Interpol warnt Nutzen Dschihadisten Kreuzfahrer als Verkehrsmittel?


Weil Flughäfen stärker überwacht werden, nutzen Dschihadisten aus Europa offenbar vermehrt Kreuzfahrtschiffe, um in den Nahen Osten zu reisen. Interpol fordert nun strengere Kontrollen.

Die internationale Kriminalpolizei Interpol fordert eine vermehrte Kontrolle von Kreuzfahrtschiffen. Radikale Islamisten würden vor dem Hintergrund strenger Flughafenüberwachung immer mehr auf diese als Reisemittel zurückgreifen, um in den Nahen Osten zu gelangen. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend und beziehen sich dabei auf Informationen der Nachrichtenagentur AP. "Wir brauchen einen größeren Informationsaustausch, um diese Reisen zu unterbinden und die Verdächtigen zu identifizieren", verlangt demnach Interpol-Direktor Pierre St. Hilaire.

"Weil sie wissen, dass die Flughäfen jetzt stärker überwacht werden, nutzen sie nun Kreuzfahrtschiffe um in diese Gebiete zu fahren", sagte St. Hilaire. In den vergangenen Monaten seien zahlreiche Dschihadisten auf dem Seeweg in die Türkei eingereist und von dort aus weiter in den Irak oder nach Syrien gelangt, um sich dem "Islamischen Staat" (IS) und anderen Terrorgruppen anzuschließen.

In den USA bereits Praxis

"Es gibt Beweise, dass diese Personen mit den Schiffen hauptsächlich in die türkische Küstenstadt Izmit und andere Orte reisen", sagte St. Hilaire. Genaue Zahlen dazu, wie viele Radikale bereits mit Kreuzfahrtschiffen in die Region gereist sind, werden in den Berichten nicht genannt.

In den USA sei die verschärfte Kontrolle bereits gängige Praxis: US-Kreuzfahrtunternehmen sind demnach verpflichtet, ihre Passagierlisten mit den Datensätzen der US-Sicherheitsbehörden abzugleichen. Das sei in Europa nicht der Fall.

St. Hilaire betonte, dass es sich um eine globale Bedrohung halte. "15.000 Kämpfer aus über 81 verschiedenen Ländern reisen in diese Konfliktzone", sagte er. Um diese zu identifizieren und von der Weiterreise abzuhalten, sei eine "engere Zusammenarbeit und ein größerer Austausch von Informationen" innerhalb der Region und zwischen nationalen Sicherheitsdiensten vonnöten.

Finn Rütten

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker