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Unesco-Entscheidung gegen Dresden: Elbtal ist kein Weltkulturerbe mehr

Premiere der negativen Art: Mit dem Dresdner Elbtal verliert erstmals ein Weltkulturerbe der Unesco seinen Titel. Der umstrittene Bau der Waldschlößchenbrücke zerstöre die Kulturlandschaft, urteilte das Welterbe-Komitee, dem Deutschland nicht angehört. Besonders strittig war die Entscheidung in Sevilla nicht.

Das Dresdner Elbtal verliert wegen des Baus der umstrittenen Waldschlößchenbrücke nach fünf Jahren seinen Welterbe-Titel. Das teilte die deutsche Unesco-Kommission am Donnerstag in Bonn mit. Aus ihrer Sicht wird die Brücke das Elbtal irreversibel zerschneiden und die Kulturlandschaft mit ihren Flussauen zerstören.

Die Entscheidung hatte das Unesco-Welterbekomitee nach längerer Beratung bei seiner Sitzung im spanischen Sevilla getroffen. Damit wird erstmals einer Kulturstätte das begehrte Gütesiegel der UN- Kulturorganisation aberkannt, nachdem mit dem Wildschutzgebiet der Arabrischen Oryx in Oman 2007 bereits ein Weltnaturerbe gestrichen wurde. Dem Welterbekomitee, das sowohl über Kultur- als auch über Naturerben entscheidet, gehören Vertreter aus 21 Ländern an, Deutschland ist derzeit nicht darunter. Die Entscheidung in Sevilla fiel mit 14 zu 5 Stimmen bei zwei ungültigen Stimmen.

Sie war ursprünglich für Mittwoch erwartet, aber aufgrund von Verzögerungen bei den Beratungen verschoben worden. Am Vormittag dann hatte Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) eine Minute Redezeit bekommen. Die von der Stadt angestrebte Vertagung des Votums bis nach Vollendung des Bauprojekts hatte das Gremium abgelehnt.

Deshalb hatte die UN-Kulturorganisation das Dresdner Elbtal schon 2006 auf die Rote Liste der gefährdeten Welterbe-Stätten gesetzt. 2007 und 2008 gab es Gnadenfristen, zuletzt forderte die Unesco klar einen Tunnel als Alternative. Der Bau der Brücke hatte Ende 2007 begonnen. 2011 soll die Flussquerung befahrbar sein. Eine Aberkennung hat es in der Unesco-Geschichte bislang erst einmal gegeben, jedoch für eine Naturstätte in Oman. Das Elbtal ist als Kulturlandschaft eingestuft und gehört damit zur Kategorie der Kulturstätten.

"Es ist mehr als bedauerlich, dass die Beteiligten außerstande waren, einen Kompromiss zu finden", teilte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) mit. Er riet aber gleichzeitig zu "Gelassenheit".