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Dresden Waldschlößchenbrücke kommt


Auch die Kleine Hufeisennase kann die Dresdner Waldschlößchenbrücke nicht stoppen. Zwar hatten Naturschützer wegen dieser Feldermausart einen Baustopp der umstrittenen Brücke erwirkt, doch den hat nun ein Gericht aufgehoben. Damit wackelt nun auch der Status des Unesco-Weltkulturerbes.

Die umstrittene Waldschlößchenbrücke im Unesco-Weltkulturerbe Dresdner Elbtal kann gebaut werden. Das sächsische Oberverwaltungsgericht in Bautzen hob jetzt den vom Verwaltungsgericht Dresden im Sommer verhängten Baustopp auf. Nach der Eilentscheidung muss nun unverzüglich mit dem Bau der Brücke begonnen werden.

Damit wird die Aberkennung des Welterbetitels immer wahrscheinlicher. Das Welterbekomitee hatte im Juni angekündigt, Dresden von der Liste zu streichen, sollte die Brücke wie zunächst geplant errichtet werden. Eine Entscheidung in der Hauptsache steht noch aus, sie hat aber keine aufschiebende Wirkung.

Naturschützer hatten im August den Baustopp erwirkt. Sie sehen die Belange der geschützten Fledermausart Kleine Hufeisennase in den Planungen nicht ausreichend berücksichtigt. Gegen den Baustopp hatte das Land Sachsen Beschwerde eingelegt. Regierungschef Georg Milbradt drängt auf den Baubeginn. Nach massiver Kritik hatte er sich zuletzt für kleinere Änderungen am Originalentwurf ausgesprochen. Es gilt aber als wenig wahrscheinlich, dass der Unesco dies ausreicht.

Das Welterbekomitee hält die bislang geplante Waldschlößchenbrücke für einen nicht wieder gutzumachenden Eingriff in eine einmalige Kulturlandschaft und hatte von Deutschland Alternativentwürfe gefordert. Die Frist dafür ist bereits verstrichen. Dresden hatte den Welterbetitel erst 2004 erhalten und steht derzeit auf der Roten Liste der gefährdeten Stätten.

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DPA DPA

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