vorermittlungen gibt es wegen eines Schreibens, in dem Gansel nach der US-Präsidentschaftswahl mit rassistischen Sprüchen gegen den Sieger Barack Obama Stimmung gemacht hatte, der als erster Schwarzer ins Weiße Haus einziehen wird.

AP AP

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